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McLaren-Pilot Lewis Hamilton konnte in seiner bisherigen Karriere 15 Rennen gewinnen © getty

Nach dem Europa-GP ist die Enttäuschung bei Hamilton und Button gewaltig. Beim Heimrennen wollen sie in die Erfolgsspur zurück.

Von Olaf Mehlhose

München - Die Enttäuschung scheint überwunden.

Nach seinem vierten Platz beim Europa-Grand-Prix ( Bericht) hatte Lewis Hamilton noch die angeblich ängstliche Strategie seines Teams kritisiert und Weltmeister Sebastian Vettel vorzeitig zur Titelverteidigung gratuliert.

Die Aussichten für den England-GP seien aufgrund des Zwischengas-Verbots sogar "noch schlechter", unkte der Brite.

Doch mit ein paar Tagen Abstand beurteilt der 26-Jährige die Situation deutlich zuversichtlicher. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Hamilton stellt klar, dass er die WM keineswegs abgeschrieben habe und weiterhin alles dafür geben werde, das selbstgesteckte Saisonziel zu erreichen.

"Erster und Zweiter"

Den Anfang will er am kommenden Rennwochenende in Silverstone machen. Der Brite brennt darauf, sich zum zweiten Mal nach 2008 bei seinem Heim-Grand-Prix die Krone aufzusetzen.

Am besten würde ihm ein McLaren-Doppelerfolg schmecken.

"Wir wollen Erster und Zweiter werden - für den britischen Sport und die Fans wäre das eine großartige Sache", sagt der WM-Vierte: "Ich weiß, dass es schwierig wird, aber nichts ist unmöglich."

Durchhalteparolen von Hamilton

Diese Devise gilt nun offenbar auch wieder für die Fahrer-Weltmeisterschaft.

Den 89-Punkte-Rückstand auf Vettel noch aufzuholen, traut sich Hamilton jedenfalls zu: "Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist. Wir haben nicht einmal die Hälfte der Saison hinter uns. Wenn wir von nun an alle Rennen gewinnen, kann ich immer noch Weltmeister werden - auch wenn die Lücke schon sehr groß ist."

Button fordert Updates

Sehr groß war in Valencia auch der Abstand von Jenson Button, der von KERS-Problemen gehandicapt rund eine Minute nach Vettel die Ziellinie passierte und nur Sechster wurde.

Genauso wie sein Teamkollege war auch der Weltmeister von 2009 merklich angefressen Er befürchte eine" Schande im Heimrennen" hatte der 30-Jährige später zu Protokoll gegeben. (STIMMEN: "Ich bin rückwärts gefahren")

Für das Rennen vor heimischer Kulisse forderte er vehement Updates am MP4-26 ein.

"Ich weiß, dass einige neue Teile kommen werden, aber wir brauchen mehr. Wir müssen mehr riskieren, Ferrari ist bereits vor uns und Red Bull ist meilenweit weg", sagte Button dem "Telegraph".

"Eine gute Show abliefern"

Doch auch beim zehnmaligen Grand-Prix-Gewinner war der Frust trotz der offenbar schlechten Aussichten für Silverstone nur von kurzer Dauer.

"Wir wollen den britischen Fans eine gute Show abliefern. Darum waren wir nach dem letzten Rennen etwas negativ gestimmt", erklärt Button: "Der Grand Prix von Großbritannien ist für uns sehr aufregend. Wir wollen dort unbedingt gut abschneiden."

Was bringt der Heckflügel?

Dafür müssten die beiden McLaren-Piloten jedoch in einem konkurrenzfähigen Auto sitzen - auch in diesem Punkt ist der WM-Zweite nun optimistisch: "Aus derzeitiger Sicht haben wir in Silverstone ein paar Verbesserungen."

Die Hoffnugen des McLaren-Stars ruhen vor allem aus dem von Teamchef Martin Whitmarsh angekündigten neuen Heckflügel, der den Abtrieb generieren soll, der durch das Zwischengas-Verbot verloren geht.

"Ich weiß nicht, ob es dazu ausreicht Red Bull Paroli zu bieten und aufs Podium zu fahren, aber ich bin sicher, dass wir einen Schritt nach vorne machen werden", warnt Button aber vor zu hohen Erwartungen.

Motivation ungebrochen

Die höchsten Erwartungen dürfte allerdings er selbst haben: Immerhin glückte es dem 30-Jährigen in elf Anläufen noch nie, bei seinem Heimrennen unter die ersten drei zu fahren - selbst in seiner Weltmeistersaison hatte er wegen Reifenproblemen mit Platz sechs erstmals 2009 das Podium verpasst.

Die Motivation ist beim derzeitigen WM-Zweiten auf jeden Fall ungebrochen.

"Gerade vor deiner Heimkulisse willst du immer dein Bestes zeigen", sagt Button: "Ich erinnere mich an meine Ankunft im vergangenen Jahr - da war ein Meer von roten McLaren-Kappen, überall waren Union Jacks. Das war ein ganz besonderer Moment - sehr emotional."

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