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Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel (r.) holte in Brasilien 2012 den dritten WM-Titel in Folge © getty

Ein angeblich verbotener Überholvorgang Vettels versetzt spanische Medien in Aufruhr - der WM-Titel ist nicht gefährdet.

Madrid - Ein Video von einem Überholmanöver von Sebastian Vettel und Spekulationen spanischer Medien über eine mögliche Strafe für den Formel-1-Weltmeister beim Saisonfinale in Brasilien haben für Wirbel gesorgt.

Die Sporttageszeitung "AS" hatte berichtet, dass Vettel beim Rennen am Sonntag in der vierten Runde in einer Gelbphase den Toro-Rosso-Piloten Jean-Eric-Vergne überholt habe (643852DIASHOW: Das Rennen in Bildern).

Für ein solches Vergehen wird - normalerweise am Renntag - eine 20-Sekunden-Strafe verhängt.

"Mache meine Wunder mit Gesetzen"

Sollte Vettel so bestraft werden, würde er im Rennklassement auf den achten Platz zurückfallen. Sein spanischer Rivale Fernando Alonso wäre dann Weltmeister.

"Ich brauche keine Wunder. Ich mache meine Wunder mit richtigen Gesetzen", twitterte Alonso.

Wie reagiert Ferrari?

Ferrari habe bis Freitag Zeit, Protest gegen die Wertung des Rennens einzulegen.

Nach Angaben der italienischen Zeitung "Corriere dello Sport" will Ferrari aber darauf verzichten.

Ein Protest hätte aller Voraussicht nach auch wenig Aussicht auf Erfolg. In besagter Szene leuchtete zwar das gelbe Warnlicht auf Vettels Lenkrad auf, das ein Überholverbot signalisiert.

Grüne Flagge geschwenkt

Doch zeitzgleich schwenkte ein Streckenposten eine Grüne Flagge, erst danach scherte Vettel aus und überholte Vergne.

Das zeigt, dass die Signale der FIA nicht eindeutig waren. Ein eindeutiges Vergehen kann Vettel daher kaum nachgewiesen werden.

FIA-Vizepräsident Carlos Garica wird zudem mit den Worten zitiert: "Ferrari darf nicht auf diese Weise die Weltmeisterschaft gewinnen."

[kaltura id="0_uplyv60o" class="full_size" title="Zwischen Party und Vertrags Verwirrung"]

Nicht-Bestrafung eine Tatsachenentscheidung

Laut einem Bericht von "auto, motor und sport" ist Vettel der dritte Titel ohnehin nicht mehr zu nehmen. Die Nicht-Bestrafung eines möglichen Flaggen-Verstoßes ist eine Tatsachenentscheidung, die - analog zum Fußball - nicht mehr nachträglich revidiert werden kann.

Das offizielle Ergebnis wurde in Sao Paulo zwei Stunden nach Renn-Ende veröffentlicht und wird nicht mehr geändert.

Vettel gelingt WM-Hattrick

Vettel hatte sich am Sonntag nach einem Unfall nach dem Start vom letzten auf den sechsten Platz vorgekämpft. (644318DIASHOW: Vettels Weg zum Titel)

Damit hatte der Red-Bull-Pilot am Ende drei Punkte Vorsprung vor Alonso und wurde zum dritten Mal in Folge Formel-1-Weltmeister.

Beeindruckende Aufholjagd

"auto, motor und sport" weist zurecht darauf hin, dass selbst eine Durchfahrtsstrafe Vettels WM-Hattrick nicht hätte verhindern können, weil in der 24. Runde alle Rückstände im Zuge einer Safety-Car-Phase egalisiert wurden.

Zudem hatte Vettel bei seiner Aufholjagd vom 22. Platz nach seiner Startkollision mit Williams-Pilot Bruno Senna ein derartiges Tempo vorgelegt, dass es ihm wohl auch bei einer Bestrafung gelungen wäre, den Abstand zu Ferrari-Star Fernando Alonso zu egalisieren.

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