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Force-India-Pilot Adrian Sutil (r.) fährt bereits seit 2008 für den indischen Rennstall © getty

Sutil steht bei Force India vor dem Aus - und konkurriert mit Räikkönen um einen Williams-Sitz. Fällt die Kubica-Rückkehr flach?

Von Olaf Mehlhose

München - Sebastian Vettel steht als Weltmeister fest, Red Bull hat sich bereits zum zweiten Mal in Folge den Konstrukteurs-Titel gesichert - doch von Langeweile kann in der Formel 1 keine Rede sein.

Dass ein Nachlassen für ihn nicht in Frage kommt, stellte "Superbulle" Vettel beim Großen Preis von Indien nachhaltig unter Beweis, als er sich den Grand Slam aus Rennsieg, Pole-Position, schnellster Rennrunde und ununterbrochener Führung sicherte. (BERICHT: Keine Geschenke vom "Kannibalen")

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Die Vorbereitungen für die kommende Saison laufen bei allen Top-Teams bereits auf Hochtouren. Mercedes und McLaren setzen auf namhafte Verstärkungen beim Personal, Ferrari bastelt bereits seit Monaten an einem siegfähigen Auto für 2012. (BERICHT: Stühlerücken und rote Wunschliste)

Fahrerkarussel dreht sich

Noch spannender als die Planspiele des Establishments ist derzeit allerdings das sich immer schneller drehende Fahrerkarussell. Vor allem bei den Mittelfeld-Teams ist ein knallharter Kampf um die begehrten Steuer der Königsklasse entbrannt. (SERVICE: WM-Stand Teams)

"Für einige Piloten geht es um den Verbleib in der Formel 1, sie müssen weiter Gas geben ohne Ende und sich empfehlen. Es bleibt also trotz Akkus, die langsam auf Reserve laufen, spannend", schrieb SPORT1-Experte Peter Kohl in seiner Kolumne. (KOLUMNE: Peters Pitstop)

SPORT1 gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen.

Hülkenberg für Sutil?

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Der aktuelle Ersatzfahrer Nico Hülkenberg und der frühere DTM-Champion Paul di Resta sitzen in der kommenden Saison in den Cockpits von Force India.

Leidtragender dieses Szenarios wäre Adrian Sutil, der in den letzten vier Jahren eine feste Größe beim indischen Rennstall war.

Aber der 28-Jährige darf noch hoffen: Teambesitzer Vijay Mallya versicherte, dass noch keine endgültige Entscheidung über die Fahrerpaarung gefallen sei.

Der indische Selfmade-Milliardär kündigte ebenfalls an, sich noch vor dem Abu-Dhabi-Grand-Prix festzulegen. (NEWS: Klarheit für "Hülk" und Sutil)

Sutil schaut sich um

Zumindest die frühere Bekanntgabe des zukünftigen Fahrer-Duos - ursprünglich hatte Mallya geplant, bis zum 15. Dezember mit der Entscheidung zu warten - sollte Sutil in die Hände spielen.

Selbst bei einem negativen Ausgang hätte er so noch die Gelegenheit, bei einem anderen Team unterzukommen. Die Suche nach einem neuen Arbeitgeber hat der derzeitige WM-Elfte offenbar bereits aufgenommen.

"Ich schaue mich natürlich ein bisschen um", bestätigte Sutil: "Aber ich verhalte mich loyal zu meinem Team, mit dem ich nun so lange zusammen bin. Warten wir die Entscheidung ab."

Williams als Alternative

Als beste Alternative für den Deutschen galt lange Zeit das kriselnde Williams-Team, das offenbar plant, das Cockpit von Oldie Rubens Barrichello neu zu besetzen.

Allerdings wird auch Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen beim britischen Traditions-Rennstall gehandelt. Der Finne liebäugelt nach einem erfolglosen Intermezzo als Rallye-Fahrer offenbar mit einer Rückkehr in die Königsklasse.

Sollte der "Iceman" ernsthaft eine Rückkehr planen, dürfte es für Sutil schwer werden; mit den Namen des früheren Champions kann er trotz seines fahrerischen Könnens nur schwer konkurrieren.

Fragezeichen hinter Räikkönen

Zur Personalie Räikkönen gab es zuletzt allerdings gegensätzliche Meldungen.

Während die Tageszeitung "FAZ" einen Mitarbeiter des Williams-Rennstalls mit den Worten "Räikkönen ist so gut wie da" zitierte, vermeldete das Motorsport-Portal "Pitpass", dass das Gespann Pastor Maldonado und Barrichello auch für die kommende Saison bestätigt sei.

Für den 32-Jährigen Finnen spricht, dass Willams in dem Emirat Katar einen äußerst solventen Geldgeber gefunden haben soll. Dadurch wäre der neunmalige Konstrukteurs-Weltmeister im Stande, die Verpflichtung Räikkönens zu realisieren.

Die durchaus konkrete Chance, dass Sutil oder Barrichello dank ihrer privaten Sponsoren das Williams-Steuer übernehmen, wäre damit hinfällig.

Kein Kubica-Comeback

Hinfällig ist allem Anschein nach auch eine Formel-1-Rückkehr von Robert Kubica.

Der Pole leidet immer noch unter den Folgen seines schweren Rallye-Unfalls zu Beginn des Jahres.

Lotus-Renault-Teamchef Eric Boullier hatte Kubica zugesichert, ihm so lange wie möglich einen Sitz freizuhalten, doch die Genesung des 26-Jährigen schreitet offenbar nicht schnell genug voran.

"Leider müssen wir uns die Option offen halten, Robert nicht zurückzunehmen", sagte Boullier, nachdem positive Signale seines ehemaligen Schützlings zuletzt ausblieben.

Grosjean für Senna

Als Favorit auf den freien Platz gilt der Franzose Romain Grosjean, der sich bei den Renault-Verantwortlichen größter Wertschätzung erfreut.

Für den GP2-Champion von 2011 spricht vor allem, dass er jederzeit gegen Kubica ausgetauscht werden könnte, sollte der WM-Vierte von 2008 im Laufe der Saison noch fit werden.

Diese Variante würde allerdings das Aus für Bruno Senna bedeuten, der das Renault-Steuer erst beim Belgien-Grand-Prix von Nick Heidfeld übernommen hatte. (BERICHT: Aus für Heidfeld, Senna übernimmt)

Doch auch der Neffe von Ayrton Senna ist noch nicht ganz aus dem Spiel: Sollten seine brasilianischen Geldgeber noch ein paar Millionen drauflegen, könnte der 28-Jährige auch im nächsten Jahr im Renault-Boliden sitzen.

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