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Michael Schumacher feierte beim Belgien-Grand-Prix 1991 sein Formel-1-Debüt © getty

Schumacher ist trotz der schwierigen Lage vom sportlichen Erfolg überzeugt. Er sei "gelassen genug, die Phase zu überstehen".

Frankfurt/Spa - Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher hat trotz der Schwierigkeiten seit seinem Comeback den Glauben an den Erfolg nicht verloren.

"Ich weiß, dass es gerade nicht rund läuft, aber ich weiß auch, dass ich es hinkriege. Ich bekomme genügend Bestätigung und sehe, dass ich nach wie vor in der Lage bin, vorne mitfahren zu können. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Die Dinge müssen sich noch ein bisschen mehr zusammenfügen. Ich bin gelassen genug, diese Phase zu überstehen", sagte Schumacher im Gespräch mit der "FAZ" vor dem Großen Preis von Belgien in Spa (Training, Fr., ab 10 Uhr im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Rückkehr zum Ursprung

Dort hatte der Kerpener vor genau 20 Jahren - am 25. August 1991 - sein erstes Formel-1-Rennen bestritten und den Grundstein zu seiner einzigartigen Karriere mit 91 GP-Siegen und sieben WM-Titeln gelegt.

Nach seiner dreijährigen Pause will Schumacher, der 2010 bei Mercedes in die Königsklasse zurückgekehrt war, natürlich an seine früheren Erfolge anknüpfen. (Schumi: Kein Titel, aber ich mache weiter)

Sollte es er nicht schaffen, würde ihn das aber nicht umwerfen.

"Natürlich möchte ich auch in dieser zweiten Karriere-Phase erfolgreich sein. Aber ich bin insgesamt ein bisschen relaxter geworden. Ich kann nun ohne Probleme loslassen, wenn es die Zeit erlaubt. Trotzdem bin ich voll konzentriert zur Stelle, wenn es notwendig ist. Ich habe gelernt, dass daraus kein Nachteil entsteht", stellte Schumi klar.

"Ich war verbohrt"

In seiner Pause habe er viel Abstand zur Formel 1 gewonnen und eine vorher nicht vorhandene Gelassenheit entwickelt, die ihm in der aktuellen Situation helfe, sagte Schumacher.

[kaltura id="0_0iqq6lvi" class="full_size" title="Eine Runde in Spa"]

"Wir müssen die gesamte Infrastruktur aufbauen, die Leute in die richtigen Positionen bringen. Das braucht seine Zeit. Gelassenheit ist in solchen Phasen positiv. Stellen Sie sich mal vor, ich wäre in der jetzigen Situation nicht gelassen. Daraus entstünde sicher etwas Negatives, das uns bremsen würde."

Die fehlende Gelassenheit habe ihn früher "manchmal selbst an mir gestört, aber ich konnte nicht loslassen, ich konnte es nicht ändern".

Aus heutiger Sicht würde er "einige Dinge sicherlich anders machen", sagte Schumacher und nannte beispielsweise seinen Rammstoß gegen Jacques Villeneuve 1997 in Jerez: "Ich hätte anders reagieren müssen. Aber da war ich eben verbohrt."

Schumi kontert Kritiker

Heute zieht er seine Befriedigung auch aus kleineren Erfolgen. Es gebe zum Beispiel die Perspektive "des 42-Jährigen, der feststellt, dass er mit den deutlich Jüngeren noch mithalten kann. Das Team ist zufrieden. Ich bin es auch."

So lässt Schumacher auch Kritik von außen an sich abprallen, Forderungen, er solle aufhören, kontert er gelassen: "Wenn jeder aufhören müsste, der sich auf meinem Niveau bewegt, dann würden nicht mehr viele fahren." (Lauda legt Schumi Rücktritt nahe)

Kalt ließen ihn die Äußerungen einiger Personen allerdings nicht, räumte Schumi ein.

"Natürlich wäre es mir lieber, wenn ich nicht damit konfrontiert würde und gewisse Leute ihren Mund halten würden", erklärte der Rekordchampion: "Auf der anderen Seite weiß ich auch, dass diese Leute dafür bezahlt werden, ihren Mund aufzumachen und darüber zu reden."

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