2014 im Ferrari? Heftiger Wirbel um Vettel
Yeongam/München - Schwarzes Pferd statt Roter Bulle oder einfach nur eine Ente? Der Sensations-Transfer von Weltmeister Sebastian Vettel zu Ferrari ist nach Angaben der "BBC" angeblich perfekt, doch alle Seiten dementierten dies umgehend.
Nach Angaben des seriösen britischen Senders hat der 25-Jährige, der durch seinen Sieg am Sonntag in Südkorea ( Nachbericht) die Führung in der WM-Wertung übernommen hat, bei der Scuderia bereits einen Vertrag unterschrieben.
Dieser soll ab 2014 gelten und dann greifen, wenn Ferrari 2013 ein bestimmtes Mindestergebnis erreicht (DIASHOW: Bilder des Rennens).
"Diese Meldung stimmt nicht"
"Das sind Unwahrheiten, diese Meldung stimmt schlicht und einfach nicht", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko der "Bild"-Zeitung.
Mit einem Wechsel zu Ferrari würde Vettel Teamkollege von Fernando Alonso werden. Ausgerechnet jenem Rivalen, dem er möglicherweise in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2010 den Titel im Saisonfinale wegschnappt.
Di Montezemolo dememtiert
Doch Ferrari-Boss Luca di Montezemolo schloss eine Verpflichtung Vettels in Alonsos Vertragszeit bis 2016 aus.
"Ich habe in den letzten 20 Jahren immer gesagt, dass ich nicht zwei Hähne in einem Hühnerstall haben will", sagte er in einem Radio-Interview:
"Ich will keine zwei Stars, denn ich will keine Probleme und Rivalitäten, weil das Spannungen und Unausgeglichenheit im Team verursacht." Außerdem, so Montezemolo, sei "die Fahrerfrage derzeit die Frage, die uns am wenigstens beschäftigt".
Auch Gerüchte, dass Star-Designer Adrian Newey gemeinsam mit Vettel zu Ferrari wechseln soll, dementierte Montezemolo. "Adrian ist toll, aber wir haben großes Vertrauen in unsere Techniker", sagte er: "Bei allem Respekt vor Newey: Wir können auch ohne ihn gewinnen."
Alonso mit Vettel einverstanden?
Nach Angaben der "BBC" hat Alonso aber sein Okay für die Verpflichtung Vettels gegeben. Er soll vertraglich ein Mitspracherecht bei der Besetzung des zweiten Cockpits und so die Verpflichtung von Lewis Hamilton verhindert haben.
Der Brite, dem Alonso seit dem gemeinsamen Engagement bei McLaren in inniger Abneigung verbunden ist, wird stattdessen Nachfolger von Michael Schumacher bei Mercedes.
Schumi holt fünf Titel mit Ferrari
Und auch Vettel soll nun in die Fußstapfen des Rekordweltmeisters treten, der zwischen 2000 und 2004 fünf Titel in Folge mit Ferrari gewann.
Seitdem schaffte es nur noch Kimi Räikkönen im Jahr 2007 den Fahrertitel nach Italien zu holen. In der kommenden Saison soll weiterhin der Brasilianer Felipe Massa Teamkollege von Fernando Alonso sein. Massa hatte stark in der Kritik gestanden, zuletzt aber aufsteigende Form bewiesen.
Zwischen Vettel und Alonso stimmt die Chemie, auch wenn Beobachter stets bezweifelten, ob eine Kombination der beiden Alphatiere in einem Team funktionieren würde.
Fairer Verlierer
Am Sonntag in Yeongam gratulierte der extrem ehrgeizige Alonso Vettel herzlich, obwohl dieser ihm soeben die Führung in der WM-Wertung entrissen hatte ( DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).
"Er hat gesagt: 'Well done', gut gemacht. Er hat einfach sehr fair gratuliert", sagte Vettel der "Bild"-Zeitung: "Solche Fairness schätze ich sehr, das zeigt den Respekt füreinander, obwohl wir gegeneinander kämpfen und uns nichts schenken."
Den Umgang der beiden Titel-Rivalen im sportlich so erbitterten Saisonfinale bezeichnete Vettel ebenfalls als gut. "Es ist nicht so, dass Fernando und ich jeden Abend im Hotel vereint zusammensitzen würden", sagte er: "Wir respektieren einander sehr. Aber jeder versucht unterm Strich, sein eigenes Ding durchzuziehen."
Vettel träumt von Ferrari
Ein Engagement bei Ferrari hatte Vettel stets als einen Traum bezeichnet. "Das ist einfach ein geiles Rennteam", hatte der Red-Bull-Pilot im Juli der "Bild"-Zeitung gesagt.
Die seinerzeit schon im Fahrerlager kursierenden Gerüchte eines Vorvertrages kommentierte er aber auch damals schon genervt: "Nein, nein und nochmals nein. Ich habe echt genug zu tun, mich um diese Saison zu kümmern."
Zu jung für Ferrari?
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte auch kein Geheimnis daraus gemacht, dass er sich Vettel irgendwann bei Ferrari wünscht - allerdings noch nicht in naher Zukunft. "Ich würde ihm das jetzt noch nicht empfehlen. Noch ist er zu jung. Normalerweise beendet man seine Karriere bei Ferrari", hatte er der "Sport Bild" gesagt.
Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali hatte Vettel stets über den grünen Klee gelobt: "Seb ist ein großartiger und sehr guter Fahrer, sehr gut ist noch untertrieben."