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Sebastian Vettel hatte beim Kart-Rennen am Ende das Nachsehen © getty

Michael Schumacher und Sebastian Vettel statten der Kartbahn in Kerpen anlässlich deren 50-jährigen Jubiläums einen Besuch ab.

Kerpen - Eine schönere Vorbereitung auf das Rennen in Spa hätten sich Weltmeister Sebastian Vettel und Rekordchampion Michael Schumacher nicht wünschen können: Kartfahren!

Mit der gleichen kindlichen Freude wie zum Beginn ihrer erfolgreichen Karrieren klappten sie am Mittwoch die Visiere ihrer Helme runter und drehten in einem Showrennen ein paar Runden auf der Kartbahn in Kerpen-Manheim.

Sie waren die Ehrengäste beim 50-jährigen Jubiläum "ihres" Kart-Clubs, der als einziger der Welt zwei Weltmeister hervorgebracht hat.

1500 Zuschauer waren gekommen, einige liefen mit dem Fotoapparat im Anschlag ihren Helden sogar bis aufs Klo hinterher, aber Vettel und Schumacher genossen es dennoch, wieder "zu Hause" zu sein.

"Besondere Emotionen" bei Schumi

"Es ist immer wieder ein schönes Gefühl. Es ist ja so, dass ich öfter hier vorbeischaue", sagte Schumacher, dessen Vater einst Platzwart an der Strecke war. Seine Mutter betrieb die Gaststätte, die noch heute den Charme längst vergangener Tage ausstrahlt und an deren Wände unzählige Fotos vieler erfolgreicher Rennfahrer hängen.

"Heute ist ein ganz besonderer Tag", sinnierte der 42-Jährige angesichts des Jubiläums: "50 Jahre. Das sind ganz besondere Emotionen, die wir mit vielen alten Freunden zusammen feiern wollten. 50 Jahre, das ist sehr historisch. Es gibt sicher andere Vereine, die sich auch so lange gehalten haben, aber nicht mit dieser Bilanz."

Kultstätte für aufstrebende Talente

Nachdem Schumacher von der heimischen Kartbahn bis an die Spitze der Formel 1 durchgestartet war, wurde der Erftlandring noch mehr zur Kultstätte für aufstrebende Talente. So hatte es dann auch Vettel ins Rheinland verschlagen, dessen motorsportliche Wurzeln "ein bisschen weiter südlich" liegen.

"Aber es gibt viele wichtige Leute, auf die ich hier gestoßen bin. Mit der Kartbahn hier in Kerpen verbinde ich sehr viel", sagte Vettel: "Einen Großteil meiner Jugend und Kindheit habe ich hier verbracht, nicht nur auf der Strecke, auch neben der Strecke. Ich kann mich gut erinnern, dass wir im Wald herumgetobt sind und Verstecken gespielt haben."

Vettel will zum Endspurt ansetzen

Sportlich trat Vettel in die Fußstapfen von Schumacher. Während der Mercedes-Pilot, der am Donnerstag in Spa auf den Tag genau das 20-jährige Jubiläum seines ersten Formel-1-Rennens feiert, bei seinem 281. Grand Prix am Sonntag in Belgien wohl wieder nur auf einen Platz im vorderen Mittelfeld hoffen kann, will WM-Spitzenreiter Vettel mit im Sommerurlaub frisch aufgeladenen Akkus zum Endspurt auf seinen zweiten Titel ansetzen.

[kaltura id="0_g04fhu3j" class="full_size" title="Kampfansage von Schumacher"]

"An die Formel 1 habe ich nicht viel gedacht, ich habe versucht, mich ein bisschen zu erholen. Ich glaube, dass hat ganz gut geklappt", sagte der Red-Bull-Pilot, der vor dem 12. von 19 WM-Läufen 85 Punkte Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Teamkollegen Mark Webber hat.

Niederlage locker genommen

Dass er in Kerpen weit hinter Sieger Schumacher ins Ziel kam, nahm Vettel locker.

"Es war ein bisschen länger her, dass ich zuletzt im Kart gesessen hatte, das hat man gemerkt", sagte der 24-Jährige. Spaß hatte er dennoch. "Man will am liebsten gar nicht mehr aussteigen", erklärte er mit leuchtenden Augen.

Zukunft des Kart-Clubs in den Sternen

Getrübt wurde das Jubiläum des Kart-Clubs lediglich durch die schwierigen Zukunftsaussichten, denn die traditionsreiche Bahn muss bald Platz für einen Braunkohle-Tagebau machen.

"Das ist sehr, sehr schade. Ich bin unzählige Runden hier gefahren, viele Rennen, gute als auch schlechte, und habe sehr viel Zeit hier verbracht. Sich dann vorzustellen, dass das hier einfach zugekippt wird, ist schon hart und schwer vorstellbar", sagte Vettel.

"Jetzt muss man schauen, welche Alternativen sich in Zukunft bieten", meinte Schumacher. Denn die Tradition des Kart-Clubs Kerpen soll an anderer Stelle auf jeden Fall fortgesetzt werden.

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