Raketen-Mann im Senna-Stil
Neu-Delhi - Nach Sebastian Vettels vierten Sieg in Serie ( Bericht) sind sich die internationalen Medien einig:
Der Heppenheimer hat dank einer fehlerfreien Fahrt im schnellsten Auto des Feldes den nächsten großen Schritt in Richtung Titel-Hattrick gemacht und seinen Konkurrenten Fernando Alonso weiter in Bedrängnis gebracht.
"Alonso kann jetzt nur wenig gegen Vettel unternehmen, der eine Rakete fährt", heißt es in der "Gazzetta dello Sport" aus Italien (DIASHOW: Die Bilder des Rennens).
Vergleich mit Senna
Der "Independent" ist von der Souveränität des Red-Bull-Pioten begeistert und vergleicht ihn mit dem dreifachen Weltmeister Ayrton Senna.
In der spanischen Presse aber ist viel Lob für den spanischen Ferrari-Star zu lesen, der nach Platz zwei in Indien 13 Punkte Rückstand auf Vettel aufweist ( DATENCENTER: WM-Fahrerwertung).
"Alonso gibt nicht auf. Er hat ein großes Rennen gemacht", urteilt etwa die Sportzeitung "AS".
SPORT1 fasst die Pressestimmen zum Indien-GP zusammen:
ITALIEN
Gazzetta dello Sport: "Siegesmarsch! Vettel feiert den vierten Sieg in Folge. Seine Resultate sind nicht nur dem Auto zu verdanken. Sebastian leistet seinen Beitrag, indem er keine Fehler macht. Bisher hatte er einen Vorsprung, jetzt ist er praktisch nicht mehr einzuholen. Alonso kann jetzt nur wenig gegen Vettel unternehmen, der eine Rakete fährt. Alonso hat jedoch Ferrari dort hingeführt, wo es kein anderer Pilot geschafft hätte. Er hätte in Indien nicht mehr leisten können. Die Probleme Ferraris sind offenkundig, wie die Größe des spanischen Piloten. Doch in drei Rennen ist noch alles möglich".
Corriere dello Sport: "Die Lage ist komplizierter geworden. Die Weltmeisterschaft ist zu einem zähen Duell zwischen Vettel und Alonso geworden, die jedoch nicht mit gleichen Waffen kämpfen. Das Genie des spanischen Piloten und die Anstrengungen des Teams von Maranello genügen nicht mehr. Alonso verliert weiterhin an Punkten, während Vettel immer unbesiegbarer erscheint. Gestern hat er seinen 26. Sieg in der Formel 1 feiern können. Im Ranking der größten Sieger aller Zeiten hat er bereits Stars der Vergangenheit wie Jim Clark und Niki Lauda überholt".
Tuttosport: "Alonso macht Wunder, doch Vettel ist auf der WM-Flucht. Manchmal tut Wut gut. Alonso war wegen des Starts auf Platz fünf furchtbar wütend. Das Resultat ist, dass der Spanier ein tolles Rennen bestritten hat, das in jeder Beziehung exzellent war. Das Team hat ihn mit einem optimalen Auto und einer perfekten Strategie unterstützt. Doch das genügt nicht, um Vettel aufzuhalten. Sein Vorsprung wächst immer mehr. Der Titel ist für ihn jetzt in greifbare Nähe gerückt".
Repubblica: "Jagd auf Vettel. Wut und Überholmanöver, Alonso resigniert nicht. Red Bull und Vettel auf Erfolgskurs, doch der Spanier kapituliert nicht. Sicher hat Vettel viel seinem Auto und Neweys Genie zu verdanken, doch er selber macht nie einen Fehler. Im Vergleich zu Vettel muss Alonso mit einem deutlich schwächeren Auto auskommen. Er kompensiert mit Leidenschaft und Talent und hängt noch verzweifelt an den Traum eines WM-Titels. Einfach ein fantastisches Rennen".
