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Nico Rosberg (l.) und Michael Schumacher fahren seit 2010 im gleichen Team © dpa

Schumacher und Rosberg zeigen beim Großen Preis von Belgien eine Glanzleistung. Bei den Mercedes-Fans keimt Hoffnung auf.

Olaf Mehlhose

München - Beim Rennen in Spa (Bericht) sorgten die Silberpfeile für die Höhepunkte.

Nico Rosberg machte mit einem Traumstart drei Plätze gut und durfte das Feld nach einem tollen Überholmanöver gegen den designierten Weltmeister Sebastian Vettel sogar kurzzeitig anführen.

Damit stand er allerdings noch im Schatten von Formel-1-Legende Michael Schumacher, der bei seinem Jubiläums-Rennen auf dem Circuit de Spa-Francorchamps sagenhafte 19 Plätze nach vorne flog. (Schumi: Für immer in Spa)

Solche Glanzleistungen werfen natürlich die Frage auf, ob der Knoten bei Mercedes endlich geplatzt ist. Sind demnächst vielleicht Siege von den Silbernen zu erwarten? (DATENCENTER: Rennkalender und Kurse)

"Wir sind die vierte Kraft"

Norbert Haug wollte das gute Resultat beim Belgien-Grand-Prix allerdings nicht überbewerten.

[kaltura id="0_0iqq6lvi" class="full_size" title="Eine Runde in Spa"]

"Wenn Lewis (Hamilton, d. Red) im Rennen bleibt, sind wir Sechster und Siebter", erklärte der Motorsport-Chef der Silbernen: "Wir sind die vierte Kraft und gehören nicht zu den drei Top-Teams. Insofern sind die Ränge fünf und sechs ein gutes Ergebnis." (DATENCENTER: WM-Stand Teams)

Rosberg ohne Illusionen

Dass es bis zur Spitze noch ein weiter Weg ist, bekam gerade Rosberg deutlich vor Augen geführt.

Nach nur zwei Runden an der Spitze rückte Vettel die Kräfteverhältnisse wieder zurecht, wenig später zogen auch Fernando Alonso und Lewis Hamilton trotz heftiger Gegenwehr nahezu problemlos an dem 26-Jährigen vorbei.

"Ich wusste, dass ich das nicht würde halten können. Momentan sind wir halt nicht schnell genug", räumte Rosberg ein.

"Immer am Limit"

Zumindest Felipe Massa biss sich an dem derzeitigen WM-Siebten die Zähne aus - allerdings zahlte Rosberg dafür einen hohen Preis.

Die Spritprobleme, die ihn gegen Ende des Rennens ausbremsten, seien auf die vielen Positionskämpfe zurückzuführen, erklärte der Mercedes-Star: "Ich musste permanent am Limit fahren, vor allem anfangs, um die Positionen zu halten."

Zuversichtlich stimmte den jüngeren der beiden Mercedes-Piloten immerhin, dass "wir im Qualifying bei sämtlichen Bedingungen vorne mit dabei waren." (DATENCENTER: Die Fahrer-WM)

Sutil: "Kein Rennopa"

Vorne mit dabei war in Belgien auch Schumacher, der das Rennen in seinem selbsterklärten "Wohnzimmer" auf Platz fünf beendete.

Lob gab es danach von allen Seiten: Adrian Sutil beispielsweise brach eine Lanze für seinen berühmten Landsmann.

"Er ist absolut kein Rennopa", sagte der Force-India-Fahrer dem "Motorsport-Magazin": "Im Rennen ist er immer absolut da. Es ist eine Leistung, vom letzten Platz auf den fünften zu fahren."

Schumi mit kühlem Kopf

Bemerkenswert war auf jeden Fall, dass sich Schumacher diesmal aus allen heiklen Situationen raushielt. Allein unbeschadet durch die erste Kurve zu kommen, war ein Kunststück, das vielen seiner Kollegen nicht gelang.

Auch im weiteren Verlauf behielt der Altmeister einen kühlen Kopf. Den Spagat, Sutil zu jagen und gleichzeitig den heranstürmenden Jenson Button vorbeizulassen, überstand er ebenfalls unbeschadet.

Perfekte Reifenstrategie

Neben seinem Renngeschick profitierte Schumi von der perfekt auf ihn zugeschnittenen Reifenstrategie - der Rekordweltmeister hatte im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten zunächst die härtere Bereifung aufgeschnallt, bevor er zwei Mal auf die weichen Pneus umsatteln ließ.

"Das hat ihm besonders am Ende geholfen, als die meisten anderen auf den Medium-Reifen unterwegs waren und er sich durch das Feld pflügen konnte", erklärte Sutil: "Das war für ihn der Schlüssel."

Der Crash von Bruno Senna beim Start und die Safety-Car-Phase nach Hamiltons Abflug spielten dem 42-Jährigen ebenfalls in die Hände.

Massa verzweifelt

Neben einer Verkettung glücklicher Umstände und den Aussetzern der Konkurrenz kam Mercedes aber auch die Charakteristik des Kurses entgegen.

"Das war ein Rennen, in dem ich ewig hinter Nico Rosberg festgehangen habe. Er war auf der Geraden immer sehr schnell, sodass ich selbst mit dem DRS nicht an ihm vorbei gekommen bin", erläuterte Massa: "Das war mein größtes Problem."

Ob Spa aber tatsächlich ein Wendepunkt oder doch nur ein Strohfeuer war, werden erst die nächsten Rennen zeigen.

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