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In der Anfangsphase des Monaco-Grand-Prix bekam auch Schumi mit Hamilton zu tun © getty

McLaren-Pilot Lewis Hamilton entschuldigt sich nach seinen Rassimus-Anspielungen in Monte Carlo bei den Kommissaren.

Von Marc Ellerich

München - München - Irgendwann ist Lewis Hamilton offenbar zur Besinnung gekommen. Vielleicht hatte ihn auch sein McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh zurückgeschickt, um sich für die böse Entgleisung zu entschuldigen.

Wie auch immer. "Ich habe Frieden mit den Stewards gemacht", berichtete der Engländer nach seinem Bußgang zu den Kommissaren des Monaco-Grand-Prix. (411278Bilder).

Zuvor hatte sich der ehemalige Weltmeister "am vielleicht schlimmsten Wochenende meiner Karriere" böse Entgleisungen geleistet. (Hamilton tobt: "Absolut blöder Witz")

"Vielleicht weil ich schwarz bin"

Bei seiner rabiaten Fahrt durchs Feld vom neunten Startplatz aus und Kollisionen mit Ferrari-Fahrer Felipe Massa und später Williams-Pilot Pastor Maldonado war Hamilton mit einer Durchfahrts- und einer 20-Sekunden-Zeitstrafe bestraft worden und hatte daraufhin die Fassung verloren.

Als "absolut blöden Witz" bezeichnete er die Entscheidungen der Stewards, als "dumm" und "lächerlich" seine Kollegen. Das Ganze gipfelte in der Behauptung, er werde bestraft, "vielleicht, weil ich schwarz bin. Das sagt Ali G. Ich weiß es nicht".

Hinter Ali G. verbirgt sich der populäre englische Komiker Sacha Baron Cohen, hierzulande als Figur in der bitterbösen Komödie "Borat" bekannt geworden.

[kaltura id="0_u5v0h994" class="full_size" title="Eine Runde in Monaco"]

Handshake nach der Entschuldigung

Ein Witz sei das gewesen, allerdings ein schlechter, meinte Hamilton später über seine Rassismus-Andeutungen.

Nach seiner Entschuldigung bei den Rennkommissaren begründete er seinen Aussetzer. "Hätte ich es sagen sollen oder besser nicht? Wie gesagt, es war ein Witz, aber er war nicht lustig."

Man mache eben nicht immer alles richtig, wenn man lustig sein wolle, bemerkte Hamilton dann: "Manchmal tritt man ins Fettnäpfchen und beleidigt andere."

Die Sache sei nach seiner Entschuldigung allerdings vom Tisch. Die Kommissare hätten seine Entschuldigung akzeptiert: "Wir haben uns vertragen. Wir haben uns die Hand gegeben, und sie haben gesagt, es sei ein hartes Wochenende gewesen, lass uns weitermachen." (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

"Frustrierender Nachmittag"

Zuvor hatte sich Teamchef Martin Whitmarsh vor seinen ehrgeizigen Piloten gestellt.

"Unmittelbar nach dem Rennen war Lewis sehr am Boden und hat dann in einem Interview den schwachen Witz über die Strafen gemacht."

Als Ursache hatte Whitmarsh den "frustrierenden Nachmittag" seines Fahrers ausgemacht. "Es ist doch so: Wenn du in Monte Carlo nicht aus der ersten Reihe startest, dann läufst du immer Gefahr, in Zwischenfälle verwickelt zu werden. Besonders, wenn du ein Pilot bist wie Lewis, der niemals, niemals aufgibt."

Massa fordert harte Strafe

Hamilton sei "so ein großartiger Fahrer", meinte sein Vorgesetzter weiter, "deshalb ist es so aufregend, ihm zuzuschauen. Er war sehr enttäuscht, weil er das ganze Wochenende über sehr schnell war. Aber so ist Monte Carlo, so ist das Leben."

Nicht jeder ging so nachsichtig mit dem rabiaten Hamilton um, wie dessen Teamchef und später dann auch die Kommissare.

Unfallgegner Massa hatte nach Rennende ein hartes Durchgreifen gegen den Briten gefordert: "Er muss ordentlich bestraft werden, sonst lernt er nichts. Die FIA muss sich unbedingt etwas für ihn ausdenken."

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