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Fernando Alonso begann seine Formel-1-Karriere 2001 bei Minardi © getty

Der Ferrari-Star behält in Hockenheim nicht nur im Rennen einen kühlen Kopf und baut seine WM-Führung aus. Lob erhält er von Vettel.

Von Felix Götz

München - Mit der Routine eines Champions stieg Fernando Alonso nach seinem Sieg beim Deutschland-Grand-Prix (Bericht) ganz nach oben auf das Podest.

Er ballte die Faust, lachte, winkte seiner stolzen Scuderia-Crew zu und nahm einen Schluck aus der obligatorischen Champagner-Pulle.

Wirklich überschwänglich jubelte Alonso aber nicht. Es wirkte fast so, als hätte er ohnehin nichts anderes als Platz eins erwartet (589527DIASHOW: Die Bilder des Rennens).

Der Ferrari-Pilot fuhr auf dem Hockenheimring schließlich schon zum dritten Mal in dieser Saison als Erster über die Ziellinie - öfter als jeder andere Fahrer.

Alonso baut Vorsprung aus

"Ich habe das Rennen genossen, es lief wirklich ziemlich gut für uns", sagte der ehrgeizige Spanier anschließend und strahlte dabei zumindest für den Moment eine große Zufriedenheit aus.

Kein Wunder: Der zweimalige Weltmeister baute seine Führung in der WM-Fahrerwertung aus.

Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Red-Bull-Fahrer Mark Webber beträgt nun satte 34 Zähler (DATENCENTER: Die Fahrerwertung).

Dritter Sieg in Hockenheim

Auf der Rennstrecke in Baden siegte Alonso nach 2005 und 2010 nun bereits zum dritten Mal - besser ist nur Michael Schumacher, der vier Hockenheim-Triumphe auf der Habenseite hat.

Insgesamt war es für Alonso ein perfektes Wochenende. Er war im dritten Training am schnellsten unterwegs, schnappte sich im Qualifying die zweite Pole-Position in dieser Saison und gewann das Rennen mit einem Start-Ziel-Sieg.

"Wir waren gestern unter nassen Bedingungen konkurrenzfähig. Heute von der Pole zu starten, war der Schlüsselfaktor, denn es war schwierig zu überholen", analysierte der 30-Jährige.

Vettel lobt Alonso

Schwierig zu überholen war genau genommen aber nur er selbst (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Sebastian Vettel und Jenson Button kämpften sich im Laufe des Rennens mehrmals eng an Alonso heran, doch der blieb cool und fuhr den Sieg souverän nach Hause.

"Fernando war einfach stark", gab Vettel unumwunden zu.

Surer schwärmt

Und der frühere Formel-1-Fahrer Marc Surer meinte bei "Sky": "Alonso holt immer das Maximale heraus oder sogar noch ein wenig mehr. Das muss man ganz klar sagen."

"Wenn man sieht, wo Massa rumfährt, dann weiß man, wie gut der Ferrari wirklich ist", ergänzte er.

Der Brasilianer kam nicht über Rang zwölf hinaus und hat in der Fahrerwertung 131 Zähler weniger als sein Teamkollege auf dem Konto.

Keine Probleme mit den Reifen

Wie der sichere Sieger fühlte sich Alonso nach eigenen Angaben in Hockenheim allerdings bis zur letzten Sekunde nicht.

Schließlich konnte wie so oft in dieser Saison niemand so genau vorhersagen, wie lange die Reifen halten würden.

"Die Reifen waren für uns ein Fragezeichen, weil wir sie in Hockenheim zuvor noch nicht ausreichend testen konnten", meinte der 30-malige Grand-Prix-Sieger.

Und weiter: "Aber die Pirelli-Pneus waren wirklich gut. Wir sind von zwei Stopps ausgegangen und es wurden zwei Stopps. Die Abnutzung hielt sich in Grenzen."

"Das wird sehr schwierig"

Die Reifen im Griff zu haben und den Vorsprung in der Fahrerwertung zumindest gleich zu halten ist auch das Ziel für den letzten Grand Prix vor der Sommerpause am kommenden Wochenende in Ungarn.

"Das wird sehr schwierig", blickte Alonso auf das Rennen auf dem Hungaroring voraus: "Aber ich gebe immer 100 Prozent und bin bereit, Tag und Nacht für den Erfolg zu arbeiten."

Und weiter: "Wir müssen wieder ein sehr gutes Qualifying hinbekommen und ich hoffe, dass uns auch einige Updates weiterhelfen."

Updates hin oder her: Die bisherige Saison zeigt, dass mit Alonso jederzeit zu rechnen ist. Und zwar ganz oben auf dem Podest.

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