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Lewis Hamilton feierte auf dem Nürburgring seinen 16. Sieg in der Formel 1 © dpa Picture Alliance

Hamilton und McLaren widerlegen mit dem Sieg beim Deutschland-GP ihre Kritiker. Nach Rambo-Tagen fährt der Brite fehlerfrei.

Von Rainer Nachtwey

München/Nürburgring - Lewis Hamilton rennt los und springt in die ausgestreckten Arme seiner Mechaniker. (433842DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Der McLaren-Pilot genießt den Jubel um seine Person.

Zu präsent sind noch die Erinnerungen an die Vorwochen, als die Kritiker auf ihn eingeprügelt und ihn als "Kamikaze-Lewis" betitelt hatten.

Mit seiner beeindruckenden Vorstellung inklusive dem zweiten Saisonsieg beim Deutschland-GP am Nürburgring (Bericht) widerlegte der Brite jedoch seine Kritiker.

"Gezwungen, keine Fehler zu machen"

Platz zwei im Qualifying, Sieg, schnellste Rennrunde, den Hattrick nur knapp verfehlt ? und das, obwohl kaum ein Experte in der Eifel mit McLaren gerechnet hatte. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

"Ein Sieg ist immer etwas Besonderes, aber nach diesem emotionalen Tag ist der Triumph heute schon sehr speziell. Durch den Dreikampf an der Spitze war ich gezwungen, keinen Fehler zu machen und ich glaube, ich bin noch nie so präzise gefahren", sagte Hamilton.

Die Konkurrenten patzen

Zumal er als einziger der Top-Vier-Fahrer fehlerfrei fuhr. Mark Webber verspielte seine Pole Position am Start, Fernando Alonso rutschte in der zweiten Runde von der Strecke und Sebastian Vettel drehte sich, als er auf die rutschige Begrenzungslinie kam.

Großes Lob erhielt Hamilton von Teamchef Martin Whitmarsh: "Er hatte schon eine klasse Qualifikation hingelegt, doch im Rennen legte er noch einmal eine Schippe drauf." (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

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Schwankende Leistungen

Doch so großartig Hamiltons Leistungen am Nürburgring waren, so schwankend sind sie auch über die letzten Rennen.

In Monte Carlo schoss er Felipe Massa und Pastor Maldonado ab, beim Kanada-GP bugsierte er erst Webber und anschließend Teamkollege Jenson Button von der Strecke, ehe er mit einem Defekt ausschied.

Den Europa-Grand-Prix in Valencia umschrieb er nur als "das wahrscheinlich schlechteste Wochenende meiner Karriere" - trotz Platz sechs.

Traumrunde im Qualifying

Am Nürburgring zeigte er bereits am Samstag im Qualifying, was für ihn möglich ist. "Die Runde war erstaunlich. Perfekter hätte ich es nicht hinkriegen können. Es war eine meiner besten Runden in einem Rennauto", schwärmte der Weltmeister von 2008.

Im Rennen ließ er ein beeindruckendes Überholmanöver gegen Alonso folgen, als er außenherum am Doppel-Weltmeister von 2005 und 2006 vorbeizog. (STIMMEN: Alonso "extrem happy")

"Ich habe schon die ganze Gerade hinweg geschaut, wo er rauskommt, und es sah so aus, als wäre er weit weg", schilderte Hamilton den Vorgang nach Alonsos Boxenstopp in Runde 33.

"Als wir bremsten, kamen wir uns ganz nahe, und er versuchte dann natürlich so schnell wie möglich wegzukommen. Aber in Kurve drei war ich dran, hatte den Grip und ging vorbei."

Schnellste Runde auf den letzen Drücker

Es war der Schlüssel zum Erfolg, denn anschließend baute er den Vorsprung vor dem letzten Halt aus. Mit den harten Reifen unterstrich er sein Können mit der schnellsten Rennrunde im vorletzten Umlauf.

Mit den 25 Punkten für den Sieg sieht sich Hamilton im Kampf um den Titel wieder zurück, auch wenn es "sehr, sehr, sehr schwer" wird.

"Aber wir sind wieder dabei, und ich hoffe, wir können unseren Schwung mitnehmen."

Hamilton in der Bringschuld

Hamilton sieht sich selbst nach den Aussetzern in der jüngsten Vergangenheit weiterhin in der Bringschuld. "Es wird darauf ankommen, dass ich konstante Leistungen bringe", mahnte er im Hinblick auf den Ungarn-GP am kommenden Wochenende.

Mit großen Ankündigungen hielt sich Hamilton zurück. Zumal er für Budapest ähnliche Bedingungen erwartet wie in Valencia.

"Das nächste Rennen kann schon wieder in einem Desaster enden. Es wird wohl wieder ein Hitzerennen werden", prognostizierte Hamilton, "daher halte ich lieber mal meinen Mund und lass die Leistung sprechen."

Am Nürburgring gelang ihm das ausgezeichnet.

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