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Adrian Sutil gab 2007 beim GP von Australien sein Formel-1-Debüt © getty

Der Ex-Formel-1-Pilot und die Staatsanwaltschaft legen gegen das Urteil von anderthalb Jahren Haft auf Bewährung Berufung ein.

München/Jerez - Der Prozess gegen Adrian Sutil geht in die nächste Runde (Sutil: Verurteilt und arbeitslos).

Sowohl der 29-Jährige als auch die Staatsanwaltschaft München sind fristgerecht gegen das Urteil von 18 Monaten auf Bewährung und 200.000 Euro Geldstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung vorgegangen.

Jetzt wird es in zweiter Instanz vor dem Landgericht zu einer erneuten Verhandlung kommen.

"Wir sind überzeugt, dass das vorliegende Urteil nicht angemessen ist. Es gibt viele Dinge, die gegen uns gelaufen sind", sagte Sutils Manager Manfred Zimmermann und bestätigte, dass man Rechtsmittel eingelegt habe.

Urteil zu milde

Ingrid Kaps, Sprecherin des Münchner Amtsgerichtes, erklärte am Mittwoch, dass auch die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen ist.

Offenbar war ihr das Urteil zu milde. Staatsanwältin Nicole Selzam hatte am zweiten und letzten Prozesstag am 31. Januar sogar ein Jahr und neun Monate auf Bewährung und 300.000 Euro Geldstrafe gefordert.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft ergänzte, dass es sich um eine "auf das Strafmaß beschränkte Berufung" handelt.

Neue Zeugen sollen Sutil helfen

Sutil war von Richterin Christiane Thiemann verurteilt worden, weil er in der Nacht vom 17. auf den 18. April 2011 in einer Diskothek in Shanghai den luxemburgischen Geschäftsmann Eric Lux, Teilhaber des damaligen Renault- und heutigen Lotus-Teams, mit einem Glas am Hals verletzt hatte.

Gegen die Strafe will Sutil jetzt vorgehen. "Wir versuchen, ein Urteil zu bekommen, das angemessen ist", sagte Zimmermann.

Helfen sollen dabei auch neue Zeugen. "Es gibt drei, vier Zeugen, die in der Nähe waren, die nicht befragt wurden", sagte Zimmermann. Einer davon war McLaren-Pilot Lewis Hamilton, der nicht zum Prozess nach München gekommen war (Sutil senior: Hamilton soll sich schämen).

Freundschaft gekündigt

Sutil hatte seinem früheren Kumpel daraufhin die Freundschaft gekündigt. "Lewis ist ein Feigling, ich will mit so jemandem nicht befreundet sein. Er ist für mich kein Mann", hatte nach dem Prozess der "Bild-Zeitung" gesagt.

Der Brite habe auch seine Handynummer geändert und sei für ihn nicht mehr erreichbar gewesen.

Zimmermann monierte auch, dass Videomaterial aus der Überwachungskamera des Clubs im Prozess nicht ausreichend in Betracht gezogen worden sei.

"Gravierende Konsequenzen"

Richterin Thiemann hatte in ihrer Urteilsbegründung am 31. Januar noch angedeutet, dass Sutils aktueller Stand ohne Vertrag für 2012 ihn wohl vor einer noch härteren Strafe bewahrt habe.

"Wenn eine Strafe über ein Jahr hinausgeht, muss sie nicht zur Bewährung ausgesetzt werden", hatte die Richterin gesagt und erklärt, dass Sutils aktuelle Situation und sein zuvor tadelloses Verhalten strafmildernd berücksichtigt wurden.

Auch habe das Urteil wohl "gravierende berufliche Konsequenzen" für Sutil, hatte sie gesagt und die Strafe als "ausreichend beeindruckend" bezeichnet.

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