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Nick Heidfeld wechselte 2010 von Sauber zu Lotus Renault © getty

Die harte Kritik aus dem eigenen Team scheint bei "Quick Nick" ein Umdenken auszulösen. Er denkt an einen Wechsel.

Von Tobias Wiltschek

München - Nick Heidfeld hat eine schwere Woche hinter sich.

Erst das frühe Aus auf dem Nürburgring, dann die die Ausbootung für das Training beim Ungarn-GP (Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) und nun auch noch die scharfe Kritik aus dem eigenen Rennstall, der nur eine Schlussfolgerung nahelegt:

Lotus Renault will in Zukunft offenbar auf die Dienste des Mönchengladbachers verzichten. Darauf deuten die Aussagen von Teamchef Eric Bouiller und eines weiteren ranghohen Teammitglieds hin.

Heifdeld sucht Aussprache

"Er ist ganz sicher eine Enttäuschung, weil er im Team keine Führungsrolle übernommen hat und die Geschicke der Crew nicht leitet", machte der Teamchef bei "sports.fr" seinem Unmut über "Quick Nick" Luft (NEWS: Harte Kritik an Heidfeld).

Der sucht daraufhin die Aussprache mit seinem Boss. "Ich habe mit ihm ausgemacht, dass wir am Freitag sprechen", sagte Heidfeld. "Es hört sich kritisch an. Aber bevor ich darauf antworte, möchte ich mit ihm selbst reden."

Er sei lange genug in der Formel 1, um zu wissen, dass nichts so heiß gegessen wie gekocht werde.

Grosjean als Ersatz

Nach Informationen des britischen Magazins "Autosport" überlegt Teamchef Eric Bouiller, den 34-Jährigen noch in dieser Saison durch Romain Grosjean zu ersetzen. Der Franzose bestritt bereits 2009 sieben Formel-1-Rennen, konnte sich damals in der Königsklasse des Motorsports aber zunächst nicht durchsetzen.

Mittlerweile ist er jedoch weiter gereift und führt die Wertung der Nachwuchsserie GP2 mit vier Rennsiegen souverän an. "Er befindet sich zweifellos auf meinem Radar", sagte Bouiller über den Renault-Testfahrer. "Er zeigt in der GP2 sehr gute Leistungen und beweist damit, dass er stark genug für die Formel 1 ist."

Einsatzchance in der Formel 1

Angeblich will der Teamchef seinem Landsmann gleich nach dem Ende der GP2-Saison am 11. September eine Einsatzchance in der Formel 1 geben. Danach stehen dort noch sechs Rennen an (DATENCENTER: Der Rennkalender) .

Streichkandidat Nummer eins wäre im Falle eines Grosjean-Einsatzes Nick Heidfeld. Denn während sein Teamkollege Witali Petrow die Gunst des Chefs genießt und einen Vertrag für 2012 bereits sicher hat, sieht sich der WM-Fünfte von 2007 nicht nur von Bouillier heftiger Kritik ausgesetzt.

"Nick verhaut Sektor im Qualifying"

"Es passiert immer wieder, dass Nick im Qualifying einen Sektor verhaut", sagte ein ranghoher Teamverantwortlicher in "Motorsport aktuell". Außerdem verrenne sich der Deutsche oft mit seinen Abstimmungsideen.

Zwar führt der Deutsche im teaminternen Wettbewerb gegen den Russen knapp mit 34:32 Punkten (DATENCENTER: Der WM-Stand). Doch im Qualifying verlor er gegen Petrow sieben von zehn Duellen.

Nicht mehr besser als Siebter

Seit seinem überraschenden dritten Platz beim zweiten GP des Jahres in Malaysia kam Heidfeld nicht mehr über Rang sieben hinaus und musste zweimal vorzeitig aufgeben; zuletzt auf dem Nürburgring, als er von Toro-Rosso-Pilot Sebastian Buemi von der Strecke geschossen wurde (433842DIASHOW: Bilder des Rennens).

Und für die nächste Saison ist er bei Renault wohl ohnehin nicht mehr im Gespräch. Denn die Rückkehr des verletzten Polen Robert Kubica wird nach den jüngsten Fortschritten bei der Genesung des Polen immer wahrscheinlicher.

Wechsel zur DTM?

Sollte Kubica tatsächlich in der kommenden Saison wieder in die Formel 1 zurückkehren, wäre das Gastspiel des Deutschen bei Renault nach nur einem Jahr definitiv wieder vorbei.

Für den Fall überlegt sich Heidfeld offenbar, die Serie zu wechseln und bei den Tourenwagen einzusteigen. Die Formel 1 sei zwar nach wie vor seine Priorität. Doch "mit bald drei Herstellern ist die DTM für mich deutlich vorstellbarer", meinte er.

Comeback des Ex-Arbeitgebers

Für zusätzlichen Anreiz könnte die Tatsache sorgen, dass es sich bei dem dritten Hersteller um seinen ehemaligen Arbeitgeber BMW handelt.

Eine Rückkehr ist derzeit nicht ausgeschlossen.

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