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Jenson Button feierte 2000 sein Formel 1-Debüt beim Williams-Team © getty

Jenson Button siegt trotz Irritationen um seine Gesundheit beim Ungarn-GP. Ein Unbekannter hatte zuvor seine Homepage gehackt.

Budapest - Der Tag begann mit einem Schock und endete mit einem Triumph.

Noch am Morgen hatten viele Fans Ex-Weltmeister Jenson Button nach einem makabren Hacker-Angriff auf seine Homepage in einem "kritischem Zustand" gewähnt, am Nachmittag feierte er putzmunter einen Jubiläumssieg. (Bericht: Button siegt vor Vettel)

Als der McLaren-Pilot in Budapest wie schon vor fünf Jahren als Erster über die Ziellinie fuhr, jubelten sein Vater John - eingehüllt in eine britische Fahne - und seine Freundin Jessica Michibata um die Wette. (436489DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

"Der perfekte Rahmen"

"Das war der perfekte Rahmen für mein 200. Rennen", sagte Button junior nach seinem Erfolg vor Weltmeister Sebastian Vettel: "Ich habe hier unter solchen Bedingungen mein erstes Rennen gewonnen, nun beim Jubiläum wieder."

Erst zum zweiten Mal bei der 25. Auflage des Rennens von Budapest hatte es ein Regenrennen gegeben, zum zweiten Mal hieß der Sieger Jenson Button.

Nach dem erlösenden Premieren-Erfolg beim 113. Start 2006 war es am Sonntag immerhin schon der elfte Grand-Prix-Sieg des Champions von 2009. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

"Das ist ein ganz großer Moment für mich und war ein wunderbares Wochenende", sagte er: "Nun gehen wir mit einem schönen Höhepunkt in die Ferien." Seinem Team hatte er im ersten Überschwang nach dem Zieleinlauf durch Mikrofon zugerufen: "Lasst uns wiederkommen und die restlichen Rennen alle gewinnen."

[kaltura id="0_ku3kxiwr" class="full_size" title="Eine Runde in Budapest"]

Von Red Bull nicht ernst genommen

Dies muss Buttons Motivation für die restlichen Rennen sein. Denn obwohl er auch in Kanada schon einen triumphalen Sieg unter schwersten Bedingungen eingefahren hatte, ist Button acht Rennen vor dem Saisonende nur Fünfter der Gesamtwertung mit genau 100 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Sebastian Vettel.

Weswegen man ihn bei Red Bull wohl offenbar immer noch nicht ganz ernst nimmt. "Lässt man unsere Fahrer weg, war Jenson unser Wunschsieger", meinte Teamchef Christian Horner.

"Aus irgendeinem Grund mag ich diese Bedingungen, fragt mich nicht warum, aber es hat wieder einmal funktioniert", sagte Button schmunzelnd: "Ich hatte heute eine Menge Spaß."

Einen Spaß meinte sich offenbar auch ein Hacker zu erlauben, doch seine makabre Attacke auf Buttons Internetseite war für viele Fans in aller Welt ein heftiger Schock.

Homepage gehackt

Auf der Homepage des Briten war nämlich zu lesen, Button befinde sich nach "einem schweren Unfall in einem kritischen Zustand". Die Quelle und die zahlreichen Details, die in der Mitteilung aufgeführt wurden, schienen keinen Zweifel zu lassen.

Dabei erfreute sich Button zu diesem Zeitpunkt bester Gesundheit, die Rückkehr nach einer kleinen Feierlichkeit zum Jubiläum in der Team-Hospitality war reibungslos verlaufen.

"Jenson liegt sicher, gesund und zugedeckt in seinem Bett und freut sich auf das Rennen", hieß es dann bei der Entwarnung auf seiner Homepage: "Der Artikel war komplett falsch, und wir untersuchen gerade, wie es einer unautorisierten Person möglich war, etwas auf die Seite zu schreiben."

Button spottet

Button selbst meldete sich am Morgen per Twitter bei seinen Fans und spottete: "Der Kerl, der das gemacht hat, hatte wohl Samstagabend keine besseren Angebote und blieb deswegen zu Hause, anstatt sich ein paar Freunde zu suchen."

Ähnlich souverän wehrte Button am Mittag auf der Strecke die Angriffe der Konkurrenz ab. Und irgendwie passte dann plötzlich alles in den Rahmen.

Eigentlich war es nämlich schon Buttons 201. Rennen. Da manche Statistiker aber den Skandal-Lauf von Indianapolis 2005, als alle Michelin-Fahrer - unter ihnen auch Button - aus Angst um die Haltbarkeit der Reifen nach der Einführungsrunde in die Box fuhren, nicht mitzählen, feierte er sein Jubiläum aber erst am Sonntag.

Mit einem großen Sieg an für ihn historischer Stelle und entgegen aller Meldungen gesund und munter.

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