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Sergio Perez begann seine Formel-1-Laufbahn 2011 bei Sauber © imago

Um sich seinen Traum zu erfüllen, zieht Sergio Perez mit 15 Jahren nach Niederbayern. Nun will er im McLaren die WM gewinnen.

Von Felix Götz

München - Sergio Perez hat einen Traum.

Seit seiner Kindheit arbeitet der Mexikaner hartnäckig daran, eines Tages Formel-1-Weltmeister zu werden.

Um diesem Begehren ein Stück näher zu kommen, war er 2005 mit gerade einmal 15 Jahren dazu bereit, von der Millionenmetropole Guadalajara alleine in das 11.500-Einwohner-Städtchen Vilsbiburg in Niederbayern zu ziehen - ein Kulturschock.

Dort ging Perez - gut 10.000 Kilometer von der Heimat entfernt - in der Formel BMW an den Start.

"Alles kaputt"

"Auf der Karte findet man es bestimmt nicht, da es so klein ist", scherzt Perez heute über Vilsbiburg:

"Wenn ich zurückblicke, bin ich sehr stolz auf mich. Ich habe schöne Erinnerungen an meine Zeit in Deutschland."

Nur von der Sprache ist nicht viel hängen geblieben. "Alles kaputt" ist das einzige, was aus seinem deutschen Wortschatz übrig geblieben ist.

Unterschied größer als gedacht

Nun erlebt der 23-Jährige nach seinem Abschied von Sauber auch bei McLaren einen Kulturschock.

"Der Unterschied ist viel größer, als ich gedacht habe", sagte "Checo" nach seiner ersten Testfahrt in Jerez:

"Die Sitzposition ist ganz anders. Man muss sich an diese neue Position gewöhnen, muss das Lenkrad anders halten. So ziemlich alles ist anders - von den Pedalen bis zum Lenkrad. Ich fange also so ziemlich bei null an." ( 671553 DIASHOW: Die Tests in Jerez )

Perez ist heiß

Perez, der in der vergangenen Saison drei Mal auf das Podest fuhr, nimmt die Herausforderung trotzdem an.

Mehr noch: Der WM-Zehnte des vergangenen Jahres brennt auf seine Aufgabe bei McLaren. ( 669480 DIASHOW: Der neue McLaren )

"Der Druck ist da, und das Team erwartet viel von mir", erklärte Perez:

"Ich will da rausfahren und die WM gewinnen. Ich will mit Jenson Button zusammenarbeiten, um viel von ihm zu lernen. Ich denke, dass das sehr gut läuft."

"So ein guter Kerl"

Insgesamt ist Perez, der bei Sauber nicht konstant gute Leistungen zeigte, von seinem neuen Teamkollegen begeistert.

"Ich kann mich als Fahrer glücklich schätzen, einen Weltmeister an meiner Seite zu haben, der gleichzeitig so ein guter Kerl ist", meinte der GP2-Vizemeister von 2010.

Vom zehn Jahre älteren Button habe er schon in so kurzer Zeit "so viel gelernt".

Button lobt Perez

Button sitzt bereits seit 2010 im McLaren-Cockpit. Der Boss sei er deshalb aber nicht, stellte der Engländer bereits mehrfach klar.

Er begegne Perez auf Augenhöhe und lobte:

"Sergio ist ein sehr vernünftiger Fahrer, der genau weiß, was notwendig ist, um das Beste aus einem Auto herauszuholen. Ich erwarte eine sehr starke Partnerschaft. Meiner Meinung nach ist er eine sehr gute Verstärkung für das Team."

Wie gut ist McLaren?

Ob Perez allerdings tatsächlich in der Lage ist, konstant genug zu fahren, um in den Titelkampf einzugreifen, müssen die ersten Rennen zeigen.

Das weiß auch "Checo" und relativierte seine euphorischen Aussagen:

"Wir wissen natürlich überhaupt nicht, wie konkurrenzfähig wir sind. Alles, was ich sagen kann, ist, dass sich das Auto ziemlich gut anfühlt."