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Auf den Spuren des Rekordweltmeister Schumacher (l.): Sebastian Vettel (r.) © getty

Kollegen und Ex-Kollegen sind im Vettel-Fieber. Vor allem die Bodenständigkeit des Weltmeisters beeindruckt Bierhoff und Co.

Montreal - Die Formel 1 blickt ehrfurchtsvoll zu ihrem Dominator auf, doch auch die deutsche Sport-Prominenz ist im Vettel-Fieber.

"Deutschlands schnellster Botschafter", "sensationell", oder einfach nur "ganz normal" - in einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes stimmen DOSB-Präsident Thomas Bach, Fußball-Bundestrainer Joachim Löw oder Turn-Weltmeister Fabian Hambüchen Lobeshymnen auf Sebastian Vettel an.

"Sebastian Vettel ist einer der schnellsten Botschafter Deutschlands und ein großer Sympathieträger für den gesamten deutschen Sport", sagt Bach, als Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Für Löw sind neben Vettels Leistung vor allem "seine Persönlichkeit und seine Ausstrahlung überragend". (DATENCENTER: WM-Stand)

"Locker und nicht abgehoben"

Am meisten beeindruckt die Stars aus anderen Sportarten aber, dass Vettel, der am Sonntag in Montreal (1. Training, Do., ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) im siebten Rennen seinen sechsten Sieg anpeilt, nicht nur mit seinem Red-Bull-Boliden auf der Strecke eine unglaubliche Bodenhaftung hat.

"Ich habe ihn mal bei der Verleihung zum Sportler des Jahres getroffen, da war er mir sehr sympathisch. Ich finde es sehr angenehm, wenn man trotz des großen Erfolges nicht abhebt", sagt Lena Schöneborn, Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf.

Auch Manuel Machata hat den Heppenheimer "als einen relativ lockeren Kerl kennengelernt, der nicht abgehoben ist. Der gefällt mir, eine gute Mischung."

Vettel ist dem Druck gewachsen

Der Bob-Weltmeister und Weltcupsieger versucht, sich "alle seine Rennen reinzuziehen und mir für meine eigenen Rennen etwas abzugucken".

Oliver Bierhoff beeindruckt vor allem Vettels Kontinuität und Abgeklärtheit. Wenn man einmal gewänne, sei das nicht so schwer, meinte der Nationalmannschafts-Manager: "Das zu bestätigen, ist aber unheimlich schwierig."

Und weiter: "Es gibt viele Sportarten, die davon leben, dass Deutsche im Mittelpunkt stehen: Dirk Nowitzki im Basketball, Martin Kaymer im Golf oder eben Sebastian Vettel in der Formel 1. Er macht immer einen lockeren Eindruck, obwohl die Herausforderung nicht kleiner wird."

[kaltura id="0_ag4vs6sj" class="full_size" title="Eine Runde mit Vettel in Kanada"]

Hambüchen kann es nachempfinden

Auch Deutschlands erfolgreiche Turner sind Vettel-Fans, wobei Fabian Hambüchen sich gut in den 23-Jährigen hineinversetzen kann. (DATENCENTER: Der Rennkalender 2011)

"Ich weiß, wie schwer es sein kann, in jungen Jahren mit diesem Druck umzugehen, und finde seine Siegesserie sensationell", sagte er.

Für Europameister Philipp Boy ist Vettel "ein richtig guter Typ, dem der Hype, der um ihn gemacht wird, nichts ausmacht. Ich hoffe, er bleibt weiter erfolgreich und dabei normal."

"Als Typ sensationell"

Der frühere Schwimmstar Franziska van Almsick findet Vettel einfach "als Typ sensationell". Diskus-Weltmeister Robert Harting hat "Respekt vor der Leistung", kritisiert allerdings die "Steuerflucht" des Wahl-Schweizers.

Vettels Lockerheit fasziniert auch Ex-Skispringer Sven Hannawald. "Ich bin erstaunt, wie er in die ganze Sache reingewachsen ist und wie souverän er heute ist. Er kann seine Leistung auf den Punkt abrufen, wenn es darauf ankommt", sagt Hannawald, der in seiner zweiten Karriere als Rennfahrer quasi Vettels Kollege ist.

Die Formel-1-Konkurrenten sind ebenfalls voll des Lobes.

Lob der Kollegen

"Sebastian macht das genau richtig: Er geht seinen Weg und lässt sich nicht beirren. Das macht ihn so stark", sagt Rekordweltmeister Michael Schumacher.

Für Nico Rosberg ist Vettel "ein super Fahrer, und er hat gerade einen tollen Lauf. Da passt einfach alles zusammen."

Mercedes-Sportchef Norbert Haug meint: "Sebastian sitzt im momentan besten Auto, eingesetzt vom momentan besten Team, gefahren von ihm, dem momentan besten Fahrer. Und er hat auch das Glück, das nur der Tüchtige hat und verdient."

Bradl glaubt an Vettels Titel

Für Motorrad-Pilot Stefan Bradl, mit drei Siegen in fünf Rennen derzeit der "Zweirad-Vettel", ist dem Heppenheimer der zweite WM-Titel kaum noch zu nehmen.

"Ich denke, dass der Weltmeister 2011 Sebastian Vettel heißen wird, weil das Paket im Moment einfach top ist. Und auch in Zukunft wird er vorne dabei sein, denn fahrerisch ist er einer der Besten", sagte Bradl.

Auch für den früheren Formel-1-Vizeweltmeister Heinz-Harald Frentzen ist die Frage "nicht ob, sondern wann er sich die WM sichert."

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