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Robert Kubica verunglückte vor dem Start der Saison 2011 bei einem Rallye-Unfall © imago

Robert Kubicas Leidenszeit geht weiter. Der Pole kehrt vorerst nicht in die Formel 1 zurück. Boullier hält ihm die Tür offen.

München - Der im Februar schwer verunglückte Robert Kubica wird auch auf den Saisonstart 2012 verzichten müssen, hofft aber weiter auf eine Fortsetzung seiner Karriere.

Der Pole, der sich zuletzt zurückgezogen hatte und selbst für den verärgerten Teamchef Eric Boullier nicht zu erreichen war, erklärte am Mittwoch seinen notgedrungenen Verzicht auf die Rückkehr ins Cockpit zum Start der neuen Saison. (SERVICE: WM-Stand der Fahrer)

Sein Rennstall Renault erklärte jedoch, dass Kubica auch 2012 zur "Familie gehören" werde und es mit seinem Management bereits Gespräche über eine Vertragsverlängerung gebe.

Ein Testwagen stünde jederzeit für ihn bereit, eine Crew befände sich im Stand-by-Modus, um im Fall der Fälle sofort für ihn zur Verfügung zu stehen.

Kubica könne jedoch bereits ohne fremde Hilfe gehen und seine Hand sowie seinen Ellbogen bewegen.

"Schwierige Entscheidung"

"Auch wenn ich in den letzten Wochen sehr, sehr hart gearbeitet habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich noch nicht sicher sein kann, ob ich 2012 fahren kann", sagte Kubica in einer Mitteilung seines Teams.

Und weiter: "Ich weiß, dass das Team sich auf das nächste Jahr vorbereiten muss, und deshalb würden weitere Deadlines keinen Sinn machen. Es war eine schwierige Entscheidung, aber die logische."

Auf dem Weg der Besserung

Seine Genesung bezeichnete der Pole als "sehr ermutigend, meine Ärzte sind weiterhin beeindruckt. Ich brauche einfach nur mehr Zeit, wenn ich 100 Prozent fit sein will, bevor ich wieder fahre".

Er entschuldigte sich gleichzeitig für sein Abtauchen in den vergangenen Wochen, das ihm scharfe Kritik von Boullier eingebracht hatte. Der Teamchef hatte selbst vergeblich versucht, Kontakt zu Kubica aufnehmen.

"Ich bedauere, dass ich nicht in der Lage war, mehr Nachrichten zu geben und nicht in den Zeitungen erscheinen zu können. Ich danke meinen Freunden der Medien, aber es war der beste Weg für mich, um mit der schwierigsten Periode meines Lebens fertig zu werden", sagte Kubica.

Boullier sagt Unterstützung zu

Boullier lobte nun die Entscheidung seines Fahrers.

"Jeder im Team ist heute sehr traurig. Dass er beim Saisonstart in Australien nicht fahren kann, ist nicht das, was wir alle gehofft haben", sagte er: "Aber Robert hat eine sehr reife Entscheidung getroffen und im besten Interesse von Lotus-Renault GP gehandelt."

Für die Zukunft sagte der Franzose dem einmaligen Grand-Prix-Gewinner die volle Unterstützung zu.

"Wir stehen als Team und Familie weiter zu 100 Prozent hinter ihm und werden ihm so gut wir können helfen. Robert wird Schritt für Schritt gehen und sich wieder ins Auto setzen, wenn der richtige Moment gekommen ist", so Boullier.

Petrow, Senna oder Grosjean?

Renault werde nun Verhandlungen über die Fahrerpaarung für das kommende Jahr führen.

Im Moment fährt neben dem Russen Witali Petrow der Brasilianer Bruno Senna. Auch der französische GP2-Champion Romain Grosjean, der derzeit als Freitagsfahrer zum Einsatz kommt, gilt als Kandidat.

Kubica hatte sich zu Beginn des Jahres bei einem Rallye-Gaststart in Italien schwer verletzt und danach zahlreichen Operationen unterziehen müssen.

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