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McLaren-Star Jenson Button gewann in seiner bisherigen Karriere zwölf Formel-1-Rennen © imago

Button straft seine Kritiker Lügen: Er stellt Hamilton in den Schatten und rast zu einem neuen Vetrag. Jetzt will er die Krone.

Von Olaf Mehlhose

München - Jenson Button hat im Jahr 2011 all seine Kritiker eines besseren belehrt.

Der Engländer war in dieser Saison der hartnäckigste Widersacher von Sebastian Vettel im Kampf um die WM-Krone. (SERVICE: WM-Stand Fahrer)

Dabei lief der 31-Jährige dank seiner intelligenten und reifenschonenden Fahrweise Platzhirsch Lewis Hamilton bei McLaren den Rang ab. (BERICHT: Hamiltons Dauertief)

Vor seinem Wechsel zum Team aus Woking wurde dem Briten noch prognostiziert, er werde im Zweikampf mit Hamilton klar den Kürzeren zu ziehen und über kurz oder lang in der Versenkung zu verschwinden.

"Die Herausforderung wollte ich"

Doch das Gegenteil ist der Fall: Nach einem Jahr Eingewöhnungszeit gilt Button bei McLaren inzwischen als gleichberechtigter Partner Hamiltons.

Die Entscheidung für McLaren sei ihm letzten Endes leicht gefallen, erklärte der Chrompfeil-Pilot. Der Reiz, die Aufgabe zu bewältigen, sei größer gewesen, als die Angst vor dem Scheitern.

"Wenn Du einen so verdammt schnellen Teamkollegen wie Lewis hast, bedeutet es etwas, wenn du ein Rennen vor ihm beendest", so Button: "Ich wollte damals herausfinden, wo ich im Vergleich mit ihm stehe. Diese Herausforderung wollte ich haben."

Und an dieser Herausforderung ist er offenbar gewachsen.

Button bleibt bis 2014

Bei McLaren erfreut sich der zwölfmalige Grand-Prix-Gewinner mittlerweile höchster Wertschätzung.

Das britische Traditionsteam bekniete den Ex-Weltmeister geradezu, seinen 2012 auslaufenden Vertrag vorzeitig bis 2014 verlängern. (NEWS: Button bleibt bis 2014)

Anhaltende Gerüchte um eine angebliche Ferrari-Offerte bestärkten Teamchef Martin Whitmarsh offenbar in dem Vorhaben, den neuen Kontrakt möglichst schnell festzuzurren.

WM-Titel ist das Ziel

Dass sich Button auf den Lorbeeren nicht ausruhen will, bewies er mit einem starken Auftritt beim großen Preis von Indien, wo er hinter dem überragenden Vettel Rang zwei belegte. (BERICHT: Vettel siegt auch in Indien)

Platz zwei in der WM-Wertung und die damit verbundenen Aussichten auf den Gewinn des Vize-Titels sind ein weiterer Beleg für die tadellosen Leistungen von Button.

"Die Meisterschaft als Zweiter zu beenden, bedeutet schon etwas", sagte Button: "Nur Vettel hätte mich dann in einem schnelleren Auto geschlagen."

Und der Erfolg hat "JB" hungrig gemacht: Im kommenden Jahr will er sich mit Platz zwei nicht mehr zufrieden geben. Die Zielsetzung müsse es sein, dem Weltmeister-Team 2012 auf Augenhöhe zu begegnen, forderte Button.

McLaren fehlt die Konstanz

Die Aussichten stünden prinzipiell nicht schlecht, erklärte der McLaren-Star: "Wir beenden die Saison in einer besseren Position als im letzten Jahr, da müssen wir 2012 ansetzen."

Dafür sei es allerdings unerlässlich, während der gesamten Saison Top-Leistungen abzurufen. Die fehlende Konstanz des Autos sei in den bisherigen 17 WM-Läufen die große Achillesferse von McLaren gewesen.

"Wir müssen stabiler werden", erklärte Button: "Wir haben einige Rennen gewonnen und in anderen um den Sieg mitgekämpft. Aber über das ganze Jahr gesehen, gab es zu viele Ausrutscher nach unten."

Vettel als Hindernis

Ein weiteres Hindernis auf dem Weg zu seinem zweiten Titel machte der Engländer in WM-Dominator Vettel aus.

"Es hat den Anschein, als wären wir dazu in der Lage Red Bull zu schlagen", meinte der dreifache Saisonsieger: "Allerdings sei es nicht gelungen, Red Bull zu besiegen, wenn Sebastian hinter dem Steuer saß".

Vielleicht spornt Button ja auch diese Herausforderung zu neuen Höchstleistungen an.

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