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Vitali Petrow belegte beim Saisonauftakt in Australien Platz drei © getty

Der Russe bemängelt die Entwicklung seines Boliden und stellt die Team-Strategie in Frage. Seine Aussagen könnten Folgen haben.

Von Björn Seitner

München - Eigentlich dürfte er sich gar nicht äußern, aber Vitali Petrow konnte sich nicht mehr zurückhalten.

"Ich kann nicht länger schweigen - es ist vorbei", schäumte der 27-Jährige gegenüber dem russischen TV-Sender "Russia 2" vor Wut.

Die Entwicklung seines Renault habe nach dem ersten Saisondrittel stagniert: "Alles was wir am Auto geändert haben, war nutzlos."

Doch damit nicht genug: "Auch ohne schnelles Auto hätten wir Punkte holen können. Mit einer guten Strategie würden wir jetzt besser dastehen."

"Ich darf nichts Schlechtes sagen"

Ein indirekter Rundumschlag des Russen, der ihn in arge Bedrängnis bringen könnte.

"Unglücklicherweise darf ich nichts Schlechtes über das Team sagen. So steht es in meinem Vertrag", erklärte Petrow, wohl wissend, dass ihn seine Aussagen den Platz im Renault-Cockpit im kommenden Jahr kosten könnten.

Wenn ihn sein Team nun nicht mehr wolle, könne er niemanden zwingen, dass man ihn halte.

Sollte sogar Räikkönen gehen?

"Es ist schwer, in dieser Welt irgendetwas zu tun, wenn jemand will, dass du verschwindest", so der Russe, der seit 2010 für den französischen Rennstall fährt.

So hätte sogar Ferrari Weltmeister Kimi Räikkönen 2007 angeboten, die Formel 1 für eine bestimmte Summe an Abfindung zu verlassen.

Dennoch brachte der 13. Platz beim Rennen in Abu Dhabi das Fass offenbar zum überlaufen 481985(DIASHOW: Bilder des Rennens):

"Ich kann zwar nicht über die Probleme sprechen, aber zur gleichen Zeit kann ich auch nicht mehr ruhig bleiben."

Neue Teile funktionieren nicht

"In den ersten sechs oder sieben Rennen waren wir wirklich stark. Wir waren an Ferrari dran und viel schneller als Mercedes", erklärte Petrow den Saisonauftakt.

Er hätte im Qualifying nicht einmal einhundert Prozent gehen müssen um in die Top Ten zu fahren.

Den Wendepunkt markierten angeblich neue Teile im Zuge der Weiterentwicklungen im Windtunnel: "Die haben nicht funktioniert. Wir haben am Frontflügel, am Heckflügel, am Diffusor und am Unterboden gearbeitet." Doch alle Veränderungen seien nutzlos gewesen.

Sechs Punkte in acht Rennen

"Seit etwa zehn Rennen gab es keine Weiterentwicklung. Wir haben also immer noch dasselbe Auto wie zu Beginn der Saison", beschwerte sich Petrow (SERVICE: WM-Stand der Fahrer).

In den acht Rennen seit dem Deutschland-Grand-Prix auf dem Nürburgring konnte Renault nur sechs WM-Punkte einfahren. Da sollte Kritik durchaus angebracht sein.

Ob der Russe seinen Platz im Team nach diesen Aussagen auch 2012 behalten darf, scheint nun allerdings nicht mehr so sicher.

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