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McLaren-Teamchef Whitmarsh (l.) mit Schützling und Pilot Hamilton © getty

Die Kritik am Briten habe sich verselbstständigt, meint der McLaren-Teamchef. Zufrieden ist er mit der bisherigen Saison aber nicht.

Von Björn Seitner

München - Wenn über Lewis Hamilton in dieser Saison berichtet wurde, dann weniger über seine herausragenden Leistungen auf der Strecke.

Nur drei Mal stand der McLaren-Pilot auf dem Podium. Bei den Rennkommissaren war er dagegen schon fünf Mal - innerhalb der ersten sechs Rennen (BERICHT: Hamilton "wollte lustig sein").

Hamilton produzierte in dieser Saison vor allem ein Rambo-Image, sowie beim Rennen in Monaco in dem er gleich mit zwei Konkurrenten aneinandergeriet und zwei Strafen kassierte.

Sein Teamchef Martin Whitmarsh nimmt den 26-Jährigen nun in Schutz: "Wenn die Kritiker erst einmal loslegen, ist das wie bei einem Schneeballeffekt."

Die Medien im Nacken

Es habe Hamilton fertig gemacht, dass er bisher nicht öfter auf dem Podium stand, erklärte Whitmarsh.

Nach ein paar Vorfällen saßen ihm die Medien dann im Nacken: "Er ist zu aggressiv, er ist zuviel von diesem und jenem - und dann haben ihn auch noch Niki Lauda und einige andere Leute kritisiert."

"Ich kenne Lewis seit er elf Jahre als ist. Er ist ein sehr ehrgeiziger Mensch und war vorher noch nie in dieser Situation, in der es mal nicht läuft", so Whitmarsh, der auch Vorsitzender der Fahrer-Vereinigung FOTA ist.

Unfaire Kritik

Die Kritik hält der 53-Jährige Brite teilweise für unfair, ist sich aber sicher, dass sich sein Pilot davon nicht beeinflussen lassen wird.

"Ich glaube, Lewis weiß, wie er damit umgehen muss. Er wird konzentriert weiter arbeiten, wieder Rennen gewinnen, und dann verstummt auch die Kritik", erklärte Whitmarsh.

Beim Grand Prix in Silverstone zeigte der Weltmeister von 2008 bereits wieder sein Sieger-Gen. Von Rang zehn im Qualifying fuhr er bis auf Platz vier im Rennen vor (BERICHT: Hammer-Rennen auf Sparflamme).

Vorteil für Red Bull

Doch selbst das kann nicht der Anspruch von McLaren sein (NEWS: Whitmarsh verteidigt sich).

Die zwei bisherigen Erfolge in dieser Saison seien absolut nicht zufriedenstellend, so Whitmarsh: "Sicherlich konnten wir großartige Siege einfahren, aber zwei Erfolge sind für McLaren niemals ausreichend. Wenn wir nicht gewinnen, dann ist es für uns eine harte Zeit" (DATEN: Die Team-Wertung).

Die angestrebte Perfektion hat der MP4-26 nicht erreicht. Vor allem beim Auspuffsystem und dem Diffusor habe der Red Bull noch einen Vorteil.

"Dieses Entwicklungsrennen ist eine Never-Ending-Story", so Whitmarsh.

Ihr nächstes Kapitel wird beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring aufgeschlagen.

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