Schumis Freiheit
Mit einem Lächeln im Gesicht hat Michael Schumacher bekanntgegeben, was Millionen Fans befürchtet haben: Nach dieser Saison ist Schluss. Endgültig!
Der Superstar der PS-Branche hat damit alle Spekulationen über seine Zukunft beendet und zugleich einen Einblick in sein Seelenleben gegeben.
Seine Zweifel an der eigenen Motivation waren demnach zu groß. Der Selbst-Antrieb - nicht das eigene Können - er reicht offenbar nicht mehr aus, um sich 2013 weiterhin ins Highspeed-Duell mit den Besten der PS-Branche zu stürzen.
Und noch etwas: Er wolle um Siege mitfahren, diesen Vorsatz, den der siebenmalige Weltmeister bereits 2010 bei seiner Rückkehr aus der Renn-Rente formulierte, hat Schumacher nun, in Suzuka, nochmal wiederholt.
Mercedes hat ihm diese Chance nicht gegeben, offenbar rechnet der berühmteste Fahrer der Welt nicht damit, dass er sie bei einem anderen Team - Sauber zum Beispiel - erhalten würde.
Umgekehrt könne auch er einem neuen Arbeitgeber keine langfristige Perspektive bieten, räumte Schumacher offen ein.
Schluss also, Zeit das Dreijahres-Comeback des einstigen Motorsport-Königs zu bilanzieren.
Sportlich ist daraus keine Herrschaft mehr geworden wie in Schumachers erster Karriere, in der er neben den Titeln Rekord um Rekord einsammelte.
Schumacher blieb, im Gegenteil, weit hinter den Erwartungen zurück - denen seiner Fans, aber vor allem den eigenen.
Was - wie erwähnt - vor allen Dingen am Mercedes-Rennwagen lag, mit dem Schumacher und sein junger Kollege Nico Rosberg zu selten auf Augenhöhe mit der Konkurrenz fuhren.
Blass blieb der PS-Profi trotz ausbleibender Leistung nicht. Schon seine pure Aura verlieh dem Kreisverkehr-Spektakel Formel 1 viel Glanz. Glanz, den es zuvor nicht mehr hatte - und den es zum Jahresende, nach Schumachers Rücktritt, wieder verlieren wird.
Dass Schumacher seine frühere Verbissenheit bei Misserfolgen nicht mehr vor sich hertrug, dass er gelassen die eigenen Fehler und die Schwächen seines Teams kommentierte, ließ den einst Fehlerlosen nahbarer erscheinen, menschlicher.
Die Welt lernte einen neuen Michael Schumacher kennen.
Umgekehrt hat auch Schumacher einiges mitgenommen, wie er bei seiner Rücktrittserklärung berichtete: Wie schwierig und lehrreich zugleich das Verlieren sein kann.
Und wie schön es ist, wenn man aus voller Überzeugung die Dinge betreibt, die man liebt.
Diese Überzeugung hat Schumacher in Sachen Formel 1 offenbar nicht mehr gehabt.
Also er sie sich einfach genommen: die Freiheit zu gehen. Er sei mit sich im Reinen, ließ er abschließend verlauten.
Zurück bleibt das Denkmal der Legende Michael Schumacher - vielleicht um einige Kratzer reicher, aber unzerstört.