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Jenson Button feierte beim Grand Prix von Kanada seinen bisher einzigen Saisonerfolg © getty

Jenson Button fährt einem großen Erfolg bei seinem Heimrennen hinterher. Diesmal hofft er auf die Unterstützung des Wetters.

Von Olaf Mehlhose

München - Bei seinem Heimrennen ist Jenson Button bisher nicht gerade vom Glück verfolgt gewesen.

Elf Mal ging der Champion von 2009 schon beim Großen Preis von Großbritannien (Freies Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) an den Start - fürs Podium hat es allerdings noch nie gereicht. (Bericht: Befreiungsschlag im Heimrennen?)

Selbst in seiner Weltmeistersaison belegte er nach Reifenproblemen nur Rang sechs und verpasste damit erstmals in der Saison einen Platz auf dem Podest.

Seine bisher beste Platzierung vor heimischer Kulisse sind zwei vierte Plätze, die er in den Jahren 2004 und 2010 herausfuhr.

Umso größer ist daher die Motivation in diesem Jahr endlich ein gutes Ergebnis abzuliefern.

"Ich war bisher nicht mal auf dem Podest, darum wäre das mein erstes Ziel", sagte Button: "Wir alle wollen Weltmeister werden, Monaco gewinnen und beim Heim-Grand-Prix erfolgreich sein. Letzteres ist mir noch nicht gelungen, dafür werde ich kämpfen."

Glück im Unglück

Doch es sah fast so aus, als sollte dem 31-Jährigen das Pech auch in diesem Jahr treu bleiben.

Rund eine Woche vor dem Rennen in Silverstone verletzte sich der Brite bei einem Jetski-Unfall am Knie. Der Vorfall ereignete sich, als er zusammen mit der "BBC" einen Vorbericht auf das Silverstone-Wochenende auf der Londoner Themse drehte.

Doch Button hatte Glück im Unglück: Sein Start beim Heimrennen war nie wirklich gefährdet.

[kaltura id="0_gy2fwvyj" class="full_size" title="Streckenvorstellung Silverstone"]

"Er hat beim Jetskiing einen leichten Schlag auf das Knie bekommen, aber für Silverstone gibt es kein Problem", verkündete ein McLaren-Sprecher bei "Motorsport-Total".

Button hofft auf Regen

Vielleicht hofft Button ja gerade deshalb darauf, dass ihm das Glück diesmal zur Seite steht.

Gerade das typisch britische Regenwetter könnte McLaren nach Meinung Buttons in die Hände spielen.

"In Sachen Geschwindigkeit und Rennergebnis würde uns Regen entgegen kommen", sagte der zehnmalige Grand-Prix-Siege: "Das Feld wird dadurch auf jeden Fall durcheinander gewürfelt. Außerdem läuft unser Wagen gut auf feuchter Strecke, das haben wir schon mehrere Male bewiesen."

Bei trockenen Verhältnissen rechnet er sich dagegen weniger Chancen aus: "Wenn man einen Blick auf unser Renntempo in Valencia wirft, muss man sagen, dass Red Bull meilenweit vor uns lag."

"Müssen das Auto verbessern"

Mit einem Einbruch des großen Konkurrenten rechnet Button ohnehin nicht, deshalb müssten die entscheidenden Impulse von den Silbernen kommen.

"Im Moment glaube ich, dass Red Bull das ganze Jahr schnell sein wird", stellte der Mc-Laren-Star klar: "Wir müssen unser Auto verbessern. Es geht nicht darum, dass sie sich nicht verbessern, sondern wir müssen uns schneller steigern."

Riesen-Rückstand auf Vettel

Die Frage ist bloß, ob es mit einer bloßen Steigerung getan ist.

Um sein erklärtes Ziel - den Weltmeistertitel - noch zu erreichen, muss die Aufholjagd in Silverstone beginnen.

Doch selbst bei einem Sieg wäre sein Rückstand auf WM-Leader Sebastian Vettel immer noch beträchtlich, darüber ist sich auch Button im Klaren. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Es wird verdammt harte Arbeit, es sind 77 Punkte Rückstand", erläuterte der McLaren-Pilot. "Das sind drei Rennsiege, wenn Seb nicht ins Ziel kommt - und er hätte trotzdem immer noch zwei Punkte Vorsprung."

Hilft die Regel-Reform?

Der WM-Zweite hofft nun vor allem darauf, dass das Zwischengas-Verbot, das ab dem England-GP in Kraft tritt, seinem Team hilft, diesen Abstand zu verkürzen. (BERICHT: Wie schlimm wird die Regel-Reform)

Ob das Verbot des angeblasenen Diffusors allerdings ausreicht, um die Vormachtstellung von Red Bull zu brechen, darf bezweifelt werden.

Allerdings kündigte Button bereits an, dass McLaren zumindest alles versuchen werden, um einen weiteren Sieg Vettels zu verhindern: "Wir konnten die Red Bulls vier Mal fordern. Zwei Mal haben wir sie dabei geschlagen, zwei Mal hat es nicht gereicht. Es wird kein Spaziergang für Vettel."

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