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Adrian Sutil muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten © imago

Adrian Sutil reagiert gelassen auf die Strafanzeige von Renault-Miteigner Lux. Ob es zu einer Verhandlung kommt, ist unklar.

Valencia - Adrian Sutil nahm die Meldung von der offenbar eingegangenen Strafanzeige gelassen auf, seinem Manager wäre eine gerichtliche Auseinandersetzung "sogar ganz recht":

Die kuriose Affäre um den deutschen Formel-1-Piloten Sutil und den Luxemburger Geschäftsmann Eric Lux wird immer undurchsichtiger. (BERICHT: Sutil versus Lux)

Der von Sutil nach eigenen Angaben "absolut unabsichtlich" mit einem Champagner-Glas am Hals verletzte Geschäftsführer des Rennstalls Lotus Renault hat nun offenbar doch Strafanzeige eingericht.

"Es ist eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Herrn Sutil anhängig", bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Sutil bleibt gelassen

Damit wäre die Anzeige fast zehn Wochen nach dem Vorfall eingegangen und immerhin fünf Wochen, nachdem Lux sie öffentlich angekündigt hatte.

"Mir geht's gut, ich kann mich auf meinen Job konzentrieren. Ich war darauf vorbereitet, dass irgendwas kommt, es war nur komisch, dass es so lange gedauert hat", sagte Sutil denn auch. (Sutil: Noch keine Anzeige)

Er selbst wusste vom Eingang der Anzeige am Donnerstagmittag allerdings "nur aus der Zeitung".

"Was soll mir passieren?"

Sorgen, sein Cockpit bei Force India zu verlieren, hat der 28-Jährige offenbar nicht.

"Was soll mir passieren? Warum sollte ich meinen Platz verlieren? Das ist eine private Angelegenheit, und das Fahren ist mein Job", sagte er vor dem Rennen in Valencia am Wochenende (1.Training, Fr., ab 10 Uhr im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

Angst scheint Sutil vor einer möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung auch nicht zu haben: "Wir wollen die Wahrheit, absolut. Ich hoffe, sie wird bald ans Licht kommen. Ich bin bereit, mich zu verteidigen."

Zimmermann zuversichtlich

Sutils Manager Manfred Zimmermann reagierte ebenfalls gelassen, ja fast schon ein Stück weit erleichtert auf die neue Entwicklung.

"Es ist uns sogar ganz recht, dass es nun vielleicht vor Gericht geht. Denn sonst bleibt ja doch vielleicht etwas am Adrian hängen", sagte er der "FAZ": "Wir sind überzeugt, dass ein Gericht zu der Auffassung kommen wird, dass es kein Angriff von Adrian war, kein Schlag oder etwas Ähnliches."

Der Vorfall hatte sich am 17. April in einer Diskothek in Schanghai ereignet.

Am 16. Mai hatte Lux, der mit 24 Stichen genäht werden musste, schriftlich mitgeteilt, Anzeige wegen "eines tätlichen Angriffs und schwerer Körperverletzung" zu erstatten.

Lux nicht zur Schlichtung bereit

Einen Schlichtungsversuch von Lux habe es seitdem nicht gegeben, erklärte Zimmermann.

Nach Angaben Sutils sei der Luxemburger einer Klärung sogar aus dem Weg gegangen.

"Wir haben seitdem noch nie miteinander gesprochen. Das ist lustig, weil wir im Fahrerlager sehr nahe beieinander sind", sagte er: "Ich habe desöfteren probiert, mit ihm zu reden, aber das hat nicht funktioniert."

Kommt es zur Anklage?

Ob es wirklich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, ist aber offen.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun erst einmal, ob sie zuständig ist. Sutil stammt zwar aus Gräfeling bei München, lebt aber inzwischen in der Schweiz.

Anschließend untersucht sie nach "FAZ"-Angaben, ob ein Anfangsverdacht vorliegt. Werde dieser bestätigt, folge ein Ermittlungsverfahren, an dessen Ende bewertet werde, ob Anklage erhoben wird.

Ecclestone stützt Sutil

Force-India-Besitzer Vijay Mallya hatte schon vor Wochen erklärt, er wolle erst eingreifen, wenn ein Schuldspruch vorläge.

Der Automobil-Weltverband FIA hatte bisher ebenfalls nicht öffentlich reagiert.

Promoter Bernie Ecclestone steht in engem Kontakt zu Sutil, soll diesem aber bisher angeblich den Rücken gestärkt haben.

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