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Nach Rosberg und Vettel (r.) kommt beim deutschen Nachwuchs nicht mehr viel nach © getty

Beim "Young Drivers Test" in Abu Dhabi ist kein deutscher Nachwuchsfahrer dabei. Ein neues Supertalent ist nicht in Sicht.

Abu Dhabi - "Young Drivers Test" nennt es sich, das dreitägige Spektakel in Abu Dhabi in der Woche nach dem Grand Prix 481985(DIASHOW: Bilder des Rennens), bei dem die Formel 1 Talente für die Zukunft sichtet.

Diejenigen, die vielleicht noch nicht im nächsten, aber doch in ein oder zwei Jahren die Formel-1-Stars der Zukunft sein könnten.

Insgesamt waren an den drei Tagen mehr als 20 Fahrer im Einsatz, darunter auch zwei 18-Jährige, der Italiener Kevin Ceccon und der Este Kevin Korjus - aber weit und breit kein Deutscher.

Im Schlepptau von Michael Schumacher entwickelte sich vor einem guten Jahrzehnt eine ganze Generation deutscher Nachwuchspiloten, darunter eben auch der aktuelle Weltmeister und Dominator Sebastian Vettel.

Vietoris zieht DTM-Karriere vor

Doch eine Nach-Vettel-Generation ist derzeit in Deutschland nicht zu sehen.(SERVICE: WM-Stand der Fahrer)

Christian Vietoris, der in diesem Jahr in der GP2 einige Erfolge gefeiert hatte, hätte die Chance gehabt, einen Tag bei Renault zu fahren. Der 22-Jährige aus Gönnersdorf in der Eifel, verzichtete aber darauf, zog gleichzeitig anstehende Mercedes-Tests mit dem neuen DTM-Auto für 2012 vor.

Was klar zeigt, worauf sein Fokus liegt: Auf einer soliden, gut bezahlten DTM-Karriere mit dem Stern anstatt einer unsicheren Zukunft im Formel-Sport. "Die Chance, mit Renault tatsächlich in die Formel 1 zu kommen, ist doch verschwindend gering", sagt Vietoris und ist realisitsch.

Ein Testtag kostet 250.000 Euro

Vor allem, weil Nachwuchspiloten heute ohne zweistellige Millionenbeträge an Sponsorgeldern im Hintergrund kaum noch eine Chance haben, einen Platz in der Formel 1 zu bekommen.

Selbst ein Testtag in Abu Dhabi kostete gut 250.000 Euro, für diejenigen, die nicht wie etwa der potenzielle Toro-Rosso-Kandidat für 2012, Jean-Eric Vergne, über ein Nachwuchsprogramm wie das von Red Bull zu einem Sitz kommen.

250.000 Euro, das konnte auch der 19 Jahre alte Kevin Mirocha aus Hamm, der sich in diesem Jahr ebenfalls in der GP2 versucht und lange auf ein Testcockpit gehofft hatte, nicht aufbringen.

Ob und wie er seine GP2-Karriere fortsetzen kann, steht in den Sternen. Dass er bei seinen ersten Auftritten durchaus eine gute Figur gemacht hatte, nützt da nicht viel.

Keine deutschen Supertalente in Sicht

Und Marco Wittmann, noch einer von den deutschen Nachwuchsfahrern, der seit Jahren in der Formel-3-Euroserie an der Spitze mitfährt, versucht sich an diesem Wochenende lieber beim Formel-3-Klassiker in Macau zu profilieren.

Aber auch bei ihm sind die Aussichten, es noch bis in die Königsklasse zu schaffen, gering.

Schaut man ein bisschen weiter nach unten in die Nachwuchsformeln, dann drängen sich da derzeit auch keine deutschen Supertalente auf. Die derzeitige Generation um Vettel und Nico Rosberg wird also wohl noch eine Weile die deutschen Farben in der Formel 1 vertreten müssen.

Cecotto hinterlässt guten Eindruck

In Abu Dhabi beschränkte sich der deutsche Anteil jedenfalls auf Johnny Cecotto junior.

Der Sohn des zweimaligen Motorradweltmeisters und ehemaligen Formel-1-Piloten Johnny Cecotto startet zwar für das Heimatland seines Vaters, Venezuela, hat aber eine deutsche Mutter, bei der er nach der Trennung der Eltern auch aufwuchs.

Bei seinem Debüt im Force-India-Mercedes machte Cecotto junior eine gute Figur. Jetzt hofft der 22-Jährige erst einmal auf eine gute GP2-Saison 2012 - "und vielleicht geht ja in Richtung Formel 1 auch schon was, so als dritter Fahrer oder so ..."

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