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Gibt es eine Nummer eins? Vettel (u.) und Alonso im Parc Ferme © getty

Zwei Doppel-Weltmeister, viele Experten-Meinungen. Zählt der Jugend-Bonus mehr als der unbedingte Wille? Schumi hat keine Chance.

Von Björn Seitner

München - Viel wird in dieser Saison diskutiert.

Über die Autos, die Technik, die Reifen.

Doch wer ist eigentlich der beste Pilot? Wessen fahrerische Fähigkeiten sind am überzeugendsten?

Laut einer Expertenumfrage von "Sport Bild" und "Auto Bild motorsport" gibt es nicht nur einen Top-Fahrer, es gibt zwei: Fernando Alonso und Sebastian Vettel befinden sich auch dem gleichen Level.

Schumi am Ende der Top Ten

Zehn Teamchefs und Ex-Piloten wurden nach ihrem Fahrer-Ranking befragt.

Die beiden Doppel-Weltmeister konnten jeweils fünf Stimmen verbuchen. Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Romain Grosjean liegen knapp dahinter.

Am Ende der Top-Ten-Rangliste befinden sich Routiniers und Ex-Champions wie Mark Webber, Kimi Räikkönen und Michael Schumacher.

Vettels Jugend-Bonus

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost begründet seine Entscheidung für Red-Bull-Pilot Vettel mit dessen "beiden Titeln, seiner Jugend, seiner Cleverness, seiner Übersicht, seiner Zielstrebigkeit und seiner Professionalität".

Eigenschaften die sicher auch auf Alonso zutreffen, weshalb Tost konkreter wird:

"Alonso ist im Gesamtpaket sicher einer der besten Fahrer, aber Vettel ist für mich eine Nuance vor ihm, weil er in jüngeren Jahren schon auf dem gleichen Niveau ist wie der erfahrene Alonso."

Hamilton sei von den fahrerischen Fähigkeiten zwar auf dem selben Niveau, ihm fehle jedoch die knallharte Disziplin des Duos.

"Alonso kneift die Arschbacken zusammen"

Dieser Meinung ist auch Ex-Rennstall-Besitzer Eddie Jordan, der alle drei für "echte Champions" hält. Wäre er noch Teamchef, würde Jordan aber den aktuellen Doppel-Weltmeister einstellen.

Der ehemalige Formel-1-Pilot und heutige TV-Experte Christian Danner hält dagegen.

"Weil Fernando aus einem technisch katastrophalen Saisonbeginn zwei Siege und viele Punkte mit nach Hause genommen und nie die Geduld verloren hat", sagt Danner zur Begründung:

"Er ist immer am Ball ist und immer superschnell. Der jammert nie rum, kneift die Arschbacken zusammen und erledigt seinen Job."

Grosjean "eine Offenbarung"

Überraschender Dritter in Danners Ranking: Romain Grosjean.

Mit welcher Abgebrühtheit sich der französische Rookie, der in den bisherigen acht Saisonrennen zweimal auf dem Podium stand, gegen Teamkollege Kimi Räikkönen durchsetze sei "eine Offenbarung".

Laffite für deutsches Duo

Ein deutsches Duo bestimmt dagegen die Reihenfolge von Ex-Pilot Jacques Laffite, der hinter Vettel Mercedes-Fahrer Nico Rosberg einordnet.

"Er ist intelligent, schnell und schneller als sein starker Teamkollege", so die Begründung des Franzosen.

Apropos Michael Schumacher: Der siebenmalige Weltmeister schafft es zwar bei keinem der Befragten in die Top drei, Alexander Wurz bricht für den Routinier aber eine Lanze.

"Michael hat's nicht verlernt und weiß genau, wie man diese Autos bewegt. Der haut sie teilweise quer in die Kurven, was sensationell ist."

Alonso hat die Nase vorn

Betrachtet man nur die Saisonergebnisse, spricht die WM-Führung klar für Alonso (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Der Spanier ist der einzige Pilot, der in allen Rennen 2012 in die Punkte fuhr und noch keinen Ausfall zu verzeichnen hat.

Geht es so weiter, wird Alonso Vettel bei den Titeln überholen - und vielleicht nicht nur darin.

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