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Ferrari-Pilot Alonso wird von den "Bullen" Webber und Vettel verfolgt © getty

Die "Formel Fragezeichen" hat ein Ende - mit dem Ferrari-Star, Vettel und Webber kristallisieren sich die WM-Favoriten heraus.

Von Björn Seitner

München - Noch vor wenigen Wochen wurde sie als "Formel verrückt" bezeichnet.

Nach sieben Siegern in sieben Rennen stand hinter der Favoritenfrage in der Königsklasse ein großes Fragezeichen.

Langsam aber sicher kristallisieren sich jedoch die Top-Piloten heraus: Das derzeitige Führungstrio Fernando Alonso, Mark Webber und Sebastian Vettel wird wohl bis zum Schluss um den Titel 2012 kämpfen (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Denn wie bereits zu Beginn der Saison von Red-Bull-Teamchef Christian Horner angekündigt, zählt dieses Jahr vor allem eins: die Konstanz.

Marko: Red Bull und Alonso können das Tempo halten

Und in dieser Hinsicht haben Red Bull und Ferrari die Nase vorn.

"Alles in allem sind wir glaube ich zusammen mit Alonso die einzigen, die konstant an der Spitze mitfahren können und auch das Tempo halten", erklärte auch "Bullen"-Motorsportberater Helmut Marko gegenüber "ServusTV".

WM-Leader Alonso (129 Punkte) ist der einzige Pilot, der in jedem der ersten neun Rennen Punkte einfahren konnte.

Erster Pilot mit zwei Siegen

Von den Experten wurde der F2012 nach den ersten Tests vor der Saison noch als nicht siegfähig eingestuft.

Im Endeffekt war Alonso jedoch der erste Pilot, der sich über zwei Siege - in Malaysia und Valencia - in der laufenden Saison freuen durfte.

Seit auch Felipe Massa, der seiner alten Form immer noch hinterherfährt (Bericht), mit Platz vier in Silverstone plötzlich aufhorchen ließ, ist jedem Experten klar: Der Ferrari-Bolide ist auf Augenhöhe mit dem Red Bull.

Auspuff-Problem behoben

Erklären lässt sich die Leistungssteigerung mit den Tests Anfang Mai: "Mugello war wichtig, denn seither haben wir eine phänomenale Saison", so Stefano Domenicali.

Die Roten konnten vor allem ihr Auspuff-Problem beheben. In Valencia und Silverstone wurden zudem Detailänderungen an Frontflügel, Seitenspiegel, Unterboden und den seitlichen Abweisern vorgenommen.

Der Ferrari-Teamchef weiß, dass es darum geht, "sich von Rennen zu Rennen weiterzuentwickeln".

[kaltura id="0_k8id1xz3" class="full_size" title="Ist Webber besser als Vettel?"]

Red Bull mit anfänglichen Problemen

Aufgrund der Regeländerungen für 2012 verlor Red Bull im Vergleich zum Vorjahr seine Abtrieb-Dominanz und war lange auf der Suche nach den richtigen Updates.

"Ich weiß nicht, wie es bei den anderen Teams war, aber für uns war die Suche nach Verbesserungen bisher nicht immer von Erfolg gekrönt", eklärte Vettel noch vor dem Rennen in England.

In Valencia habe man mit einem Aerodynamik-Update aber einen Schritt nach vorne gemacht, so der Doppel-Weltmeister, der derzeit 29 Punkte Rückstand auf Alonso hat.

Auch wenn er beim Europa-Grand-Prix nach 33 Führungsrunden wegen einer defekten Lichtmaschine ausschied, war die zurückgekehrte Dominanz doch beeindruckend.

Mastermind Newey sorgt für Aufschwung

Das ist vor allem auf Mastermind Adrian Newey zurückzuführen, dem Leiter der Design-Abteilung bei den "Bullen".

"Red Bull ist vor allem aus aerodynamischer Sicht sehr stark. Sie haben eine kreative Gruppe und waren in diesem Bereich schon immer extrem wettbewerbsfähig", erklärte auch Mercedes-Teamchef Ross Brawn über die Newey-Truppe nach der Valencia-Show.

Webber motiviert, wie nie zuvor

Mit der Vertragsverlängerung von Webber (Bericht) kehrt im Red-Bull-Lager wieder Ruhe ein, was der Performance des Teams sicher nicht schaden wird.

"Wir wollten den ständigen Gerüchten und der damit verbundenen Unruhe ein Ende setzen", erklärte Marko die relativ frühe Entscheidung für ein weiteres Jahr mit dem Australier.

Webber (100 WM-Zähler) wartet seit zehn Jahren auf seinen ersten Titel. Wie Marko glaubt, könnte es dieses Jahr endlich soweit sein: "Mark ist heuer locker und motiviert, wie nie zuvor."

Verfolger-Trio hinkt hinterher

Motiviert sind sicher auch die Verfolger-Teams.

Doch wie sich nicht zuletzt beim Heim-Grand-Prix der Chrompfeile in England zeigte, hinkt nicht nur McLaren hinterher. Auch Lotus und Mercedes fehlt entweder der Speed, oder die Fahrer haben große Probleme mit den Reifen.

Glock gibt einen Titel-Tipp ab

Daher geht auch ein Insider vom Dreikampf zwischen Alonso, Vettel und Webber aus: Timo Glock.

Der Marussia-Pilot meint bei "motorsport-total.com": "In der ersten Phase der Saison gab es eine Überraschung nach der nächsten, derzeit haben sich aber manche Dinge etwas herauskristallisiert. Wenn es um Siege geht, dann haben sich Red Bull und Ferrari eindeutig in die beste Position gebracht."

Vor allem die Entwicklung bei Ferrari ist für den Deutschen erstaunlich: "Die haben es geschafft, aus dem anfangs nicht überzeugenden F2012 ein Siegerauto zu machen."

Vettel und Webber sollte man zwar nicht abschreiben, da Red Bull immer in der Lage sei, "technisch noch einmal ordentlich nachzulegen", weiß Glock.

Machen die Roten aber so weiter, "dann ist Alonso der WM-Favorit".

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