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Zum anderen bereitet Schumacher sein neuer Teamkollege Kopfzerbrechen: Mit Nico Rosberg hat er erstmals einen Nebenmann, der ihm gewachsen ist. Und nicht nur das: Im Qualifying hat der Rekordchampion fast immer das Nachsehen
Nico Rosberg wechselte nach der Saison 2009 von Williams zu Mercedes-GP © Getty Images

Der Rennstall will den 25-Jährigen langfristig binden und lockt ihn mit einer fürstlichen Gage. Rosberg scheint nicht abgeneigt.

Von Olaf Mehlhose

München - Rentenvertrag für Nico Rosberg?

Nach Informationen der "Sport Bild" plant der deutsch-englische Rennstall, die Zusammenarbeit mit dem 25-Jährigen Piloten langfristig fortzusetzen. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Rosbergs aktueller Kontrakt endet nach Ablauf der Saison 2011, verlängert sich aber automatisch um ein Jahr, wenn das Team in der Konstrukteurs-WM mindestens Platz drei belegt.

Obwohl Mercedes in dieser Wertung im Moment gerade mal auf Platz fünf steht, ist Norbert Haug zuversichtlich, dass Rosberg auch im nächsten Jahr im Silberpfeil sitzt - und auch darüber hinaus.

Knapp 80 Millionen

"Ich rechne fest damit, dass er 2012 bei uns fährt, und wenn es nach mir geht, bleibt er noch viel länger", sagte der Motorsportchef.

Damit stellte Haug bereits klar, wo die Prioritäten des Rennstalls liegen.

Der neue Vertrag soll bis 2016 laufen und beinhaltet eine jährliche Gehaltssteigerung von zehn Prozent. Rosbergs Anfangssalär wird offenbar zehn Millionen betragen - im Moment verdient er sieben.

Die Gage über die gesamte Laufzeit des Vertrages läge demnach bei rund 77 Millionen.

Rosberg ernüchtert

Damit würde das Werksteam auch den Wechsel-Spekulationen um seinen Spitzenfahrer einen Riegel vorschieben. In dieser Saison hielten sich hartnäckig Gerüchte, dass einige Top-Teams - unter anderem Red Bull und Ferrari - über die Verpflichtung des WM-Siebten nachdenken.

Doch anscheinend hat Mercedes tatsächlich die besten Karten.

"Was ich sagen kann, ist, dass ich superhappy dort bin, wo ich bin", erklärte Rosberg: "Es ist immer noch mein Traum, den Silberpfeil zu fahren und mit den Menschen Erfolg zu haben, die hier sind. Ich freue mich einfach auf die gemeinsamen Erfolge mit dem Team."

Ein Dementi hört sich anders an.

"Ich wollte attackieren"

Zurzeit ist der Viel-Umworbene aber noch damit beschäftigt, das Horror-Wochenende von Monte Carlo (Bericht u. 411278Bilder) aufzuarbeiten. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Der Crash im Freien Training (Bericht) und der enttäuschende Rennverlauf, hinterließen deutliche Spuren bei dem Mercedes-Star .

"Alles in allem war es ein Wochenende zum Vergessen", erklärte ein ernüchterter Rosberg: "Ich wollte attackieren, mit der Einstellung bin ich ins Wochenende gegangen. Ich war überzeugt, dass ich auf dem Podium lande - stattdessen bin ich Elfter geworden."

Mercedes fährt hinterher

Dabei hatte das Rennen in der monegassischen Metropole für Rosberg eigentlich perfekt begonnen. Beim Start gelang es ihm direkt, zwei Plätze gutzumachen.

"Nach meinem Raketenstart war ich Fünfter", sagte Rosberg: "Mark war genau vor mir. Ich hatte die Einstellung: Webber geht mir aus dem Weg, jetzt komme ich. Zu diesem Zeitpunkt war ich sehr positiv gestimmt."

Danach ging aber nicht mehr viel: Beide Mercedes-Piloten litten unter dem starken Verschleiß ihrer Reifen und waren während der 78 Runden auf dem Circuit de Monaco nicht konkurrenzfähig.

Mittlerweile habe er den verpatzten Monaco-GP aber endgültig abgehakt: "Ich bin mir sicher, dass wird in Montreal wieder vorne dabei sind. Wir vergessen Monaco einfach und versuchen, unsere Lehren daraus zu ziehen."

Fürsprecher für Schumi

Auch Michael Schumacher dürfte nicht allzu gern an Monte Carlo zurück denken. Nachdem er bereits früh im rennen viele Plätze eingebüßt hatte, musste er seinen Boliden in der 32 Runde wegen eines Feuers in der Airbox abstellen.

Nun durfte sich Schumi allerdings über einen bedeutenden Fürsprecher freuen. Trotz der bisher enttäuschenden Ergebnisse und der Kritik der vergangenen Wochen stärkte Konzernchef Dieter Zetsche dem Rekord-Weltmeister demonstrativ den Rücken. (Haug verteidigt Schumi: Podium ist drin)

"Wir haben ihm im letzten Jahr keinen guten Rennwagen zur Verfügung gestellt. Deshalb war es für Michael Schumacher schwer, wieder in die Formel 1 zurück zu finden und sich zu beweisen", sagte der Mercedes-Boss der "Bild".

Der Aufschwung sei trotz der augenblicklichen Probleme nicht mehr fern, betonte Zetsche: "Ich denke, wir werden dieses Jahr noch positive Überraschungen sehen."

Vielleicht zählt dazu ja auch die Verlängerung mit Rosberg.

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