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Lewis Hamilton hadert nach gewagten Überholmanövern in Monaco mit der Rennleitung © getty

Der Brite versucht es in Monaco mehrmals mit der Brechstange und wird zweimal bestraft. Seine Konkurrenten seien "lächerlich".

Von Björn Seitner

München/Monte Carlo - "Das ist einfach nur lächerlich, ein absolut blöder Witz."

Lewis Hamilton kochte vor Wut, als er sich nach dem Grand Prix von Monaco der Presse stellte.

Während Sebastian Vettel seinen fünften Sieg im sechsten Rennen feierte (Bericht), musste sich der McLaren-Pilot den Rennkommissaren stellen - zum fünften Mal im sechsten Rennen.

"Ich werde wohl noch eine weitere Strafe bekommen", vermutete der Brite, der an der französischen Riviera in Rambo-Manier von Rang neun im Qualifying auf Platz sechs vorfuhr (411278Bilder).

Und er lag richtig: Für seinen Zusammenprall mit Petro Maldonado kurz vor Schluss wurde Hamilton nachträglich mit einer Zeitstrafe von 20 Sekunden belegt. Am Ergebnis änderte dies aber nichts mehr. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

"Er ist in mich hineingefahren"

Bereits während des Rennens kassierte Hamilton eine Durchfahrtsstrafe. (Zusammenfassung ab 22.15 Uhr im TV auf SPORT1)

In der Loews-Kurve am Hotel Fairmont, der langsamsten Kurve der Formel 1, wollte sich der Weltmeister von 2008 innen gegen Felipe Massa durchsetzen. Es kam zum Crash, beide konnten jedoch vorerst weiterfahren.

"Ich war doch wesentlich schneller als Massa. Ich war auf der Innenseite und er lenkte ein", wies Hamilton dem Ferrari-Pilot die Schuld zu: "Er ist in mich hineingefahren. Das war Absicht."

Er habe "ganz sicher nicht das Gefühl, in dieser Situation der Dumme gewesen zu sein".

Strafe nach der Quali

Und er war nicht zu bremsen: "Natürlich bekomme ich die Strafe. So läuft das ja immer. Er hat mich schon in der Qualifikation aufgehalten, und ich habe die Strafe bekommen."

Seinen Humor hatte er aber noch nicht verloren: "Vielleicht liegt es daran, dass ich schwarz bin", scherzte er.

Bereits am Samstag fing Hamiltons "wahrscheinlich schlechtestes Wochenende" an. In Q3 brachte er es nur auf die siebtbeste Zeit und wurde nach Abkürzens in der Schikane am Ende sogar auf Startplatz neun strafversetzt.

[kaltura id="0_u5v0h994" class="full_size" title="Eine Runde in Monaco"]

Unterstützung von Whitmarsh

"Es war ein hartes Wochenende für ihn", fühlte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh mit seinem Schützling: "Nach den Ereignissen von Q3 war es von vornherein ein schwieriges Rennen. Manchmal geht es gut, manchmal nicht."

"Ich möchte die Rennleitung nicht kritisieren. Sie hat die Entscheidung getroffen und wir müssen damit leben. Aber wir sollten Fahrer nicht bestrafen, wenn sie aggressiv fahren. Das macht das Rennen doch aufregend", erklärte Whitmarsh weiter.

In diese Kerbe schlug zuvor auch Hamilton: "Die Leute wollen Rennsport und Überholmanöver sehen. Und dann wirst du bestraft, wenn du versuchst, eine gute Show zu machen. Das ist ein Witz."

"Diese Fahrer sind lächerlich"

Auch beim Zwischenfall mit Maldonado, nach dem der Venezolaner den Grand Prix vorzeitig beenden musste, hielt er sich nicht zurück.

Der Williams-Pilot habe eine gute Autolänge zu früh eingelenkt, befand Hamilton: "Das ist einfach nur lächerlich. Diese Fahrer sind so was von lächerlich. Es ist Blödsinn."

Und weiter: "Aber ich werde jetzt die Klappe halten und den Rest der Saison genießen. Es wird sicher noch interessant, auch wenn Vettel weit weg ist."

Massa fordert weitere Strafen

Maldonado gab sich zurückhaltend. "Hamilton machte ein sehr gewagtes Manöver in der ersten Kurve. Das war das Ende meines Rennens."

Massa, für den der Hamilton-Crash der Anfang vom Ende war, betrachtete die Zeitstrafe dagegen als zu wenig.

"Als ich in den Tunnel gefahren bin war mein Auto zerstört. Dadurch bin ich auf die schmutzige Seite der Strecke geraten und in die Wand gekracht. Alles eine Folge des Loews-Zwischenfalls", analysierte der Brasilianer.

"Was er sich heute geleistet hat war unglaublich", sagte Massa und forderte bei "autosport" weitere Strafen: "Hamilton muss bestraft werden und zwar richtig, sonst lernt er es nie. Ich bin nicht die FIA, aber die müssen sich unbedingt etwas für ihn ausdenken."

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