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Vettel verärgert: "Nicht alles Gold, was glänzt"
Glamour, Partys, Reichtum? Von wegen! Das Leben eines Rennfahrers ist voller Entbehrungen. Der Weltmeister sagt, wie es wirklich ist.
Von Barnabas Szoecs
München - Haben Rennfahrer wie Sebastian Vettel einen echten Traumjob?
Vollgepackt mit Glamour, Partys, Reichtum und Spektakel?
Über solch ein falsches Bild von einem Rennfahrer in der Öffentlichkeit zeigt sich der zweimalige Formel-1-Weltmeister ziemlich verärgert und prangert gleichzeitig die fehlende Würdigung seines Jobs an:
"Die Leute sehen dich im Auto, sehen dich racen, und wenn es gut für dich läuft, jubeln sie dir zu. Aber sie sehen nicht, was nötig ist, um auf dieses Level zu kommen und dort zu bleiben", so der 25-Jährige gegenüber "formula1.com".
"Versuchungen widerstehen"
Vettel weiter: "Die Disziplin, das tägliche Training und die Mühe, den Versuchungen, den man widerstehen muss und die harten Zeiten, die man durchlebt. Das sind die körperlichen Herausforderungen, die die Außenwelt nicht sieht."
Dass das Leben eines Piloten zum großen Teil aus nicht immer spannenden, aber sehr komplexen Tätigkeiten wie die Abstimmung des Boliden und Telemetrie-Studien besteht, wissen viele Beobachter laut Vettel gar nicht:
"In Gesprächen mit deinen Ingenieuren musst du auf einem Level mit ihnen sein, die technischen Vorgänge in einer laborähnlichen Umgebung verstehen. All diese Aspekte sehen die Fans nicht.
Wenn man den Fernseher anmacht und sich das Qualifying ansieht, denkt man vielleicht, das sei alles viel Lärm um nichts, dass wir nur ein paar Runden drehen. Aber dorthin zu kommen ist ein 24-Stunden-Marathon über mindestens zehn Monate hinweg."
Ist Webber besser als Vettel?
Kaum Privatleben vorhanden
Als besonders großen Nachteil empfindet der Heppenheimer das kaum vorhandene Privatleben:
"Man kann sich nicht im Geringsten vorstellen, was auf einen zukommt. Du reist pausenlos, hast einen 24-Stunden-Job und nur wenig Zeit für dich selbst", so Vettel: "Noch weniger Zeit bleibt für Familie und Freunde. Es sieht von außen selten so aus wie es sich anfühlt, es zu leben."
Weltmeister seit 1950
2012
Sebastian Vettel (Deutschland, Red Bull Racing)
2011
Sebastian Vettel (Deutschland, Red Bull Racing)
2010
Sebastian Vettel (Deutschland, Red Bull Racing)
2009
Jenson Button (England, Brawn GP)
2008
Lewis Hamilton (England, McLaren-Mercedes)
2007
Kimi Räikkönen (Finnland, Ferrari)
2006
Fernando Alonso (Spanien, Renault)
2005
Fernando Alonso (Spanien, Renault)
2004
Michael Schumacher (Deutschland, Ferrari)
2003
Michael Schumacher (Deutschland, Ferrari)
2002
Michael Schumacher (Deutschland, Ferrari)
2001
Michael Schumacher (Deutschland, Ferrari)
2000
Michael Schumacher (Deutschland, Ferrari)
1999
Mika Häkkinen (Finnland, McLaren-Mercedes)
1998
Mika Häkkinen (Finnland, McLaren-Mercedes)
1997
Jacques Villeneuve (Kanada, Williams-Renault)
1996
Damon Hill (England, Williams-Renault)
1995
Michael Schumacher (Deutschland, Benetton-Renault)
1994
Michael Schumacher (Deutschland, Benetton-Ford)
1993
Alain Prost (Frankreich, Williams-Renault)
1992
Nigel Mansell (England, Williams-Renault)
1991
Ayrton Senna (Brasilien, McLaren-Honda)
1990
Ayrton Senna (Brasilien, McLaren-Honda)
1989
Alain Prost (Frankreich, McLaren-Honda)
1988
Ayrton Senna (Brasilien, McLaren-Honda)
1987
Nelson Piquet (Brasilien, Williams-Honda)
1986
Alain Prost (Frankreich, McLaren-Porsche)
1985
Alain Prost (Frankreich, McLaren-Porsche)
1984
Niki Lauda (Österreich, McLaren-Porsche)
1983
Nelson Piquet (Brasilien, Brabham-BMW)
1982
Keke Rosberg (Finnland, Williams-Ford)
1981
Nelson Piquet (Brasilien, Brabham-Ford)
1980
Alan Jones (Australien, Williams-Ford)
1979
Jody Scheckter (Südafrika, Ferrari)
1978
Mario Andretti (USA, Lotus-Ford)
1977
Niki Lauda (Österreich, Ferrari)
1976
James Hunt (England, McLaren-Ford)
1975
Niki Lauda (Österreich, Ferrari)
1974
Emerson Fittipaldi (Brasilien, McLaren-Ford)
1973
Jackie Stewart (Schottland, Tyrrell-Ford)
1972
Emerson Fittipaldi (Brasilien, Lotus-Ford)
1971
Jackie Stewart (Schottland, Tyrrell-Ford)
1970
Jochen Rindt (Österreich, Lotus-Ford)
1969
Jackie Stewart (Schottland, Matra-Ford)
1968
Graham Hill (England, Lotus-Ford)
1967
Denis Hulme (Neuseeland, Brabham-Repco)
1966
Jack Brabham (Australien, Brabham-Repco)
1965
Jim Clark (Schottland, Lotus-Climax)
1964
John Surtees (England, Ferrari)
1963
Jim Clark (Schottland, Lotus-Climax)
1962
Graham Hill (England, BRM)
1961
Phil Hill (USA, Ferrari)
1960
Jack Brabham (Australien, Cooper-Climax)
1959
Jack Brabham (Australien, Cooper-Climax)
1958
Mike Hawthorne (England, Ferrari)
1957
Juan Manuel Fangio (Argentinien, Maserati)
1956
Juan Manuel Fangio (Argentinien, Ferrari)
1955
Juan Manuel Fangio (Argentinien, Mercedes)
1954
Juan Manuel Fangio (Argentinien, Maserati/Mercedes)
1953
Alberto Ascari (Italien, Ferrari)
1952
Alberto Ascari (Italien, Ferrari)
1951
Juan Manuel Fangio (Argentinien, Alfa Romeo)
1950
Dr. Nino Farina (Italien, Alfa Romeo)
Seine Tätigkeit bezeichnet Vettel zwar trotz aller Widrigkeiten als Traumjob, doch es sei "nicht alles Gold, was glänzt".
Reisen eine Bürde
Urlaubsgefühle etwa kommen in ihm trotz der vielen Reisen nicht auf, oftmals sei es eine echte Bürde (
DATENCENTER: Der WM-Stand).
Umso mehr schätzt Vettel die seltenen Momente zuhause:
"Wir sind einfach nur glücklich, wenn wir zur Abwechslung mal in unserem Bett schlafen und in unserer eigenen Küche rumfuhrwerken können."