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Sebastian Vettel hat in der Formel 1 bisher 22 Grands Prix gewonnen © getty

Die Konkurrenz und Red Bull erwarten vom Weltmeister in Großbritannien viel. Vettel steht unter Druck. Wie fällt seine Reaktion aus?

Von Felix Götz

München - Sebastian Vettel steht vor dem Rennen in Silverstone am Sonntag (1. Freies Training, Fr., ab 11 Uhr im LIVE-TICKER) unter Druck.

Nach dem Ausfall beim Europa-Grand-Prix in Valencia liegt der Weltmeister als Vierter in der WM-Fahrerwertung 26 Punkte hinter dem Führenden Fernando Alonso (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Ein weiterer Ausrutscher in Großbritannien könnte für den Red-Bull-Piloten also bereits schlimme Folgen haben - die erneute Titelverteidigung würde womöglich in weite Ferne rücken.

"Für uns ist wichtig, dass wir das Gefühl von Valencia bestätigen können - nicht das Ergebnis", sagte Vettel.

Viel schneller als der Rest

Was der 25-Jährige meint: In Spanien dominierte er das Rennen nach Belieben, ehe ein Defekt an der Lichtmaschine das vorzeitige Aus besiegelte und Alonso im Ferrari gewann.

Dennoch kann Vettel optimistisch sein, weil selbst die Konkurrenz vom Speed des RB8 beeindruckt war (BERICHT: Wer ist der Beste der Besten).

"Sebastians Tempo war unglaublich", meinte McLaren-Pilot Jenson Button im "Daily Express": "Er war viel schneller als der Rest des Feldes. Das haben wir schon lange nicht mehr gesehen."

Und Ferrari-Boss Luca di Montezemolo war nach Vettels Performance sogar "beunruhigt" (Bericht).

Vettel der Favorit

"Wir haben sein Bestes noch nicht gesehen", glaubt Red-Bull-Teamchef Christian Horner ebenfalls an einen starken Vettel in den kommenden Rennen.

In Silverstone, wo er in den vergangenen drei Jahren einmal gewann, einmal Zweiter wurde und sich zwei Mal die Pole-Position schnappte, kommt Vettel jedenfalls nicht um die Rolle des Topfavoriten herum.

Auch die meisten Wettanbieter sehen den Heppenheimer auf Platz eins - deutlich vor Lewis Hamilton und Alonso.

Vettel will davon allerdings nichts wissen. "Silverstone ist eine ganz andere Strecke, was die Geschwindigkeit angeht. Valencia ist ziemlich langsam", so der 22-malige Grand-Prix-Sieger.

Es sieht nach Regen aus

Zu viel Unvorhergesehenes ist in der bisherigen Saison eingetreten, zu viele Prognosen schossen ins Kraut.

Und dann auch noch der Ausfall in Valencia. Vettel ist vorsichtig geworden.

Außerdem erinnerte der Champion von 2010 und 2011 an das Wetter, das beim Rennen in Großbritannien oft eine große Rolle spielt: "30 Grad und Sonnenschein würden mich überraschen."

In der Tat beziffern die Meteorologen die Regenwahrscheinlichkeit für den Sonntagnachmittag auf 70 Prozent.

Webber peilt Sieg an

Deutlich offensiver geht Vettels Teamkollege Mark Webber an das kommende Rennen heran (DATENCENTER: WM-Stand Teams).

"Wir fahren nur mit einem Ziel nach Silverstone", sagte der Australier: "Nämlich um zu gewinnen."

So spricht ein Fahrer, der vor Selbstvertrauen nur so strotzt.

Kein Wunder, wenn man wie Webber in Valencia von Startplatz 19 bis auf Rang vier fährt.

Vettel reagiert dünnhäutig

Für Vettel wäre ein Sieg in Silverstone jedenfalls auch deshalb wichtig, um die zuletzt nicht immer positiven Schlagzeilen vergessen zu machen.

In Valencia beschuldigte er den Weltverband FIA öffentlich der Manipulation.

Die Safety-Car-Phase nach dem Crash zwischen Jean-Eric Vergne (Toro Rosso) und Heikki Kovalainen (Caterham) sei unnötig gewesen.

"Das Safety-Car hat uns das Genick gebrochen. Ich glaube, es ist klar, warum man es rausgeschickt hat", hatte Vettel gewettert.

Experten sind anderer Meinung

Sein Vorwurf: Die FIA habe ihn einbremsen und das Rennen so wieder spannend machen wollen.

Fast alle Experten waren anderer Meinung und bescheinigten der Rennleitung ein korrektes Handeln.

Vettel und Teile seines Red-Bull-Teams hatten unnötiger- und wohl auch unberechtigterweise eine Verschwörungstheorie gesponnen.

Fans wollen Vettel siegen sehen

Auf Rückschläge reagierte er auch in Malaysia nicht im Stile eines Champions, sondern eher dünnhäutig.

In Sepang hatte Vettel Narain Karthikeyan den Stinkefinger gezeigt und ihn als "Idioten" und "Gurke" beschimpft.

Der HRT-Fahrer aus Indien hatte ihm den Reifen aufgeschlitzt.

Vettels Fans wollen ihn sicher nicht als Nörgler, sondern möglichst weit oben auf dem Podest sehen.

Die Voraussetzungen, dass dies schon in Silverstone gelingt, sind nicht so schlecht.

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