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Mark Webber konnte seit 2007 neun Grand-Prix-Siege für Red Bull einfahren © getty

Kurz nach seinem Silverstone-Sieg unterschreibt der Australier für kommendes Jahr. Er bestätigt aber Gespräche mit der Konkurrenz.

Von Björn Seitner

München - Die Nachricht kam früher als erwartet:

Mark Webber bleibt auch 2013 Teamkollege von Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel bei Red Bull.

Der österreichisch-englische Rennstall gab die Vertragsverlängerung des 35-Jährigen um ein weiteres Jahr bekannt.

Damit sind auch die immer wiederkehrenden Gerüchte um einen Wechsel des Australiers zu Ferrari Geschichte 576155(DIASHOW: Das Fahrerkarussell 2012).

Angesichts der "beeindruckenden Leistungen in dieser Saison" sei der neue Kontrakt die "logische Entscheidung", wird Teamchef Christian Horner in einer Pressemitteilung zitiert.

Verlangen von beiden Seiten groß

Webber ist am vergangenen Wochenende beim England-GP zu seinem insgesamt neunten Sieg für Red Bull gefahren - bereits sein zweiter Triumph in Silverstone (Bericht).

"Der Großteil seiner Erfolge kam mit Red Bull zustande. Zusammen haben wir 31 Podestplätze, zehn Pole-Positions und neun Siege gefeiert", fasste Horner Webbers Karriere zusammen.

Von beiden Seiten sei das Verlangen nach einer weiteren Zusammenarbeit groß gewesen, so der Engländer.

Webber will den Titel

Webber selbst erklärt die Entscheidung mit seinen Zielen für die laufende Saison: "Ich bin im Moment sehr zuversichtlich und feuere aus allen Zylindern. Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Weltmeisterschaft."

Der Routinier konnte seit seinem Debütjahr 2002 noch keinen Titel gewinnen. Kein Wunder also, dass er endlich den ganz großen Coup perfekt machen will.

Nach seinem zweiten Sieg 2012 liegt Webber mit 13 Punkten Rückstand auf Rang zwei der Fahrerwertung (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Auf Teamkollege Vettel, der ihn in der vergangenen Saison deklassiert hatte, hat der Mann aus Queanbeyan derzeit 16 Zähler Vorsprung.

[kaltura id="0_k8id1xz3" class="full_size" title="Ist Webber besser als Vettel "]

Bleibt Vettel die Nummer eins?

Will Vettel auch in diesem Jahr die Nummer eins vor Webber bleiben, muss sich der 25-Jährige gehörig strecken.

Red Bulls Motosportberater Helmut Marko bekräftigte jedenfalls, dass "beide Fahrer gleichberechtigt sind und beide das absolut gleiche Material bekommen. Wer im Rennen in der besseren Position ist, kriegt von der theoretischen Strategie her diese auch zugespielt."

Zu einer Stallorder oder Missverständnissen wie beim Silverstone-Grand-Prix 2011 sollte es also nicht mehr kommen (Bericht).

"Kämpfen immer hart gegeneinander"

Seit Vettel 2009 zum Team stieß, pushen sich der Deutsche und der Australier immer wieder zu Top-Leistungen - dies soll nun auch für das kommende Jahr garantiert werden.

"Auf der Strecke kämpfen wir immer hart gegeneinander. Das ist zwar manchmal nervenaufreibend für das Team, weil wir nun mal nicht beide ganz oben stehen können. Aber es hat auch seine Vorteile", erklärte Webber.

Die Zusammenarbeit mit Vettel sei aber "sehr gut", hielt Webber fest: "Es gibt nicht viele Teamkollegen in der Formel 1, die schon so lange und so erfolgreich zusammenarbeiten wie wir."

Red Bull konnte in den vergangenen beiden Jahren die Konstrukteurs-WM für sich entscheiden und führt die Team-Wertung auch 2012 mit derzeit 64 Punkten an.

Gespräche mit Ferrari

Webber gab jedoch auch zu, dass er sich offensichtlich nicht immer sicher über die Vertragsverlängerung war.

"Es gab Gespräche mit Ferrari", gibt er zu. Die frühzeitige Verlängerung gebe ihm aber Sicherheit.

"Ich höre mir schon seit einer ganzen Weile die wildesten Gerüchte an. Es ist aber wichtig, dass das Team zu einhundert Prozent weiß, was Sache ist."

"Entscheidung leicht gefallen"

Da sich Red Bull für Webber zu einer große Familie entwickelt habe, sei ihm die Unterschrift nicht schwer gefallen:

"Ich kenne praktisch von jedem Mitarbeiter die Schuhgröße. Ich kenne jeden beim Namen, ich weiß wie die Leute ticken - das hat mir meine Entscheidung leicht gemacht", sagte Webber.

Über das kommende Jahr hinaus wollte er aber noch nicht blicken: "In diesem Sport geht es um Resultate. Es liegt also alles in meinen Händen."

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