vergrößernverkleinern
Adrian Sutil bestreitet bereits seine vierte Saison für Force India © dpa Picture Alliance

Die Sommerpause bietet Raum fürs Pokern. Die Top-Teams sind dicht, doch längst nicht alle Cockpits sind vergeben. Der Überblick.

Von Julian Meißner

München - Silly Season in der Formel1: Die Sommerpause ist traditionell die Zeit, in der das Fahrerkarussell Schwung aufnimmt.

Gerüchte, Verhandlungen und Vertragspoker bestimmen 2011 jedoch weit weniger die Schlagzeilen als in den vergangenen Jahren (DATENCENTER: WM-Stand Teams).

Bei den meisten Rennställen sind die Cockpit-Entscheidungen vor dem zwölften Grand Prix der Saison im belgischen Spa am 28. August bereits getroffen. Doch nicht nur drei Deutsche hängen in der Luft.

SPORT1 gibt einen Überblick über Teams und Fahrer.

Red Bull: Weltmeister Sebastian Vettel ist sicher bis 2014 im Boot. Mark Webber steht dicht vor der Unterschrift für zumindest ein weiteres Jahr, der Deal gilt als Formsache.

McLaren: Die Paarung mit den zwei Weltmeistern Lewis Hamilton und Jenson Button funktioniert vorbildlich, so dass die beiden Briten fest im Sattel sitzen und über 2012 hinaus gebunden werden sollen - angeblich sogar bis 2017. Gerüchte um Hamilton, der bei Red Bull oder Ferrari eine Option sein soll, sind eher dem Bereich der Fabel zuzuordnen.

Ferrari: Teamleader Fernando Alonso steht noch bis 2016 unter Vertrag, am Spanier ist nicht zu rütteln. Felipe Massas Kontrakt wurde letztes Jahr bis 2012 verlängert. Scuderia-Präsident Luca di Montezemolo bekräftigt immer wieder aufs Neue, diesen einzuhalten. Spätestens nächstes Jahr dürfte aber Schluss sein für den chronisch unterlegenen Brasilianer.

Mercedes: Michael Schumachers Drei-Jahres-Plan endet mit Ablauf der Saison 2012, bislang lässt er sich den Spaß auch vom Hinterherfahren nicht vermiesen. Vor nächstem Sommer ist also nicht mit Neuigkeiten zu rechnen. Nico Rosberg könnte nach dieser Saison wechseln, hat sich aber jüngst erneut zum Team bekannt. Sollte es dann immer noch nicht aufwärts gehen für die Silberpfeile, wird er sich wohl aktiv nach Alternativen bei einem Top-Team umschauen.

Renault: Es hängt an Robert Kubica. Spätestens 2012 wird der Pole - sofern genesen - Nick Heidfeld ersetzen. Die öffentliche Kritik am Mönchengladbacher durch Teamchef Eric Boullier lässt jedoch Spekulationen über eine vorzeitige Ablösung "Quick Nicks" zu. Heißester Ersatzkandidat ist GP2-Pilot Romain Grosjean. Neben dem jetzigen Stamm-Fahrer Witali Petrow darf sich Testpilot Bruno Senna ebenfalls Hoffnungen machen, wenn auch eher für 2012.

Sauber: Die Schweizer haben pünktlich und ohne viel Aufsehen Fakten geschaffen. Ende Juli wurden die Verträge mit Kamui Kobayashi, Sergio Perez sowie Testfahrer Esteban Gutierrez bis 2012 verlängert.

Force India: Vijay Mallya lässt die Seinen zappeln: Der schwerreiche Teamchef hat eine Entscheidung für Mitte Dezember angekündigt. Die jetzigen Piloten Adrian Sutil und Paul di Resta haben aber keine schlechten Karten. Sollte einer gehen müssen, hat Ersatzpilot Nico Hülkenberg die besten Aussichten auf ein Renncockpit. Das Team besitzt eine Option auf den Youngster aus Emmerich, der 2012 unbedingt in ein Renncockpit will.

Toro Rosso: Sebastien Buemi und vor allem Jaime Alguersuari dürfen sich ihrer Sache nicht zu sicher sein. Der logische nächste Mann beim Red-Bull-Farm-Team wäre Youngster Daniel Ricciardo. Der Australier, der momentan bei HRT Erfahrung sammelt, wurde jedoch auch schon bei den großen "Bullen" ins Spiel gebracht.

Williams: Der Vertrag von Rubens Barrichello läuft aus. Bekommt er ein neues Angebot, wird der Routinier wohl bleiben, auch mangels Alternativen. Rookie Pastor Maldonado schlägt sich in seinem Debütjahr achtbar und dürfte dank seines finanzstarken Backgrounds ebenfalls für 2012 gesetzt sein. Zuletzt wurde Sutil mit Williams in Verbindung gebracht, wobei er lieber bei Force India bleiben würde.

Lotus: Die erfahrenen und leidgeprüften Jarno Trulli und Heikki Kovalainen sind nach jetzigem Stand auch für nächstes Jahr wieder gesetzt.

Virgin: Timo Glock geht 2012 erneut für das Team von Richard Branson an den Start, verlängerte seinen Vertrag am Rande des Heimspiels auf dem Nürburgring. Jerome d'Ambrosios Zukunft dagegen ist noch nicht gesichert. Virgin ließ verlauten, man habe keine Eile, was das zweite Cockpit betrifft.

HRT: Bei den Spaniern liegt alles in der Schwebe. Ricciardo steht bei Toro Rosso unter Vertrag und dürfte ohnehin anderweitig unterkommen. Narain Karthikyean und Vitantonio Liuzzi werden um ihren Platz kämpfen bzw. diesen bezahlen müssen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel