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Der Australier Mark Webber fuhr für Red Bull bisher sechs Grand-Prix-Siege ein © getty

Perfektes Geschenk für Mark Webber: Zu seinem 35. Geburtstag bekommt er einen neuen Vertrag. Lange nachdenken muss er nicht.

Spa - Ein neuer Vertrag als perfektes Geburtstagsgeschenk:

Der Australier Mark Webber wird auch im nächsten Jahr Teamkollege von Weltmeister Sebastian Vettel bei Red Bull sein. Passend zum 35. Geburtstag von Webber am Samstag gab das Team in Spa bekannt, dass er bis Ende 2012 ein "Bulle" bleibt. (DATENCENTER: Rennkalender und Kurse) .

"Ich will weiterhin an der Spitze der Formel 1 fahren, daher war es ein No-Brainer, noch ein Jahr bei Red Bull zu bleiben", sagte Webber, der seit 2007 bei Red Bull fährt und im kommenden Jahr in seine vierte Saison an der Seite von Vettel geht.

Für Red Bull ist Webbers Weiterverpflichtung eine logische Sache. Webbers Tempo ist immer noch nah dran an Vettel. Zwar ist der Australier manchmal teamintern unbequem, aber das ist mittlerweile gut ausbalanciert.

Rücktrittsgedanken sind passe

"Als wir uns zusammengesetzt haben, war ganz schnell klar, dass wir unsere Zusammenarbeit fortsetzen", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Nachdem Webber zu Beginn des Jahres noch Rücktrittsgedanken hatte, kam er spätestens mit der Pole Position in Barcelona wieder besser in Schwung und fand Gefallen daran, weiter in der Formel 1 zu fahren.

Vor dem Großen Preis von Belgien (Quali, ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) liegt er in der WM-Wertung mit 149 Punkten auf Rang zwei hinter Vettel (234). (DATENCENTER: Die Fahrer-WM).

Hohe Motivation

"Mark und Sebastian sind ein starkes Duo, sie treiben sich gegenseitig an und wir sind sehr glücklich, dass sie eine vierte Saison zusammenfahren werden", meinte Horner.

"Meine Motivation, die bestmöglichen Ergebnisse für mich und das Team zu erreichen, ist immer noch sehr hoch. Wir haben hart gearbeitet und bewiesen, dass wir ein Weltmeisterauto bauen können. Ich freue mich darauf, das Auto und mich selbst an jedem Rennwochenende 2012 ans Limit zu bringen", meinte Webber.

"Drei, vier starke Jahre"

Schon vor einigen Wochen hatte Horner erklärt, das Webber noch "drei, vier starke Jahre haben könne."

[kaltura id="0_0iqq6lvi" class="full_size" title="Eine Runde in Spa"]

"Er ist konkurrenzfähig und weiterhin hungrig", sagte der Engländer, der die Vertragsverlängerung vor dem Großen Preis von Ungarn bereits als Formalität bezeichnet hatte. Webber hatte sich danach aber noch ein bisschen geziert.

Auch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hatte sich für den Australier stark gemacht: "Er kann kein besseres Auto bekommen, und wir können keinen besseren Fahrer auf dem Markt verpflichten."

Gradlinig und stur

Webbers gradlinige, bisweilen sture Art wird angesichts seiner Leistung im Team akzeptiert.

Im vorigen Jahr hatte er sich nach seinem Silverstone-Sieg offen über den Boxenfunk mit dem legendären Satz "Nicht schlecht für einen Nummer-2-Fahrer" öffentlichkeitswirksam über seine vermeintliche Schlechterstellung gegenüber Vettel beschwert.

Am Ende des Jahres schnappte sein Teamkollege nicht nur Ferrari-Pilot Fernando Alonso, sondern auch Webber den WM-Titel vor der Nase weg - auch weil Red Bull auf eine seinerzeit verbotene Teamorder zugunsten Webbers verzichtet hatte.

Anerkennung für Vettel

In diesem Jahr musste Webber Vettels Traumstart in die Saison fast neidlos anerkennen, auch wenn ihm das nicht leicht fiel.

Nachdem McLaren-Pilot Lewis Hamilton Vettel in China die erste Saisonniederlage beigebracht hatte, sprach Webber in der Pressekonferenz nach dem Rennen von einem "guten Tag für den Rennsport".

Streit gab es danach noch einmal Anfang Juli in Silverstone. Dort hatte Webber in der Schlussphase des Rennens mehrfach Funksprüche seines Renningenieurs ignoriert und Vettel attackiert.

Schließlich griff Horner selbst zum Mikrofon und sprach ein Machtwort, anschließend bestellte er den Australier zum Rapport und las ihm die Leviten: "Wir haben uns Mark zur Brust genommen. Er hat den zweiten Platz von Sebastian, seinen dritten Rang und die 33 Punkte fürs Team riskiert."

"Nicht die besten Freunde"

Vettel selbst hat kein Problem mit Webber, auch wenn das Verhältnis zwischen den beiden ein rein professionelles ist.

"Wir sind nicht die besten Freunde", sagte Vettel einmal, mit der Ergänzung: "Aber zeigt mir eine Fahrerpaarung in der Formel 1, die abends ein Bier zusammen trinken geht." Vettel ist an einem Teamkollegen nach eigener Aussage vor allem Ehrlichkeit wichtig.

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