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Fernando Alonso bejubelt in Hockenheim den 30. GP-Sieg seiner Karriere © getty

Der Spanier im Ferrari dominiert die Formel 1. SPORT1 nennt die Gründe für den Höhenflug des zweimaligen Weltmeisters.

Von Tobias Wiltschek

München - Zwei Mal durfte Fernando Alonso dieses Hochgefühl schon genießen.

2005 und 2006 wurde der Spanier, der damals noch für Renault fuhr, Weltmeister.

Nach dem zehnten von 20 Saisonrennen und vor dem Ungarn-GP (Freies Training, Fr., ab 10 Uhr im LIVE-TICKER) spricht vieles dafür, dass der 30-Jährige auch 2012 ganz vorne steht und sich damit erstmals im Ferrari den großen Traum erfüllen kann (BERICHT: Alonso auf Titelkurs).

"Am Ende wird abgerechnet"

"Abgerechnet wird erst am Ende des Jahres", betont der 30-malige Grand-Prix-Sieger immer wieder. Doch in der derzeitigen Verfassung muss er als einer der ganz großen Favoriten auf den WM-Titel 2012 angesehen werden.

SPORT1 erklärt, warum Alonso derzeit so stark unterwegs ist, dass er mit 34 Punkten Vorsprung die WM anführt und vor der Sommerpause nicht mehr von Platz eins verdrängt werden kann (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Fahrerisches Können:

Alonso ist ein Meister des Umgangs mit dem Fahrzeug. Diese Eigenschaft kam dem Mann aus Oviedo vor allem in den ersten Rennen der Saison zugute, als sein F2012 noch unterlegen war und schon als "rote Hexe" verspottet wurde.

Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Felipe Massa holte Alonso aber von Beginn an das Beste aus seinem Auto heraus und fuhr immer in die Punkteränge. In Malaysia steuerte er seinen roten Renner sogar auf Platz eins.

"Er holt jedes Mal das Maximum raus, manchmal noch mehr", lobte Experte Marc Surer den WM-Spitzenreiter, und selbst Konkurrent Sebastian Vettel sieht in Alonso derzeit den "komplettesten Fahrer".

Perfekte Anpassung an das Wetter:

In Deutschland gilt Michael Schumacher nach wie vor als "Regengott". Dabei hat Fernando Alonso in dieser Saison schon mehrfach bewiesen, dass er bei Regen der Beste ist.

In Sepang beim Malaysia-Grand-Prix lenkte er seinen Ferrari so sicher über die nasse Strecke, dass er für die Scuderia bereits im zweiten Rennen den ersten Sieg herausfuhr.

Auch auf den letzten beiden Stationen war er bei Regen nicht zu stoppen. Sowohl in Silverstone als auch in Hockenheim fuhr er im Qualifying die beste Zeit.

Im Gegensatz zu Schumi ist Alonso aber nicht darauf angewiesen, dass der Himmel die Schleusen öffnet. Seine Siege in Hockenheim und Valencia fuhr er bei mäßig-warmen und heißen Bedingungen heraus (BERICHT: Ganz cool zum dritten Streich).

Große Erfahrung:

Dass Alonso an der Spitze der Fahrer-Wertung liegt, verdankt er auch seiner Routine aus 187 Rennen.

Als es zu Beginn der Saison außer beim Regenrennen von Malaysia noch nicht für das Podium reichte, verlor der 30-malige Grand-Prix-Sieger nicht die Geduld.

Vielmehr arbeitete er akribisch an der Verbesserung des Autos mit und trat bei jeder Gelegenheit als Motivator des Teams auf.

Nun erntet er die Früchte für diesen Einsatz. Fünfmal in den letzten sechs Rennen fuhr er - mit einem stark verbesserten F2012 - auf die Podestplätze.

Gelassenheit:

Früher tigerte Alonso häufig missmutig und schlecht gelaunt durch das Fahrerlager. Auch nach Siegen sah man ihn selten lächeln. Das hat sich in dieser Saison geändert.

Ob es nun an seiner neuen Freundin Dascha Kapustina liegt oder an der Überwindung seiner gesundheitlichen Probleme aus der letzten Saison, als ihn Ischias-Probleme und Fieberschübe zu schaffen machten. Fernando Alonso sieht man derzeit häufig bestens gelaunt 589527(DIASHOW: Bilder aus Hockenheim).

Die Gelassenheit überträgt er auf die Strecke; auch wenn es mal nicht so läuft, wie beim Kanada-GP in Montreal. Wegen Reifenproblemen war dort ein Podium außer Reichweite.

Dennoch ließ er sich zu keinen riskanten Manövern verleiten und erreichte mit Platz fünf das bestmögliche Ergebnis. "Alonso baute keinen Unfall. Er machte auch keine Fehler", brachte der spanische Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari in seiner Kolumne für die "BBC" die bisherigen Saisonleistungen seines Landsmanns auf den Punkt.

Sollte Alonso auch beim kommenden Großen Preis von Ungarn seine Stärken ausspielen können, könnte er neben seinem 31. Geburtstag auch seinen 31. Grand-Prix-Sieg feiern.

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