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Maria de Villota begann ihre Karriere 2000 in der spanischen Formel Toyota © getty

Neue Details zum schweren Unfall der Marussia-Testfahrerin Maria de Villota kommen ans Licht. Die 32-Jährige ist bei Bewusstsein.

Von Felix Götz

München - Der Zustand der schwer verunglückten Marussia-Testpilotin Maria de Villota hat sich nach Angaben ihres russischen Rennstalls "im Vergleich zu Dienstagmorgen verbessert".

"Seit ihrer Ankunft im Krankenhaus erhält sie im größten Traumazentrum der Region die beste medizinische Versorgung", heißt es in einer Stellungnahme.

Spanische Medien berichten übereinstimmend, dass die 32-Jährige Teamkollegin des deutschen Fahrers Timo Glock einen Schädelbruch erlitten hat.

Deshalb wurde die Spanierin offenbar am späten Dienstagabend noch operiert.

Pic und Hamilton äußern sich

"Was Maria passiert ist, hat mich sehr getroffen", erklärte Marussia-Pilot Charles Pic via "Twitter". "Ich hoffe, dass sie bald wieder gesund wird. Alle meine Gedanken sind bei ihr und ihrer Familie."

Auch Lewis Hamilton meldete sich zu Wort: "Ich hoffe, dass sie durchkommt. Meine Gedanken und Gebete sind jetzt bei ihr und ihrer Familie."

De Villota kämpft seit einem Unfall bei Übungsfahrten im englischen Duxford um ihr Leben.

"Sie hat lebensgefährliche Verletzungen erlitten", bestätigte ein Sprecher des Addenbrooke-Krankenhauses in Cambridge, in dem die Tochter des ehemaligen Formel-1-Piloten Emilio de Villota behandelt wird.

Nach Angaben der Hubschrauberbesatzung, die de Villota ins Krankenhaus flog, war die Patientin bei ihrer Ankunft in der Klinik "stabil".

"Maria ist bei Bewusstsein"

"Maria ist bei Bewusstsein und die medizinische Behandlung dauert an", heißt es in der Marussia-Stellungnahme, in der allerdings nach wie vor nicht auf die Unfallursache eingegangen wird.

Nachdem der Bolide der Spanierin nach einer Installationsrunde an der Box zum Stillstand gekommen war, soll er laut englischen Medienberichten plötzlich wieder beschleunigt haben und auf die Laderampe eines teameigenen Transport-Lastwagens gekracht sein.

"Maria verließ die provisorische Garage, fuhr ein Mal die Gerade herunter, drehte um und kam zurück. Erst sah alles gut aus, aber als sie sich den Mechanikern wieder näherte, blockierten die Hinterräder und sie kollidierte mit der Heckpartie des Trucks, mit dem das Team angereist war", schilderte eine Mitarbeiterin von "Sky Sports F1" auf der Homepage des Senders die fürchterliche Szene etwas anders.

Und weiter: "Wir wurden 20 Minuten nachdem der Unfall passiert war gebeten zu gehen - da saß sie noch im Auto. Weil es eine Testfahrt war, stand der Krankenwagen schon bereit, ein Feuerwehrfahrzeug ebenfalls."

Das Marussia-Mitarbeiter hätten ziemlich besorgt ausgesehen: "Jeder war aufgerüttelt von dem Unfall."

50 Stundenkilometer schnell

Der Marussia-Bolide soll zum Zeitpunkt des Aufpralls nicht mehr als 50 Stundenkilometer schnell gewesen sein.

"Von meinem Standpunkt sah es so aus, als habe der Helm die meiste Wucht des Aufpralls abgefangen", sagte ein "BBC"-Reporter, der ebenfalls Augenzeuge des Unfalls war: "Ein fürchterlicher Augenblick, in dem jeder sehr geschockt war."

Für de Villota waren es die erste Testfahrt für Marussia überhaupt.

Noch am Montag hatte sie gesagt: "Ich zähle schon seit drei Monaten die Tage runter. Es ist mein erster Test mit dem Team, daher will ich gute Arbeit leisten. Ich habe mich lange darauf vorbereitet. Jetzt kann ich es kaum noch erwarten."

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