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Für Nico Rosberg verläuft die Saison 2011 im Mercedes-Cockpit enttäuschend. © getty

Der Mercedes-Pilot hadert vor Silverstone mit seiner Saison. Allerdings glaubt er gegenüber SPORT1 an eine wichtige Veränderung.

Von Barnabas Szöcs

München - 2011 ist bislang nicht das Jahr des Nico Rosberg.

In der Fahrerwertung rangiert der Mercedes-Pilot mit 32 Punkten lediglich auf dem siebten Platz, von seinem ersten Sieg in der Formel 1 scheint der 26-Jährige entfernter denn je (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Die Enttäuschung über die gezeigten Leistungen bleiben nicht verborgen: "Ich bin nicht dort, wo ich es erwartet habe, das ist klar", so Rosberg gegenüber der "BBC":

"Eigentlich bin ich sehr entfernt. Es war bisher eine schwere Saison für mich und das gesamte Team."

Natürlich weiß der Sohn des finnischen Weltmeisters von 1982, Keke Rosberg, dass man Mitten in der Saison kaum noch großartige Veränderungen am Boliden unternehmen kann.

Zwischengasverbot sorgt für Hoffnung und Grübeln

Doch das kontrovers diskutierte Zwischengas-Verbot der FIA, welches bereits ab dem kommenden Wochenende in Silverstone (Freies Training Fr, 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Kraft tritt, sorgt für Hoffnung und Grübeln - auch bei Rosberg (Bericht: "'Neustart' oder zerfetzter Stohhalm?").

"Das ist sehr schwierig vorherzusagen", sagt der Wahl-Monegasse bei einer Telefonkonferenz auf Nachfrage von SPORT1: "Wir haben das Ganze bei Mercedes analysiert und müssen jetzt einfach abwarten.

Es wird alle in irgendeiner Form beeinträchtigen, allerdings kann man noch nicht sagen, in welcher." Nach kurzer Pause fügt er hinzu: "Wir jedenfalls sind zuversichtlich."

Rosberg steckt fest

Etwas anderes bleibt Rosberg auch kaum übrig. Ein Team-Wechsel zur kommenden Saison scheint aussichtlos, die Cockpits der drei Topteams Red Bull, Ferrari und McLaren sind auch für 2012 so gut wie fix.

Rosberg steckt fest. Seine Talente stehen außer Frage, doch sein Fahrzeug lässt ihn zwischenzeitlich verzweifeln. Nach acht Saisonrennen stehen zwei fünfte Plätze auf der Haben-Seite. Zu wenig für den 97-maligen Grand-Prix-Fahrer.

Aber die "Silberpfeile" um Teamchef Ross Brawn tüfteln bereits an einem gewinnbringenden Konzept, das schon bald für einen Stimmungsumschwung sorgen soll.

"In letzter Zeit habe ich mich oft mit Ross Brawn und Norbert Haug unterhalten", sagt Rosberg "Motorsport aktuell": "Sie haben einen klaren Plan, wie sie unser Team in Zukunft einen großen Schritt nach vorne bringen. Wir wollen die drei Top-Teams schon bald ein wenig ärgern. Deshalb bin ich für die nächsten paar Rennen zuversichtlich." (Hintergrund: Hamilton stellt McLaren bloß)

Haug dämpft Erwartungen

Rückstand aufholen statt Auto wechseln lautet Rosbergs Devise. Was sich die Mercedes-GP-Bosse allerdings genau ausgedacht haben, blieb ungenannt.

Höchstwahrscheinlich gehören das Zwischengas-Verbot und dessen Ausläufer nicht zum Plan von Brawn und Haug: "Ich wage die Prognose, dass sich das Leistungsbild nicht grundsätzlich verändern wird", dämpft Haug auf Nachfrage von SPORT1 die Erwartungen: "Denn jeder hat an dem System gearbeitet, zumindest bei den Topteams." (Bericht: Ferrari am Scheideweg - Rettet die Regel-Reform?)

Die wahren Unterschiede sieht Haug vielmehr bei der Entwicklung der Auspuffanlagen: Während einige dabei "mehr Erfolg" hatten, wie es Haug ausdrückte, waren andere "weniger" erfolgreich:

"Aber der vorher Erster war, wird nicht Dritter werden und umgekehrt." Ein Dämpfer für Rosbergs Hoffnungen, den wohl schon ein dritter Platz ordentlich freuen dürfte.

Top 3 scheint zu weit weg

Doch es scheint, dass Mercedes die komplexe Regeländerung nicht nutzen kann, um an die Top 3 heranzufahren.

"Das wird sicherlich - auch für uns - eine ganz schwierige Aufgabe, weil wir zu diesem neuen Auspuffsystem wechseln", hält sich Haug bedeckt: "Momentan sind das Team und Nico dabei, abzustimmen, wie wir in dieser Sache vorgehen werden. Wir werden Stück für Stück vorankommen."

So sieht es auch Rosberg, der sich trotz Haugs Erwartungsbremse an eine Zwischengas-Verbesserung klammert: "Es ist natürlich eine größere Änderung. Wir müssen auf viele neue Dinge achten und schauen, dass wir das bestmögliche herausholen."

Momentan bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als die Zukunftspläne des Teams mit Wort und Tat zu unterstützen.

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