vergrößernverkleinern
Vettel fing in Abu Dhabi 2010 Alonso noch ab und wurde Weltmeister © getty

An der Stätte seines ersten WM-Triumphs kann der Red-Bull-Pilot Mansells Pole-Rekord einstellen. Horner vergleicht ihn mit Rooney.

München - Beim Gedanken an sein Märchen aus 1001 Nacht wird Sebastian Vettel stets warm ums Herz.

"Das war ein sehr emotionaler Moment", sagte der Weltmeister vor der Rückkehr nach Abu Dhabi (1. Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) ein knappes Jahr nach seinem ersten WM-Triumph:

"Ich hab nach oben gesehen und gebetet: 'Bitte lass es geschehen, zwick mich bloß keiner und sage, ich habe geträumt.' Normalerweise träumt man sowas nur. Und hier wurde es wahr."

Vettels erfolgreiche Titelverteidigung steht vor dem vorletzten Saisonrennen auf dem futuristischen Yas Marina Cicuit lange fest. Die Nerven werden geschont, der sportliche Anreiz ist durch die Jagd nach Rekorden aber weiterhin da.

Fabelrekord im Blick

Alleine in Abu Dhabi kann Vettel eine Bestmarke verteidigen, drei einstellen, zwei alleinige erreichen und Michael Schumachers Fabelrekord von 13 Saisonsiegen weiter im Blick behalten.

"Gott sei Dank sind wir diesmal sehr entspannt", sagt Red-Bull-Berater Helmut Marko mit Blick auf das dramatische WM-Finale des Vorjahres, als sich Vettel von WM-Platz drei doch noch seinen ersten Titel schnappte:

"Vor allem die letzten zehn bis 15 Runden waren damals sehr strapaziös." Jetzt wolle man lediglich "die letzten zwei Rennen noch gewinnen, um den eigenen Anspruch zu erfüllen. Dass Rekorde dann auch noch purzeln, ist ein Nebenprodukt."

Horner verzeiht Vettel

Vettel selbst beteuert immer, dass ihm Statistiken egal seien. "Da wäre ich mir nicht so sicher", sagt sein Teamchef Christian Horner, der dem Hessen die Harakiri-Runde von Indien aber verziehen hat (BERICHT: Vettel verteilt keine Geschenke).

"Er hat sich nach seiner kleinen Show bei mir entschuldigt", sagte der Brite der Tageszeitung "Die Welt":

"Er kann da nicht aus seiner Haut heraus. Das verstehe ich. Er ist ein Vollblutrennfahrer, auf dem Fußballfeld wäre er Mittelstürmer. Ein Wayne Rooney, der immer Tore schießen will." 475268(DIASHOW: Die Bilder des Rennens).

Ein Champion, kein Streber

Vettel habe eben seine Statistik verbessern wollen, sagt Horner. Ein Streber sei der Champion aber nicht. "Streber sind verkrampft, er hat eine nüchterne Intelligenz und ist stets nett dabei", meinte Horner:

"Er hat einen Killerinstinkt, dabei sieht er aus wie ein Unschuldslamm. Er ist ein Perfektionist und enorm ehrgeizig. Wenn er vom Fahrerlager zum Parkplatz geht und jemand vor ihm ist, muss er an ihm vorbei. Überholen liegt ihm im Blut."

Die Rekorde wackeln

In Abu Dhabi kann Vettel Nigel Mansells Rekord von Pole Positionen in einer Saison (14 in 1992), Schumachers Bestmarke von 17 Podiumsplatzierungen (2002) und Nick Heidfelds Marke von 18 Zielankünften in einem Jahr (2008) einstellen.

Er kann zum 17. Mal aus der ersten Reihe starten und damit ebenso alleiniger Spitzenreiter werden wie bei Siegen von der Pole Position in einer Saison, die er derzeit noch gemeinsam mit Mansell (9/1992) anführt.

Verteidigen will er seine Führung auf dem Weg zur erfolgreichsten Saison der Geschichte. Bisher holte er 88,0 Prozent aller Punkte, Schumacher hatte es 2002 auf 84,71 Prozent gebracht.

"Einzigartige Atmosphäre"

Auf jeden Fall wird der einzige Grand Prix, der bei Dämmerung gestartet und in der Dunkelheit beendet wird, wieder ein Ereignis.

"Das Rennen besitzt eine einzigartige Atmosphäre und besondere Herausforderungen", sagte Schumacher, der im Vorjahr erstmals in Abu Dhabi fuhr. Bislang gab es dort zwei Rennen, der Sieger hieß jeweils Vettel. Noch eine Statistik, die es zu verteidigen gilt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel