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Fernando Alonso (l.) und Jenson Button jagen Spitzenreiter Sebastian Vettel © getty

Vor dem Grand Prix von Großbritannien rätseln alle über das neue Zwischengas-Verbot. Ferrari und McLaren stehen unter Druck.

Von Barnabas Szöcs

München - Es wird kein gewöhnliches WM-Rennen, soviel steht fest.

Voller Spannung richten sich die Blicke nach Silverstone zum Grand Prix von Großbritannien (Freies Training Fr, 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) - und alle stellen sich die entscheidende Frage: Was wird das neue Zwischengas-Verbot der FIA in der Formel 1 verändern?

Dass sich etwas beim 9. Saisonlauf im Süden Englands verändern wird, ist allen Teams und Fahrern klar. Es könnte sogar zu einer enormen Verschiebung der Kräfteverhältnisse kommen. Ein Umstand, der besonders Weltmeister Sebastian Vettel und Red Bull beunruhigen dürfte.

McLaren optimistisch

Die abgehängte Konkurrenz hofft auf die Wende: "Das Wochenende wird sehr aufregend", prophezeit etwa McLarens Teamchef Martin Whitmarsh bei "Autosport": "Die neuen Beschränkungen beim Zwischengas und die erwarteten Auswirkungen auf die Leistungs-Rangorder stimmen mich optimistisch. Ich glaube, dass wir wettbewerbsfähig bleiben."

In der bisherigen Saison allerdings konnten die Briten kaum mit Red Bull Schritt halten, liefern sich mit Ferrari ein Teamduell um Platz zwei und wissen genau, dass das neue Reglement wohl ihre einzig verbliebene Chance ist, doch noch um den Titel mitzufahren (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Hamilton: "Es wird spannend"

Lewis Hamilton, nach dem vergangenen Rennen in Valencia ordentlich gefrustet (Hintergrund: Hamilton stellt McLaren bloß), hofft bei seinem Heimspiel sogar auf größere Auswirkungen für McLaren: "Wir sehen uns in Silverstone neuen, sehr starren Regeländerungen gegenüber. Natürlich werden sie alle Rennställe beeinflussen, doch es wird spannend zu sehen, ob sich die Kräfteverhältnisse verschieben werden."

Wie man auf der anspruchsvollen Strecke gewinnt, weiß Hamilton sehr gut. Im Jahr 2008 sicherte er sich "einen der süßesten Siege meiner gesamten Karriere" und machte im selben Jahr auch den WM-Titel klar (Bericht: Befreiungsschlag im Heimrennen?).

Button träumt vom Sieg

Teamkollege Jenson Button hingegen glaubt weiterhin an seinen ersten Erfolg vor heimischer Kulisse: "Ein Sieg bei meinem Heim-Rennen würde mir alles bedeuten, es ist mein Traum."

Sein bestes Ergebnis in Silverstone lautet bislang nur Platz 4.

Ferrari-Boss wütet

Ebenfalls große Hoffnungen auf einen erfreulichen Kurswechsel hat Ferrari (Bericht: Ferrari am Scheideweg - Rettet die Regel-Reform?).

Der scheint auch bitter nötig, besonders, nachdem Scuderia-Boss Luca di Montezemolo seinem Unmut über den Verlauf der bisherigen Saison freien Lauf ließ: "Es war ein enttäuschender Start in das Jahr, das hätte ich nicht erwartet", ärgert er sich in der "Gazzetta dello Sport": "Alle reden bereits über das Auto für die neue Saison, aber ich erwarte - in aller Deutlichkeit ? auch Siege in diesem Jahr."

Auch Newey rätselt

Den baldigen Erfolg der Roten aus Maranello hält sogar Red Bulls Technikchef Adrian Newey für möglich - dank des Zwischengas-Verbots: "Unterm Strich betrifft es alle. Man sagt, dass Ferrari möglicherweise mehr davon profitiert, weil man dort ein anderes System verwendet", mutmaßt der Brite.

Wie gravierend die Auswirkungen beim Rennen in Silverstone auf die einzelnen Teams sein werden, hat auch mit der Charakteristik der Strecke zu tun. Da sich das Zwischengas-Verbot weniger aufs harte Anbremsen auswirken wird - was beim schnellen Grand Prix von Großbritannien durchaus der Fall sein wird -, sind in Silverstone somit größere Effekte zu erwarten.

"Es wird alle Teams treffen"

Die Teams stochern daher noch im Dunkeln, können nur spekulieren und hoffen: "Das ist ein komplexes Thema und noch sehr schwierig zu beurteilen, doch die Auswirkungen werden alle Teams treffen", sagt Renault-Teamchef Eric Boullier und fügt an: "Fest steht, dass wird die Regeländerungen so gut wie möglich nutzen müssen."

Fest steht auch, dass die entscheidende Frage nach den Folgen des FIA-Entscheids bis zum Grand Prix bestehen bleibt.

Oder wie es Renaults Technikchef James Allison auf den Punkt bringt: "Alles wird sich in Silverstone herausstellen."

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