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Sebastian Vettel gab 2007 sein Formel-1-Debüt in den USA © getty

Der Champion gibt Einblicke in sein Privatleben, das er strikt vom Beruflichen trennt. Als Teamkollegen will er Dirkules.

Montreal - Mal Drecksack, mal Gemüsebauer und Nowitzki als Wunschpartner: Sebastian Vettel hat am Rande des Großen Preises von Kanada in Montreal (So., ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) einen kleinen Einblick in sein Leben in und neben der Formel 1 gegeben.

Denn diese beiden Bereiche trennt der Weltmeister ganz genau.

"Ich muss natürlich auf der Rennstrecke, salopp gesagt, ein Drecksack sein, du brauchst da einfach diesen Killerinstinkt.

Wenn du zu freundlich bist, rauschen die anderen nur noch so an dir vorbei. Doch es gibt keinen Grund dafür, dass du nach dem Rennen auch ein Arsch sein musst", sagte Vettel in einem Interview mit der "Bild am Sonntag".

Angeborener Ehrgeiz

Antrainieren musste sich Vettel den Killerinstinkt für die Rennen aber nicht, wie er beteuert.

"Das kommt mit dem Ehrgeiz. Die Frage ist: Wie sehr willst du gewinnen? Wie gut verkraftest du, wenn du verlierst? Ich ärgere mich sogar, wenn ich gegen Tommi, meinen Physio, beim Tennis verliere. Manche Leute haben nicht diesen Antrieb. Ich habe ihn", sagte der 23-Jährige.

Und der hat ihn im vorigen Jahr als jüngsten Fahrer der Formel-1-Geschichte auf den WM-Thron geführt. Eine Erfahrung, die ihn noch stärker gemacht hat (417230DIASHOW: Das Qualifying).

"Es macht schon was aus. Zu wissen, ich habe das geschafft, ich bin gut genug, ich kann es, das ist das beste Gefühl. Und diese Gewissheit setzt noch mal etwas in mir frei", erklärte er.

[kaltura id="0_ag4vs6sj" class="full_size" title="Eine Runde mit Vettel in Kanada"]

Gemüsebauer Vettel

Erholen kann sich Vettel, der durch die Formel 1 ständig unterwegs ist und die ganze Welt sieht, am besten "zu Hause. Wenn du viel auf Achse bist, dann lernst du es viel besser schätzen."

"Ich habe jetzt angefangen, ein bisschen Gemüse anzubauen daheim. Das entspannt mich. Normalerweise ist der Montag nach einem Rennen komplett frei, da ist das Handy aus, da kann mich niemand erreichen. Ich brauche manchmal eine Vollbremsung für meinen Kopf, um wieder Kraft zu tanken", so Vettel weiter.

Drei Tage frei pro Saison

Viel mehr Auszeiten gönnt sich Vettel jedoch nicht (DATENCENTER: Die Startaufstellung in Kanada).

"Jeder Fahrer kann selbst aussuchen, wie viel Zeit er investiert, um noch besser zu werden im Simulator, in der Fabrik oder beim Training. Im gesamten Mai, das weiß ich zufällig, hatte ich zweieinhalb Tage frei. Maximal gibt es in der Saison mal drei Tage am Stück, an denen ich wirklich nichts mache", erklärte er:

"Aber ich beschwere mich natürlich nicht. Ich bin einer von 24 Auserwählten hier."

Webber will bei Red Bull bleiben

Ein anderer "Auserwählter" ist Vettels Teamkollege Mark Webber. Mark Webber würde gerne auch noch 2012 bei Red Bull Teamkollege von Sebastian Vettel bleiben.

Der Australier hat bei Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach einer Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrages gefragt und vom Briten keine kategorische Absage erhalten.

"Mark ist ein sehr beliebtes Mitglied unseres Teams. Er hatte zuletzt ein paar Probleme mit seinen Reifen, aber arbeitet hart, sie zu lösen. Er hatte seine erste Pole Position in diesem Jahr in Barcelona und den besten Saisonstart seiner Formel-1-Karriere", so Horner.

"Wenn die Zeit gekommen ist, etwas später im Sommer, werden über nächstes Jahr zu sprechen", meinte Horner weiter.

Vettel bevorzugt Nowitzki

Vettel hat indes mit einem Augenzwinkern verraten, wer sein eigentlicher Wunschpartner wäre: Basketball-Superstar Dirk Nowitzki.

"Der ist so groß, der passt nicht mal ins Auto rein. Dann hätte ich da schon mal einen Gegner weniger", sagte Vettel scherzhaft.

Vettel wünscht sich ernsthaft von einem Teamkollegen lediglich zwei Dinge. "Respekt und Ehrlichkeit. Alles andere ist mir egal", erklärte der 23-Jährige.

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