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Michael Schumachers Sieg 1992 in Spa war der erste von 91 in seiner Karriere © getty

20 Jahre nach seinem Debüt kehrt Michael Schumacher mit vielen Erinnungen nach Spa zurück. Jetzt will er ein Ausrufezeichen setzen.

Von Dustin Werk

München - 20 Jahre ist es jetzt her, dass Michael Schumacher erstmals die Formel-1-Bühne betrat.

Nun kehrt er dahin zurück, wo alles begonnen hat.

"Das Rennen in Spa wird sicherlich einen besonderen Touch für mich haben, da das hier der Ort ist, wo ich mein erstes Formel-1-Rennen vor zwanzig Jahren gefahren bin. Es ist kaum zu glauben, dass es so lange her ist", sagte Schumacher bei "autosport.com"

Begonnen hat es in einer Jugendherberge nahe der Strecke, mittlerweile ist die Rennstrecke in Spa-Franchorchamps Schumachers "Wohnzimmer".

Ins Cockpit gemogelt

Als 22-Jähriger Nachwuchsfahrer durfte er für den im Gefängnis sitzenden Bertrand Gachot das Cockpit des Jordan übernehmen.

Schumachers damaliger Manager Willi Weber mogelte damals ein wenig und erzählte Eddie Jordan, dass Schumacher die Strecke bereits wie "seine Westentasche" kenne. Was er nicht tat.

"Dann kam das Qualifying, wo sich Michael als Siebter auf der Strecke etablierte und einen Riesen-Hype in der ganzen Formel-1-Szene auslöste", erzählt Webber.

"Hätte er nicht verkraftet"

Erst viel später erzählte er Jordan von der Notlüge:

"Nach dem Ergebnis vom Samstag hatte er auch nicht danach gefragt. Ohne Streckenkenntnis auf den siebten Startplatz zu fahren, wäre für ihn zuviel gewesen. Das hätte er nicht verkraftet."

Nur ein Jahr später

Auch wenn sein erster Start nach nur wenigen hundert Metern aufgrund eines Kupplung-Defektes vorbei war, so ließ sich schon damals erahnen, dass dieser Schumacher außergewöhnliches Talent besaß.

Es sollte nur ein Jahr dauern, bis er seinen ersten Grand-Prix-Sieg feierte.

In einer von Nigel Mansell dominierten Saison 1992 schaffte es der Kerpener im Benetton, in Spa zu triumphieren und den Briten auf den zweiten Platz zu verweisen.

Der "Dreirad-Vorfall"

Eines seiner besten Rennen lieferte er nur drei Jahre später ab. Von Startplatz 16 aus ins Rennen gegangen, siegte der Titelverteidiger zum zweiten Mal in Spa.

Es folgte 1998 der Unfall mit David Coulthard als er per "Dreirad" zurück in die Box kam und auf den Schotten wutentbrannt losging.

Sechsmal stand Schumacher in Spa ganz oben auf dem Podest, zuletzt 2002 im Ferrari.

Schumacher: Ausrufezeichen setzen

An diese Erfolge hofft der Rekordweltmeister nun anknüpfen zu können.

"Nach der Sommerpause kommen wir alle frisch und motiviert mit viel Energie zurück. Wir versuchen in Belgien ein Ausrufezeichen zu setzen", verspricht Schumacher.

Ob Schumacher seiner Kampfansage auch Taten folgen lässt, scheint nicht im Bereich des Unmöglichen. Denn der Kurs kommt dem Mercedes-Boliden entgegen.

"Das Layout der Strecke sollte unserem technischen Paket besser passen als es bei den letzten beiden Rennen der Fall war", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

[kaltura id="0_g04fhu3j" class="full_size" title="Kampfansage von Schumacher"]

Vor allem Schumacher kam nicht zurecht. Die Kritik wurde lauter.

Geht es nach Eddie Jordan, Schumachers ersten Teamchef in der Königsklasse, sollte der Kerpener seine Karriere beenden. Es sei Zeit bevor er seine Legende als Renngröße in Gefahr bringt.

"Michael ist ein alter Knacker. Er hatte seine Zeit. Ich glaube nicht, dass seine Legende bis jetzt angekratzt ist, so wie sein Comeback gelaufen ist. Aber er muss sichergehen, dass er den richtigen Zeitpunkt für den Ausstiegs aus der Formel 1 trifft", so der Ire.

Längste Durststrecke

Schumachers derzeitige Durststrecke von mehr als 32 Rennen ohne Sieg ist die längste seiner Karriere.

Die zuvor längste Zeit datiert aus den Jahren 1991-92 als er nach seinem Debüt 18 Rennen in Folge keinen Sieg einfuhr. Bis der Große Preis von Belgien anstand.

Schumacher schwärmt

"Einiges hat sich in den letzten 20 Jahren verändert, aber eine Sache nicht: Die Strecke ist immer noch sensationell. Ich liebe die großartige Natur des Ortes und das daraus resultierende Layout der Strecke mit all seinen Aufs und Abs", schwärmt der 42-Jährige.

Die Hochs und Tiefs der Ardennen rund um den Kurs stehen sinnbildlich für Schumachers Zeit seit seinem Comeback. Das "Wohnzimmer" Spa könnte dabei der Gipfel sein.

Für Willi Weber ist Schumacher trotz seines Comebacks "immer noch der beste Rennfahrer der Welt."

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