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Nico Rosberg liegt in der aktuellen WM-Wertung auf dem siebten Platz © getty

Der Mercedes-Star steckt in der Zwickmühle: Er will mit Mercedes Siege einfahren - doch davon ist er im Moment weit entfernt.

Von Dustin Werk

München - Nico Rosberg ist in einer Zwickmühle.

Nach 97 erfolglosen Versuchen will der Mercedes-Star endlich seinen ersten Grand-Prix-Sieg einfahren.

Mit dem Leistungsvermögen seines MGP-W02 ist im Moment allerdings nicht einmal das Podium in Reichweite.

Aber um Plätze im Niemandsland zu fahren, ist mit Sicherheit nicht der Anspruch des 26-Jährigen, zumal seine fahrerische Klasse unbestritten ist.

Teamwechsel vorerst kein Thema

Dennoch: Ein Teamwechsel kommt für den Wiesbadener vorerst nicht in Frage.

"Fakt ist, dass ich gerne Rennen gewinnen will. Aber gleichzeitig fühle ich mich sehr wohl bei Mercedes", beschreibt der WM-Siebte sein Dilemma bei "autosport.com": "Im Moment bin ich bereit, Mercedes die Zeit zu geben, aber allzu weit möchte ich nicht in die Zukunft blicken."

Mit anderen Worten: Sollte Ross Brawn auch 2012 kein siegfähiges Auto bauen, wird Rosberg dem Team wohl spätestens 2013 den Rücken kehren.

Möglich macht dies eine Option in seinem Vertrag, nach der er den Rennstall verlassen kann, wenn die vereinbarten Ergebnisse ausbleiben.

Vom Team überzeugt

Im Moment verschwendet Rosberg aber offenbar noch nicht allzu viele Gedanken an einen Abschied.

Zu groß ist seine Überzeugung, dass er mit Mercedes den erhofften Erfolg haben kann: "Jeder kann davon überzeugt sein. Hallo? Wir haben Mercedes-Benz, wir haben Ross Brawn, Massen von anderen cleveren und kompetenten Leuten, die zusammen arbeiten. Und: Mercedes baut den Motor."

Doch Zeit und Geduld enden bekanntlich auch irgendwann.

"Das ist fantastisch"

Noch spielt dem Mercedes-Team das gute Arbeitsklima in die Karten: "Ich habe die Möglichkeit, dieses Team anzuführen. Das ist eindeutig ganz fantastisch. Ich würde nie sagen, dass ich mich unwohl dabei fühle", sagte Rosberg.

Auch das Projekt, das er von Anfang mitgestaltete, sei für ihn sehr reizvoll. Dennoch sei er Rennfahrer, und als solcher wolle er Rennen gewinnen.

"Ich würde nicht sagen, dass ich ungeduldig bin", stellte der Mercedes-Pilot klar: "Ich hoffe aber, dass der Erfolg bald kommt. Ich muss für mich selbst entscheiden, wie wahrscheinlich es ist, dass dieses Team bald Rennen gewinnt."

Top-Teams stehen bereit

Sollten die erwünschten Fortschritte ausbleiben, muss sich Rosberg jedenfalls keine Sorgen um ein Cockpit in einem Formel-1-Auto machen.

Mit McLaren, Ferrari und Red Bull stünden genau die drei Top-Teams bereit, die ihn im Moment auf der Strecke abhängen. Ob Jenson Button, Felipe Massa oder Mark Webber: Für alle drei wäre Rosberg ein mehr als geeigneter Nachfolger.

"Offensichtlich gibt es Interesse von anderen Top-Teams. Das ist ganz sicher eine gute Sache für meine Karriere. Aber das ist im Moment auch alles, mehr ist das nicht", schob er allen Wechsel-Spekulationen zunächst einen Riegel vor.

Vom Regen in die Traufe?

Rosbergs Vorsicht ist durchaus angebracht. Die Frage ist, wie er mit der Situation umgehen würde, der "Neue" im Team zu sein.

Denn: So reizvoll ein Wechsel sportlich auch wäre, bei keinem der Rennställe hätte er den Status inne, den er aktuell bei Mercedes hat. Sowohl Sebastian Vettel als auch Lewis Hamilton und Fernando Alonso sind in ihren Teams die dominanten Persönlichkeiten und würden ihren Nummer-eins-Status niemals freiwillig aufgeben.

Und Rosberg käme vermutlich vom Regen in die Traufe.

Da ist es sicherlich reizvoller, zu versuchen an der Seite von Michael Schumacher mit dem deutschen Auto-Riesen Mercedes Weltmeister zu werden.

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