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Alonso verlor im letzten Jahr den Titel in einem dramatischen Finale an Vettel © getty

Nach Problemen zu Saisonbeginn sieht sich der Ferrari-Pilot jetzt auf Augenhöhe mit Red Bull und bläst zur Attacke auf Vettel.

Von Tobias Wiltschek

München - Die Parallelen sind verblüffend.

Wie in der vergangenen Saison hatte Fernando Alonso auch in diesem Jahr viele Probleme im ersten Saisondrittel.

Nur zwei Podiumsplatzierungen sprangen für den Ferrari-Piloten jeweils in den ersten sechs Rennen heraus (DATENCENTER: Der Rennkalender). Dann aber steigerte sich der Spanier. Im letzten Jahr wäre dabei beinahe noch der WM-Titel herausgesprungen.

Rückstand auf Vettel

Und in dieser Saison?

Trotz der enormen Konstanz in den vergangenen Rennen mit einem Sieg und zwei zweiten Plätzen will der Weltmeister von 2005 und 2006 noch nicht vom möglichen WM-Titel sprechen. Stolze 86 Punkte beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Sebastian Vettel (DATENCENTER: Der WM-Stand).

"Probleme mit dem Windkanal"

"Es fällt schwer zu glauben, dass jemand die Lücke zu Sebastian schließen kann", meint Alonso, der am kommenden Freitag seinen 30. Geburtstag feiert. Die Gründe für den großen Abstand sind ihm bewusst:

"Wir hatten im Winter Probleme mit dem Windkanal, die uns bei den ersten Rennen eingebremst haben. Wir haben dadurch viele Punkte am Saisonbeginn verloren."

Seit seinem Ausfall in Montreal aber bläst er zur Aufholjagd. "In den vergangenen drei Rennen holte er mehr Punkte als jeder andere Fahrer im Starterfeld", rechnet Teamchef Stefano Domenicali vor. In den letzten beiden Rennen machte Alonso immerhin 13 Zähler auf Vettel gut.

Auto wird immer zuverlässiger

Neben den fahrerischen Fähigkeiten des Asturiers sorgte dafür auch das immer zuverlässiger funktionierende Auto.

"Konstant Erster und Zweiter auf drei ganz unterschiedlichen Strecken bei ganz unterschiedlichen Temperaturen - das bringt uns in eine gute Position", frohlockt der zweimalige Weltmeister (BERICHT: Alonso ist "extrem happy").

Außerdem könne in der Formel 1 alles passieren.

Griff in die Psycho-Trickkiste

Und Alonso wäre nicht Alonso, wenn er nicht auch in die psychologische Trickkiste greifen würde. Schon nach dem Qualifying beim Grand Prix von Deutschland meinte der Ferrari-Star: "Am Anfang waren die Red Bulls bei manchem Rennen eine Sekunde vor uns. Jetzt sind es nur Zehntelsekunden."

Das erhöhe den Druck. Und mit dem steige die Fehlerquote. Im Rennen ging Alonso dann überraschend locker an Vettel vorbei und ließ im Ziel auch noch dessen Teamkollegen Mark Webber hinter sich (433842DIASHOW: Bilder des Rennens).

Webber fürchtet Alonso

Bei dem Australier scheint die Psycho-Attacke bereits Spuren hinterlassen zu haben. "Fernando ist ein weiser, alter Fuchs", schrieb er in seiner Kolumne für die "BBC". Besonders in Ungarn müsse man mit Alonso rechnen, befürchtet Webber, der als Zweiter nur noch neun Punkte Vorsprung auf den viertplatzierten Spanier hat.

Bis zum Großen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring (Training, Fr. ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) wird die Scuderia hauptsächlich daran arbeiten, ihre verbliebene Schwachstelle am Auto noch zu beheben.

Probleme mit den Reifen

Die roten Renner seien zwar relativ sanft zu den Reifen, so Domenicali. "Dafür ist es für uns aber schwieriger, die Pneus auf die ideale Temperatur zu bringen. Wir müssen jetzt einfach einen Kompromiss zwischen diesen beiden Aufgaben finden."

Sollte auch das noch gelingen, könnte Alonso tatsächlich noch einmal in den Titelkampf eingreifen.

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