Corriere della Sera: "Vettel ist nicht mehr einzuholen, während Alonso ein außerordentliches Rennen trotz seines nicht perfekten Autos bestreitet. Vettel kontrolliert das Rennen, Alonso kämpft. Am Schluss stehen sie Seite an Seite auf dem Podium, doch jetzt wird es für Ferrari sehr schwierig werden, den Kampf um den Titel noch offen zu halten".
SPANIEN
Marca: "Für Alonso ist noch alles möglich. Alonsos Einstellung zeigt: 'Ich werde niemals aufgeben'. Die 13 Punkte Vorsprung lassen Vettel nicht durchatmen."
AS: "Alonso gibt nicht auf. Er hat ein großes Rennen gemacht, aber Vettel ist weiterhin unschlagbar."
Sport: "Alonso kann die WM noch gewinnen. Dieses Rennen hält alles offen."
El Mundo Deportivo: "Vettel gibt Alonso keine Chance. Der deutsche Pilot dominiert vom Anfang bis zum Ende, ohne dem Rivalen den Hauch einer Chance zu lassen." ( DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis).
ENGLAND
The Sun: "Vettel macht einen Riesenschritt zum Titel. Der Deutsche ist nicht zu stoppen. Aber Lewis Hamilton sagt, dass er das alles dem 'Genie' Adrian Newey zu verdanken hat. Von 150 möglichen Punkten hat Vettel zuletzt 118 geholt, aber auch Alonso quetscht alles aus seinem Ferrari heraus."
Mirror: "Mit einer Spazierfahrt holt Vettel seinen vierten Sieg in Folge. Aber Alonso hat den Schaden gering gehalten."
The Telegraph: "Auch der dichte Nebel über der Strecke konnte Vettels Dominanz nicht maskieren. Im Moment ist Vettel nicht zu stoppen. Aber Alonso ist bereit, jeden Trumpf aus dem Ärmel zu schütteln, um ihn zu verunsichern."
The Independent: "Vettel gewinnt im Senna-Stil und baut seine Führung aus. So wie er dieses Rennen gewonnen hat, möchte man nicht sein Haus gegen ihn verwetten."
ÖSTERREICH
Kurier: "Die Konkurrenten, in erster Linie WM-Verfolger Fernando Alonso, dürfen sich nach der jüngsten Demonstrationsfahrt Vettels in Alarmbereitschaft versetzt fühlen. Der Spanier und seine Ferrari-Crew waren erneut gut, aber für Vettel und Red Bull nicht gut genug. In Drucksituationen tendiert die Fehlerquote von Vettel und seiner Crew gegen null. Die Gemeinschaft, die Vettel und der RB8 eingehen, kreist derzeit in einer eigenen Umlaufbahn, selbst Teamkollege Mark Webber kann mit dem Titelverteidiger nicht Schritt halten."
Der Standard: "Sebastian Vettels zweifelhafter Verdienst ist, dass die Formel 1 immer langweiliger wird. Wobei der 25-Jährige von Schuld freizusprechen ist, er ist erstens höchst begabt und sitzt zweitens im schnellsten Auto."
SCHWEIZ
Blick: "Vettel fliegt allen davon und greift nach seinem dritten WM-Titel in Serie. Und weil sein einziger Gegner - die Defekthexe - nicht zuschlägt, baut der Deutsche seinen Vorsprung um sieben Punkte auf neu 13 Zähler aus. Alonso gibt im Ferrari alles, aber er macht dabei auch Fehler, die Vettel in Indien vermieden hat. Schumacher muss in diesem krankhaften Mercedes-Auto nur noch dreimal leiden..."
Neue Zürcher Zeitung: "Formel Vettel. Start, Stopp, Sieg. So etwa ist im Schnelldurchlauf das zu beschreiben, was Sebastian Vettel und Red Bull Racing momentan in der Formel 1 gelingt. Alonso hat vom fünften Startplatz aus die größtmögliche Schadensbegrenzung geschafft."