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Michael Schumacher begann seine Formel-1-Karriere 1991 bei Jordan © getty

Der Rekord-Champion will von seinem vermeintlich eindeutigen Signal zur Vertragsverlängerung nichts wissen. Pläne hat er nicht.

Köln - Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hat die Freude seiner Fans über sein vermeintlich eindeutiges Signal zur Vertragsverlängerung gedämpft.

Der 43-Jährige hat weiterhin große Lust am Rennfahren und hohe Ziele, die Fortsetzung seiner großen Karriere über diese Saison hinaus ist aber nicht gesichert.

"Dass meine Aussagen immer neu interpretiert werden, das bin ich gewohnt. Aber Interpretationen oder Tendenzen bleiben trotzdem immer Spekulationen", sagte der siebenmalige Champion:

"Der Zeitpunkt wird kommen, wo das Team und ich gemeinsam eine Entscheidung treffen und sie dann auch mitteilen werden."

"Befinden uns im Aufbauprozess"

In einem Gespräch mit der "Sport Bild" hatte Schumacher in der Vorwoche erklärt, er sei "noch nicht gesättigt. Dafür habe ich noch zu wenig erreicht im zweiten Teil."

Viele hatten dies als klares Indiz für die Fortsetzung seiner zweiten Karriere (Bericht) nach Ablauf des Dreijahresvertrages bei Mercedes am Ende der laufenden Saison gewertet.

Gedanken über die Zeit nach dem Karriereende hat sich Schumacher, der nach dem ersten Rücktritt 2006 als Ferrari-Berater tätig war und mehrfach als Gaststarter an Motorrad-Rennen teilgenommen hatte, nach eigenen Angaben aber noch nicht gemacht.

"Das Schöne ist, dass ich mich zu 100 Prozent auf meine jetzige Leidenschaft konzentrieren kann", sagt er: "Wir befinden uns in einem Aufbauprozess, der extrem spannend ist, und ich genieße es, Teil davon zu sein. Andere Pläne habe ich ganz bewusst nicht."

Entscheidung im Oktober?

Der Zeitpunkt der Entscheidung über eine Fortsetzung seiner Laufbahn ist noch offen, auch wenn Teamchef Ross Brawn zuletzt erklärt hatte, er wolle innerhalb der nächsten sechs Wochen Klarheit bekommen.

Schumacher hat dagegen betont, eine Entscheidung werde nicht vor Oktober fallen.

Darüber, ob er sich bei seiner Entscheidung eher nach Fakten richten oder seinen Bauch entscheiden lassen will, macht der Silberpfeil-Pilot keine Angaben: "Darüber spreche ich gerne dann, wenn es so weit ist."

Schumi hat noch Lust

Schumacher betonte vor dem Heim-Rennen an diesem Wochenende auf dem Hockenheimring zudem, dass er noch große Lust am Fahren verspüre (BERICHT: Schumi heiß auf Hockenheim).

Auf die Frage, ob er das Jahr 2012 bisher als Lust oder Frust empfinde, sagte er:

"Ganz eindeutig Lust! Wir haben in diesem Jahr im Verhältnis zum vergangenen einen schönen Schritt nach vorne gemacht und auch einige achtbare Ergebnisse erzielt. Das Wort Frust ist in unserem Zusammenhang absolut fehl am Platz."

"Unser Anspruch ist die Spitze"

Schumacher hatte im dritten Jahr nach seinem Comeback in Monaco seine erste Pole und als Dritter in Valencia seine erste Podestplatzierung seit dem Comeback eingefahren, belegt nach zahlreichen Ausfällen aber dennoch nur Rang zwölf im WM-Klassement.

"Man muss akzeptieren, dass die Dinge nicht immer sofort nach Plan verlaufen, und ich habe kein Problem damit", beteuert er: "Die Arbeit mit dem Team macht mir unheimlichen Spaß, und ich bin überzeugt, dass ich gemeinsam mit Mercedes noch weitere Schritte nach vorne machen werde. Unser Anspruch ist die Spitze."

Sein Ziel für den Rest dieses Jahres sei einfach, "das Bestmögliche aus allem zu machen. Ich bin vom Typ her jemand, der sagt: ganz oder gar nicht", erklärte er:

"Und auch jemand, der Schwierigkeiten eher als Ansporn nimmt. Insofern möchte ich natürlich für den Rest des Jahres das Beste aus unserem Paket herausholen. Und wenn das Beste für den Mittelplatz auf dem Podium reicht, wäre das perfekt."

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