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Es bleibt dabei: Sebastian Vettel ist Formel-1-Weltmeister 2012 © getty

Der F1-Boss schaltet sich in die Diskussion um einen möglichen Regelbruch von Triple-Champ Vettel ein. Er attackiert Ferrari.

Von Marc Ellerich

München - Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone erregt sich über die Diskussionen über einen angeblichen Regelverstoß Sebastian Vettels beim dramatischen Saisonfinale in Sao Paulo (Bericht).

"Es ist eine Schande", kommentierte der Promoter der Motorsport-Eliteklasse die Diskussionen und Einwände seitens WM-Konkurrent Ferrari, der Red-Bull-Pilot habe bei seinem dritten Titelgewinn in Serie zwei Mal Gelbe Flaggen ignoriert.

Ferrari will Klarheit

"Es war ein super Rennen, eine super Weltmeisterschaft", sagte Ecclestone dem "Telegraph": "Jetzt sprechen alle nur noch über dieses Thema. Das Problem ist, dass keiner Ahnung hat, was wirklich abgelaufen ist." (DATENCENTER: WM-Endstand Fahrer)

Ferrari hatte am Mittwoch vom Automobil-Weltverband FIA eine Klärung der Rechtmäßigkeit eines Vettel-Überholmanövers verlangt. Der Red-Bull-Pilot soll in der vierten Runde den Toro-Rosso-Fahrer Jean-Eric Vergne überholt haben, während am Streckenrand mit Gelben Flaggen auf eine Gefahrensituation hingewiesen wurde. (643852DIASHOW: Das Rennen in Bildern)

[kaltura id="0_uplyv60o" class="full_size" title="Zwischen Party und Vertrags-Verwirrung"]

FIA: Vettel bleibt Weltmeister

Der Weltverband reagierte tags darauf eindeutig auf Ferraris Forderung.

Vettel habe alles richtig gemacht, teilte Rennleiter Charlie Whiting "auto, motor und sport" mit.

Seitens der FIA hieß es unmissverständlich, Vettel werde seinen Titel behalten dürfen: "Eine weitere Untersuchung oder Proteste wird es nicht geben." (Bericht)

Am Freitag veröffentlichte der Verband ein Schreiben, das den Red-Bull-Piloten von einem regelwidrigen Verhalten freisprach.

"Das Überholmanöver stand nicht im Widerspruch zu den Regeln, und daher gab es keine Verletzung zu untersuchen", hieß es in der Mitteilung. Der Vorfall sei zudem nicht an die Stewards der Rennleitung gemeldet worden.

Ferrari wollte die Sache trotz des FIA-Statements zunächst nicht auf sich beruhen lassen. Am Donnerstag forderte der Rennstall eine Erklärung an, wie er via "Twitter" mitteilte.

Ferrari hatte bis Freitag Zeit, einen Einspruch gegen die Wertung einzulegen, teilte aber bereits am Mittwoch mit, darauf zu verzichten.

"Das haben sie verpasst"

Ecclestone schmeckt das Verhalten des italienischen Traditionsteams ganz und gar nicht.

Das Verhalten der Scuderia sei ein "absoluter Witz", ärgerte sich der 82-jährige Brite. Ferrari hätte während des Rennens gegen einen möglichen Verstoß Vettels protestieren können.

"Das haben sie verpasst. Der Fakt, dass eine grüne Flagge gezeigt wurde, scheint niemanden gestört zu haben."

Ecclestone: Passt nicht zu Ferrari

Damit hatte sich das greise Formel-1-Oberhaupt aber noch längst nicht beruhigt.

"Was Ferrari in seinem Brief behauptet, ist falsch", wetterte Ecclestone weiter: "Da muss nichts unternommen werden. Es ist einfach absolut falsch."

Das Ganze passe einfach nicht zu Ferrari, stellte der Engländer, der als enger Vertrauter Vettels gilt, fest: "Ich glaube einfach, dass sie unbedingt gewinnen wollten." (644318DIASHOW: Vettels Weg zum Titel)

Ferrari: Sache abgeschlossen

Ecclestone scheint davon auszugehen, dass Ferrari die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen werde: "Was können sie tun? Vor ein Zivil-Gericht gehen? Vielleicht. Aber die Sache ist verloren, bevor sie begonnen hat. Nichts wird passieren."

Ecclestone kündigte an, ein Gespräch mit Ferraris Präsidenten Luca di Montezemolo zu führen.

Das hat sich womöglich erübrigt. Am Freitag reagierte das Team auf das FIA-Statement. In einem Schreiben teilte Ferrari mit: "Ferrari nimmt die Antwort der FIA von heute morgen zur Kenntnis und betrachtet die Sache nun als abgeschlossen."

Domenicali: Unsere Pflicht

Es war unsere Pflicht, von der FIA eine Erklärung zu verlangen", sagte Teamchef Stefano Domenicali gegenüber italienischen Medien, "wir wollten allerdings keineswegs Vettels Verdienste bestreiten. Wir denken aber, dass Fernando Alonso den WM-Titel verdient gehabt hätte, nachdem er seine beste Saison der Karriere gefahren ist. Fernando verdient die beste Note, das Auto nicht."

Eine Missachtung der gelben Flagge wird im Normalfall mit einer 20-Sekunden-Strafe geahndet.

Hätte Vettel diese nach Rennende erhalten, wäre er im Klassement von Sao Paulo auf den achten Rang zurückgefallen.

Dies hätte unter Umständen zur Folge gehabt, dass sein spanischer Ferrari-Rivale Fernando Alonso Weltmeister geworden wäre.

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