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Michael Schumacher (l.) kehrte 2010 nach vierjährige Pause in die Fomel 1 zurück © imago

Nach seinem Rücktritt bei Mercedes glaubt der Rekord-Weltmeister, dass er im besseren Auto bessere Ergebnisse erzielt hätte.

Von Jakob Gajdzik

München - 2013 beginnt die Formel-1-Saison zum zweiten Mal seit 1991 ohne Michael Schumacher.

Und der Rekord-Weltmeister ist an seinem 44. Geburtstag (3. Januar, d. Red.) alles andere als traurig darüber.

"Darauf freue ich mich jetzt: Nicht mehr ständig über die Formel 1 nachdenken zu müssen. Das hat mich zum Schluss mehr und mehr gestört", verriet Schumacher dem "Stern" und freute sich nun auf die Zeit nach seiner zweiten Karriere.

Auch wenn Schumi menschlich alles andere als enttäuscht wirkt, sportlich hatte er sich die Zeit sicher anders vorgestellt.

Hoffnungen nicht erfüllt

Als siebenmaliger Weltmeister feierte er nach vier Jahren Pause bei Mercedes sein Comeback in der Formel 1, konnte aber mit den Silberpfeilen trotz großer Hoffnungen nie die Erwartungen erfüllen. (DATENCENTER: WM-Fahrerwertung 2012)

Das ernüchternde Ergebnis nach drei Jahren Zusammenarbeit: Ein dritter Platz beim Großen Preis von Europa 2012 als bestes Resultat.

Rückblickend glaubt der langjährige Ferrari-Pilot, dass es unter anderen Umständen besser hätte laufen können.

Schumacher: Hätte im anderen Auto mitgehalten

"Ich würde unterschreiben, dass ich in so einem Auto mit den Jungs, die zur Zeit vorne fahren, mithalten kann", sagte er "auto, motor und sport". Unter gleichen Bedingungen hätte er auf Augenhöhe mit Piloten wie Sebastian Vettel, Fernando Alonso oder Lewis Hamilton fahren können.

[kaltura id="0_f3oh8qwc" class="full_size" title="Mister Mercedes sagt ade"]

Wenn gleich nicht von Beginn an, wie Schumacher erklärte: "Jeder Fahrer braucht eine gewisse Zeit, das Auto erst einmal dorthin zu bringen, dass er damit Rennen gewinnen kann. Keiner steigt ein und gewinnt sofort."

"Habe etwas länger gebraucht als erwartet"

In dieser Hinsicht zeigte sich Schumi selbstkritisch.

"Die Herausforderung ist es, das große Puzzle aus all den Möglichkeiten, die du hast, schnellstmöglich zusammenzusetzen und optimal zu gestalten. Dafür habe ich etwas länger gebraucht als ich das erwartet hatte, weil ich die Schubladen, in denen diese Zutaten drin sind, bei einem neuen Team erst einmal finden musste", sagte er.

Merecdes-Teamchef Ross Brawn pflichtete Schumacher bei "auto, motor und sport" bei: "Das größte Problem war, dass unser Auto nicht schnell genug war. Hätten wir ein schnelleres Auto gehabt, hätte Michael auch wieder Rennen gewonnen."

Sofortige Erfolge bei Ferrari

Bei Ferrari, wohin er nach zwei WM-Titeln im Benetton 1996 gewechselt war, hat der Einstand viel besser funktioniert als bei Mercedes.

Bereits im vierten Rennen am Nürburgring gelang ihm für die Scuderia der zweite Platz. Beim siebten Grand Prix des Jahres in Katalonien stand er bereits ganz oben auf dem Treppchen.

Zum Vergleich: Nach drei Jahren im Ferrari standen für Schumi 15 Siege zu Buche. Bei Mercedes verzichtete er auf ein viertes Jahr und einen möglichen Premierensieg.

Dass seine Rückkehr insgesamt ein Fehler war, glaubt der Superstar im Nachhinein nicht. Ganz im Gegenteil, Schumacher ist auch nach den drei harten Jahren im Silberpfeil von seinen fahrerischen Fähigkeiten überzeugt.

"In der Lage, das immer noch auf höhsten Niveau zu machen"

"Es war schön, für sich selbst die Bestätigung zu bekommen, dass es möglich ist. Ohne Eigenlob kann ich sagen: Ich war vorher in der Beziehung wahrscheinlich schon etwas speziell, und deshalb war ich auch in der Lage, das jetzt immer noch auf höchstem Niveau zu machen", sagte er.

Nach seinem zweiten Rücktritt ist der Rekord-Weltmeister nun froh, " eben keine Pläne haben zu müssen", sagt aber im gleichen Atemzug, dass er auch in diesem Jahr "schwer verplant" sei - nur eben nicht mehr im Rennzirkus.

"Langweilig wird es Michael sicher nicht werden - er ist ein sehr aktiver Typ, er freut sich auf neue Aufgaben", bestätigte seine Managerin Sabine Kehm.

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