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Jarno Trulli fuhr in seiner Formel-1-Karriere bislang elfmal aufs Podest © getty

Die Azzurri weinen: Weil Caterham Urgestein Trulli gegen Petrow austauscht, fährt erstmals seit 1970 kein Italiener in der F1.

Rom - Die motorsportverrückten Italiener sind enttäuscht.

Nach der Entscheidung des Formel-1-Teams Caterham, den italienischen Piloten Jarno Trulli wenige Wochen vor Saisonbeginn durch den Russen Witali Petrow zu ersetzen, ist erstmals seit 1970 kein italienischer Fahrer in der Motorsport-Königsklasse dabei. (494029DIASHOW: Teams und Fahrer 2012)

"Die Formel 1, die wir Italiener mitgegründet haben, hat nach dem Ausschluss Trullis keinen einzigen italienischen Piloten mehr. Vitantonio Liuzzi, der vorletzte Mohikaner, war bereits vor zwei Wochen ausgeschlossen worden", kommentierte die Sporttageszeitung "Corriere dello Sport" am Samstag.

"Italien ist aus der F1 verschwunden! Die Rubel des Russen Petrow drängen Trulli aus der F1. Das geschieht immer häufiger in Zeiten der Krise", schrieb die "Gazzetta dello Sport".

"Immer ein Teil unserer Familie"

"Wir haben uns mit Jarno auf eine Trennung geeinigt, aber er wird immer ein Teil unserer Familie sein. Ich möchte ihm danken", hatte Caterham-Teamchef Tony Fernandes am Freitag gesagt:

"Seit er im Dezember 2009 zu uns gestoßen war, hat er bei den erfolgten Fortschritten eine ganz wichtige Rolle gespielt."

Trulli spricht von Krise

Trulli zeigte sich gelassen, spricht jedoch von einer Krise im italienischen Motorsportbereich.

"Der Abschied tut mir leid, doch das ist nicht mein Problem. Andere sollten die Verantwortung dieser Verarmung im italienischen Motorsport übernehmen, die nicht seit gestern besteht. Man hat einfach dagegen nichts unternommen", sagte Trulli.

Der 37-Jährige hatte mit der Trennung von Caterham gerechnet: "Ich war vorbereitet und wusste, dass die schwierige Wirtschaftssituation die Beschlüsse des Rennstalls beeinflussen würden. Kleine Teams haben bestimmte Bedürfnisse."

Das in Malaysia beheimatete Team wartet nach zwei Jahren immer noch auf den ersten WM-Punkt. Der zweite Fahrer neben Petrow ist der Finne Heikki Kovalainen (DATENCENTER: Rennkalender 2012).

Ferrari bedauert Trennung

Auch Ferrari findet die Trennung von Trulli schade.

"Es tut mir sehr leid, dass es keinen italienischen Piloten mehr gibt. Wir erleben eine schwierige Phase, auch aus Gründen, die außerhalb unseres Sportes stehen", kommentierte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali.

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