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Mark Webber liegt in der WM 80 Punkte hinter Sebastian Vettel auf Rang zwei © getty

Mark Webber verteidigt sein Verhalten in Silverstone und äußert sich positiv zur Zukunft bei Red Bull. Die Entscheidung habe Zeit.

Von Julian Meißner

München - Mark Webber bereut nichts.

Nach den Turbulenzen von Silverstone hat der Australier sein umstrittenes Verhalten verteidigt und sich positiv zu seiner Zukunft im Red-Bull-Team geäußert.

"Es war natürlich eine schwierige Situation, aber ich fühle mich immer noch gut mit dem, was ich getan habe", schrieb Webber in seiner Kolumne für die "BBC".

Obwohl er in den letzten Runden des Großbritannien-GP seinen Teamkollegen Sebastian Vettel attackiert und damit jegliche Team-Anweisungen missachtet hatte, scheint eine Vertragsverlängerung über 2011 hinaus nur noch Formsache zu sein.

"Das Team und ich haben Zeit, eine Entscheidung zu treffen", so Webber: "Wir reden über eine Verlängerung, und es sieht gut aus. Was am Sonntag passiert ist, stellt meine Welt nicht auf den Kopf."

Mateschitz pro Webber

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hatte bereits am Mittwoch erklärt, Webber halten zu wollen (BERICHT: Machtwort von Mateschitz).

Teamchef Christian Horner kündigte eine Entscheidung im August an. Der Brite hatte Webber nach den Geschehnissen zum Vier-Augen-Gespräch gebeten und die Leviten gelesen.

"Mark trieb Sebastian ans äußerste Limit und brachte beide an zwei Stellen völlig sinnlos in Crash-Gefahr. Das geht nicht", erklärte Horner.

"Wir haben beide unsere Argumente vorgebracht, und ich denke, am Ende haben wir es aus beiden Perspektiven gesehen", so Webber.

Bewusste Zuwiderhandlung

"In so einer Situation prallen gegensätzliche Gefühle aufeinander", erklärte der 34-Jährige: "Du willst deine Position verbessern, egal, wer vor dir ist - besonders, wenn es jemand von Sebastians Format ist, an den man nur schwer herankommt."

Allerdings habe er natürlich gewusst, dass er gegen die "Wünsche des Teams" handelte.

"Der schlimmste Albtraum"

Normalerweise, so Webber, sollte jeder damit glücklich sein, wenn er als Rennfahrer versuche, eine Position gutzumachen.

"Das waren sie offensichtlich nicht. Nicht weil sie nicht wollten, dass ich Zweiter werde - sie wollten einfach nicht, dass wir kollidieren. Aus Teamsicht wäre das natürlich der schlimmste Albtraum gewesen", sagte Webber.

Er weiß, wovon er spricht: 2010 hatten er und Vettel in Istanbul durch eine Kollision einen sicheren Doppelsieg verschenkt und eine monatelange Diskussion über Sinn und Unsinn von Teamorder ausgelöst.

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