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Die darauffolgende Saison verläuft deutlich harmonischer. Vettel rast unaufhaltsam zum Titel, der mittlerweile 35-jährige Webber wird - wie im Vorjahr - Gesamtdritter
Mark Webber (h.) hat keinen, Sebastian Vettel sechs Saisonsiege auf dem Konto © dpa

Vettels Red-Bull-Teamkollege sieht sich als Einziger in der Lage, die Titelverteidigung zu verhindern. Button glaubt nicht daran.

Von Julian Meißner

München - Was vergangenes Jahr ein packender Mehrkampf mit furiosem Finale war, droht 2011 zu einer One-Man-Show zu verkommen.

Die Formel-1-Weltmeisterschaft ist trotz dreier Rennen ohne einen Sieg Sebastian Vettels nach Ansicht vieler Experten schon zur Sommerpause so gut wie entschieden - zu Gunsten des Titelverteidigers.

Der Vorsprung des Champions ist horrend: Drei Rennen in Folge könnte Vettel ausfallen, und er läge bei drei Siegen seines schärfsten Verfolgers immer noch in Front.

Glaubt man seinem Teamkollegen, droht Vettel nur noch Gefahr aus dem eigenen Stall.

Hoffen auf Schwächephase

Er habe durchaus eine Chance auf die WM, erklärte Mark Webber bei "Servus TV": "Wenn ich jetzt aufgebe, dann ist ja außer Sebastian keiner mehr da, der den Titel holen kann."

Der 34-Jährige hat als Zweitplatzierter des Klassements 85 Punkte Rückstand.

"Dafür müsste Sebastian eine schlechte Phase durchmachen, in der es nicht so gut läuft", weiß Webber um die geringen Chancen, die Krone des Motorsports nach Australien zu holen: "Das deutet sich momentan noch nicht an."

Button setzt auf Vettel

Webber und dann lange niemand?

Die Konkurrenz, gerade McLaren, ist deutlich gefährlicher geworden, als es noch im ersten Saisondrittel der Fall war. Im Renntrimm waren die Briten zuletzt in Ungarn Red Bull überlegen, auch Ferrari ist bedrohlich nahe gekommen (Vorteil McLaren: "Vettel muss sich anstrengen").

Doch auch Jenson Button, der umjubelte Sieger von Budapest, kann sich nicht so recht vorstellen, dass Vettel den Titel noch aus der Hand gibt.

"Er hat eine WM mit neun Rennen vor sich und startet mit einer 80-Punkte-Führung. Das ist schon eine riesige Lücke", sagte er dem "Independent": "Und er sitzt immer noch in einem der schnellsten Autos. Das ist die bestmögliche Ausgangsposition." (DATENCENTER: Rennkalender und Kurse)

Erinnerungen an 2009

2009 befand Button sich in einer ähnlichen Situation: Sein Team Brawn GP fuhr dem Rest des Feldes damals dank des Doppeldiffusors regelrecht um die Ohren.

Sechs der ersten sieben Saisonrennen gewann Button, und als die Rivalen das umstrittene Bauteil erfolgreich kopiert hatten, reichte der Vorsprung locker, um die WM nach Hause zu fahren.

"Würde keinen Druck spüren"

Für den Briten ist die aktuelle Saison aber nur bedingt vergleichbar mit seinem Triumphzug von vor zwei Jahren.

"Er hat sicherlich weniger Druck als ich ihn hatte", so Button: "Er hat die WM bereits gewonnen, das ist sehr wichtig." Zudem müsse Vettel keine Risiken eingehen.

"Red Bull hat riesige Ressourcen, also ist die Situation unterschiedlich zu meiner damals bei Brawn", führte Button weiter aus und behauptete: "Wenn ich die Führung hätte, die er hat, würde ich überhaupt keinen Druck spüren."

Vettel ist gewarnt

Das wird Vettel etwas anders sehen. Unermüdlich treibt er sein Team an, in der Entwicklung des RB7 weiter aufs Tempo zu rücken, um sich von der Konkurrenz nicht überflügeln zu lassen.

Der härteste Rivale ist nach jetzigem Stand jedenfalls sein Teamkollege, wobei Lewis Hamilton und Fernando Alonso dem Oldie dicht im Nacken sitzen (DATENCENTER: Die Fahrer-WM).

Sollte Webber - was fast zu erwarten ist - auch in diesem Jahr leer ausgehen, wird er wohl nächste Saison den letzten Anlauf auf den Titel nehmen.

Vertragsentscheidung naht

Die Vertragsverlängerung bei Red Bull steht zwar immer noch aus, doch die Zeichen der Teamleitung sind eindeutig.

Und Webber erklärte nun: "Es kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Entscheidung getroffen werden muss, und das ist bald - in den kommenden Wochen."

Letztlich hänge es nur von seiner Motivation ab, so Webber, der betonte, sein Schicksal liege allein in den eigenen Händen: "Ich werde die Entscheidung treffen."

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