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Niki Lauda konnte in seiner Formel-1-Karriere 25 Grands Prix gewinnen © imago

Niki Lauda hat genug von Schumachers "bla, bla, bla". Der Österreicher glaubt nicht, dass Schumi noch mal die Kurve kriegt.

Von Olaf Mehlhose

München - Der dreimalige Weltmeister Niki Lauda hat Rekord-Champion Michael Schumacher den Rücktritt nach der Saison nahegelegt, sollten sich nicht kurzfristig Erfolge einstellen.

"Er hat gesagt, dass er mehr Zeit benötigt, bla, bla, bla, und er präsentiert sich als entspannter Typ, der es wirklich genießt - aber innerlich ist er nicht relaxed, weil kein Top-Rennfahrer es genießt, besiegt zu werden", sagte Lauda gegenüber dem britischen Magazin "Motor Sport". (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer) .

Wenn er wirklich so entspannt sei, wie er sich nach den Rennen gebe, "dann sollte ihm Mercedes sagen, dass er zurücktreten soll", sagte Lauda: "Man fährt nicht zum Spaß in der Formel 1."

Dass es Schumi ausreiche, um Plätze im Mittelfeld zu kämpfen, nimmt er dem siebenmaligen Weltmeister nicht ab. "Ich glaube, jeder Sportler muss ehrlich zu sich selbst sein - gerade, wenn er solche Leistungen vollbracht hat wie Schumacher in der Vergangenheit", erklärte der Österreicher.

"Kann ich es oder nicht?"

Außer dem vierten Platz beim Regenrennen in Kanada habe Schumacher in dieser Saison allerdings noch nicht viel vorzuweisen.

"Am Ende muss man sich selbst die Frage stellen 'Kann ich es oder nicht', und ehrlich gesagt denke ich nicht, dass es jetzt für Michael funktionieren wird", stellte Lauda klar: "Wenn du schneller werden willst, versuchst du alles - und wenn du alles ausprobiert hast und es immer noch nicht klappt, dann war es das."

Gegenüber der Zeitung "Österreich" brachte Lauda seine Ausführungen auf den Punkt: "Ich habe gesagt, dass es Schumi bleiben lassen soll, wenn es bis Ende des Jahres nicht funktioniert, und dazu stehe ich."

Rücktrittsgerüchte um Schumi

Macht sich bei Schumacher eine gewisse Formel-1-Müdigkeit breit?

Bereits in der vergangenen Woche hatte es Spekulationen um ein baldiges Karriereende des 91-maligen Grand-Prix-Siegers gegeben.

"Ich weiß nicht, ob meine Denkweise für das Team die richtige ist. Zum richtigen Zeitpunkt müssen wir uns überlegen, ob ich weitermache oder mit der Formel 1 aufhöre", wurde Schumacher von der italienischen Sportzeitung "Corriere dello Sport" zitiert.

"Alles Quatsch"

Managerin Sabine Kehm dementierte die Gerüchte allerdings umgehend.

"Alles Quatsch. Michael hat seit seiner Rückkehr in die Formel 1 mit niemandem vom "Corriere dello Sport" gesprochen", erklärte die 43-Jährige: "Er ist mit voller Leidenschaft bei der Sache und sieht es weiterhin als spannende Herausforderung, gemeinsam mit Mercedes etwas Großes aufzubauen."

Lauda zweifelt

Lauda, der lange Zeit als großer Befürworter von Schumachers Comeback galt, hat da allerdings seine Zweifel: "Im vergangenen Jahr verstanden wir, dass er Zeit benötigte, sich an die unterschiedlichen Autos zu gewöhnen, sowie das Handicap, nicht testen zu können und alles Andere. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Jahr die letzte Chance war, das Comeback ordentlich zu schaffen - aber es ist das Gleiche wie im letzten Jahr."

Der 62-Jährige verglich die Lage des Mercedes-Piloten mit seiner Situation im Jahr 1985.

Nachdem Lauda 1984 seinen dritten Titel gewonnen hatte, war er im folgenden Jahr gegen seinen jüngeren Teamkollegen Alain Prost chancenlos und belegte in der WM-Wertung nur Platz zehn. Daraufhin traf er die Entscheidung, seine Karriere zu beenden.

Keine Chance gegen Rosberg

Ähnlich stelle sich die Lage bei Schumacher und Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg dar, der zehn von elf Quali-Duellen für sich entscheiden konnte. (SERVICE: Die Quali-Duelle)

Aus diesem Grund halte er es für das Beste, wenn Schumi einen Schlussstrich unter seine Laufbahn ziehen würde, so Lauda.

"Ich bin sicher, er tut immer noch alles, um erfolgreich zu sein. Aber eines Tages wird er realisieren, dass er es nicht schaffen kann, und dann wird er eine Entscheidung treffen", vermutete er.

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