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Lewis Hamilton bestritt bislang 79 Formel-1-Rennen © getty

Lewis Hamilton lässt vor dem Silverstone-Rennen Dampf ab und stichelt gegen Vettel. Wechselgerüchte erhalten neue Nahrung.

Von Andreas Kloo

München - Für McLaren steht der Höhepunkt des Jahres an, der Heim-Grand-Prix in Silverstone (Freies Training Fr, 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Doch die Stimmung bei Lewis Hamilton scheint auf dem Tiefpunkt.

Wieder einmal machen Berichte über Abwanderungsgedanken die Runde.

"Er ist bei McLaren sehr unglücklich. Wenn er könnte, würde er morgen schon weg sein", zitiert die australische Zeitung "Herald Sun" einen Insider.

"Dritter oder Vierter nicht gut genug"

Grund für Hamiltons Unzufriedenheit ist die sportliche Krise, in der sich er und sein Team befinden. Der Weltmeister von 2008 hat in der WM-Wertung bereits 89 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Sebastian Vettel.(DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Die nahezu aussichtslose Lage im Titelkampf frustriert Hamilton mächtig:"Es wäre extrem ätzend, wenn es bei einem WM-Titel bleiben sollte, extrem ätzend", sagte er dem "Daily Express" im Hinblick auf seine weitere Zukunft.

"Ich will gewinnen, ich bin hier, um zu gewinnen. Ein zweiter Platz fühlt sich nicht ganz so niederschmetternd an, aber Dritter oder Vierter sind nicht gut genug", unterstreicht der 26-Jährige seine hohen Ambitionen. (Hintergrund: Hamilton stellt McLaren bloß)

Ausstiegsklausel bei WM-Pleite?

Mit diesen Aussagen hält Hamilton die Spekulationen um einen Teamwechsel weiterhin am Leben. Sein Vertrag bei McLaren läuft Ende 2012 aus. Die "Daily Mail" berichtete zuletzt gar von einer Ausstiegsklausel in Hamiltons Vertrag für den Fall, dass er den WM-Titel verpassen würde.

Demnach könnte Hamilton bereits Ende dieser Saison das Team wechseln. (BERICHT: Hamilton ein Bulle?)

Gerüchte um einen Wechsel zu Vettels Red-Bull-Team kursieren ohnehin schon länger.

Anruf überrascht Horner

Hamilton ist daran nicht ganz unschuldig. Das vielbeachtete Treffen mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner am Rande des Kanada-Grand-Prix ging wohl von ihm selbst aus.

Die "Herald Sun" schilderte das vorangegangene Telefongespräch. Demnach soll eine Red-Bull-Angestellte bei Horner angerufen haben: "Ich habe Lewis am Telefon. Er möchte dich sprechen."

Horner wusste im ersten Moment gar nicht, wer gemeint sein könnte und entgegnete: "Lewis wer?". "Lewis Hamilton", musste die Mitarbeiterin Horner erst aufklären. "Was will er? Okay, sag ihm, er soll kommen", antwortete Horner.

"Nur eine Unterhaltung"

Hamiltons Berater spielte das Treffen allerdings herab: "Es wäre lächerlich für Lewis, zu Red Bull zu gehen und auf dem gerüchtereichsten Fleck der Formel 1 zu verhandeln. Es war nur eine Unterhaltung", erklärte Simon Fuller.

Dessen Firma "XIX Entertainment" dementierte jegliche Verhandlungen - sowohl mit Red Bull als auch mit McLaren: "Wir können kategorisch sagen, dass er im Moment mit niemandem über einen neuen Vertrag spricht."

Vertrauensvotum von Hamilton

Hamilton selbst findet potentielle Verhandlungen mit anderen Teams aber durchaus gerechtfertigt: "Du schaust dir immer alle Optionen an und stellst dir dann die Frage: Gibt es etwas Besseres?", beschrieb er seine momentanen Überlegungen. (Bericht: Befreiungsschlag im Heimrennen?)

Grundsätzlich sprach er seinen aktuellen Rennstall aber das Vertrauen aus. "Wer weiß, was das Reglement bewirkt, aber wir haben ein sehr starkes Team und Mercedes hat immer die besten Motoren."

Whitmarsh glaubt nicht an Abgang

McLarens Teamchef kann sich einen Fortgang Hamiltons nicht vorstellen: "Lewis liebt dieses Team und weiß, dass das Auto dazu in der Lage ist, Rennen zu gewinnen", sagte Martin Whitmarsh dem 'Independent'.

"Er ist in den letzten zehn Tagen mit mir hier gesessen und hat mir seine Leidenschaft und seinen Enthusiasmus dafür geschildert, weiterhin ein Teil dieses Teams zu bleiben", berichtete Whitmarsh weiter.

Stichelei gegen Vettel

Sollte Hamilton allerdings tatsächlich zu Red Bull wechseln, stehen dort wohl Zwistigkeiten mit Vettel bevor. (Hintergrund: Hamilton zu Red Bull? Vettel rümpft die Nase)

Den aktuellen Leistungen des Heppenheimers bringt der Brite nicht gerade viel Respekt entgegen. "Auf Pole-Position zu starten und dann Rennen zu gewinnen, ist nicht schwierig", wertete er die Erfolge Vettels ab.

"Von weiter hinten zu starten und dich nach vorne durchzukämpfen, ist viel, viel schwieriger", fügte er hinzu.

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