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Sebastian Vettel feierte in seiner Karriere bisher 22 Grand-Prix-Siege © getty

Glamour, Partys, Reichtum? Von wegen! Das Leben eines Rennfahrers ist voller Entbehrungen. Der Weltmeister sagt, wie es wirklich ist.

Von Barnabas Szoecs

München - Haben Rennfahrer wie Sebastian Vettel einen echten Traumjob?

Vollgepackt mit Glamour, Partys, Reichtum und Spektakel?

Über solch ein falsches Bild von einem Rennfahrer in der Öffentlichkeit zeigt sich der zweimalige Formel-1-Weltmeister ziemlich verärgert und prangert gleichzeitig die fehlende Würdigung seines Jobs an:

"Die Leute sehen dich im Auto, sehen dich racen, und wenn es gut für dich läuft, jubeln sie dir zu. Aber sie sehen nicht, was nötig ist, um auf dieses Level zu kommen und dort zu bleiben", so der 25-Jährige gegenüber "formula1.com".

"Versuchungen widerstehen"

Vettel weiter: "Die Disziplin, das tägliche Training und die Mühe, den Versuchungen, den man widerstehen muss und die harten Zeiten, die man durchlebt. Das sind die körperlichen Herausforderungen, die die Außenwelt nicht sieht."

Dass das Leben eines Piloten zum großen Teil aus nicht immer spannenden, aber sehr komplexen Tätigkeiten wie die Abstimmung des Boliden und Telemetrie-Studien besteht, wissen viele Beobachter laut Vettel gar nicht:

"In Gesprächen mit deinen Ingenieuren musst du auf einem Level mit ihnen sein, die technischen Vorgänge in einer laborähnlichen Umgebung verstehen. All diese Aspekte sehen die Fans nicht.

Wenn man den Fernseher anmacht und sich das Qualifying ansieht, denkt man vielleicht, das sei alles viel Lärm um nichts, dass wir nur ein paar Runden drehen. Aber dorthin zu kommen ist ein 24-Stunden-Marathon über mindestens zehn Monate hinweg."

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Kaum Privatleben vorhanden

Als besonders großen Nachteil empfindet der Heppenheimer das kaum vorhandene Privatleben:

"Man kann sich nicht im Geringsten vorstellen, was auf einen zukommt. Du reist pausenlos, hast einen 24-Stunden-Job und nur wenig Zeit für dich selbst", so Vettel: "Noch weniger Zeit bleibt für Familie und Freunde. Es sieht von außen selten so aus wie es sich anfühlt, es zu leben."

Seine Tätigkeit bezeichnet Vettel zwar trotz aller Widrigkeiten als Traumjob, doch es sei "nicht alles Gold, was glänzt".

Reisen eine Bürde

Urlaubsgefühle etwa kommen in ihm trotz der vielen Reisen nicht auf, oftmals sei es eine echte Bürde (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Umso mehr schätzt Vettel die seltenen Momente zuhause:

"Wir sind einfach nur glücklich, wenn wir zur Abwechslung mal in unserem Bett schlafen und in unserer eigenen Küche rumfuhrwerken können."

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